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Den Energiepreis erhielt Rainer Kappelar (5.v.l.). Die Preise für die weiteren Plätze nahmen Josef Vogt (2.v.r.) und Rudolf Nau (3.v.l.) entgegen; mit im Bild Bürgermeisterin Elke Zehetner (r.), Klimaschutzbeauftragter Patrick Jähnichen (l.) und die Stadtrat-Energiereferenten Wolfgang Sacher (2.v.l.) und Markus Kleinen (4.v.l.).

Premiere: Penzberger Energiepreis geht an Rainer Kappelar

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Die Stadt Penzberg hat den Bürgerenergiepreis verliehen - eine Premiere. Er ging an Rainer Kappelar, der aus der Branche ist.

Penzberg - Rainer Kappelar ist der erste Träger des Penzberger Bürgerenergiepreises. Er erhielt die Auszeichnung am Dienstagabend für die energetische Sanierung des Wohnhauses an der Sindelsdorfer Straße 2a neben dem Bahnübergang in Penzberg. Kappelar arbeitet selbst in der Branche und hat im Nebengebäude sein Ingenieurbüro, das unter anderem energetische Beratungen anbietet.

In seiner Rede warb Kappelar für Klimaschutz und Energiewende. „Uns läuft die Zeit davon“, sagte er. Man befinde sich mitten in der Erderwärmung, 30 Prozent der Flüchtlingsströme seien durch das Klima – durch Wasser- und Nahrungsknappheit – verursacht. Kappelar appellierte, mehr private Photovoltaikanlagen zu bauen, beim Autokauf ernsthaft ein Elektromodell in Erwägung zu ziehen und mit Energie hauszuhalten.

Den ersten Preis – honoriert mit 2000 Euro – erhielt er für den Umbau eines Hauses aus dem Jahr 1968, das heute von neun Personen bewohnt wird. Er habe damit sowohl Akzente bei der Umsetzung der Energiewende gesetzt als auch die Mieter einbezogen, sagte Bürgermeisterin Elke Zehetner in der Laudatio.

Kappelar hatte das Haus 2010 gekauft, Fassaden und Dach mit Holzfaserplatten gedämmt, die Fenster dreifach verglast, die Elektroinstallation komplett erneuert, einen Pelletheizkessel mit Pufferspeicher eingebaut sowie eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, die er vor rund zwei Monaten um einen Batteriespeicher ergänzte. „So erhöht sich der Grad der Eigenversorgung auf 50 Prozent, von dem insbesondere die Mieter profitieren“, sagte Bürgermeisterin Zehetner. „Denn im Rahmen eines Mieterstrom-Modells sollen beide Mietparteien künftig mit PV-Strom statt mit Strom aus dem Stromnetz versorgt werden.“ Auf dem Hof stehen ihnen zudem zwei Ladesäulen für Elektroautos zur Verfügung. Die Finanzierung des Umbaus sei nicht höher als bei einer konventionellen Sanierung gewesen, fügte Kappelar an. Wichtig sei auch, dass die Nebenkosten für die Mieter konstant bleiben würden.

Sechs Bewerbungen gab es für die Energiepreis-Premiere. Beteiligen konnten sich laut Ausschreibung Privatleute, Schulen, Vereine, Organisationen und Gewerbetreibende. Laut Bürgermeisterin soll er ein Anreiz sein, die noch weit entfernten Klimaschutzziele zu erreichen.

Mit dem zweiten Platz (1000 Euro) wurden in der Bürgerversammlung Josef und Ines Vogt ausgezeichnet. Sie hatten ihr Eigenheim energetisch saniert („nicht pfiffig, aber konsequent“, so die Bewerbung). Sie heizen mit Holz, dämmten Haustür und Fenster und installierten eine Photovoltaikanlage. Die Heizölersparnis betrage 700 Liter im Jahr, was ungefähr 1,9 Tonnen CO2 seien.

Die 600 Euro für den dritten Platz nahm am Dienstag Rudolf Nau vom Autohaus Nau entgegen, das sich laut Zehetner nicht selbst beworben hatte, sondern vorgeschlagen wurde. Das Konzept zum umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Betrieb des Autohauses und der Waschanlage sei „ein Vorbild für die ortsansässige Industrie und das Gewerbe“, lobte sie. Das Autohaus hat ein Erdgas-Blockheizkraftwerk, das Wärme und Strom erzeugt, sowie eine Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher. Der Energiebedarf, so Zehetner, könne zu 95 Prozent selbst gedeckt werden. Geplant ist zudem noch eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge.

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