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Das ehemalige Schlachthofgelände an der Karlstraße steht in der Prioritätenliste: Dort soll nun eine Wohnbebauung entstehen.

Prioritätenliste in Penzberg: Zwölf Bauprojekte „mit Vollgas“

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Auf was soll sich die Stadt Penzberg in diesem Jahr konzentrieren, wenn es um Bauprojekte geht? Antworten suchte der Stadtrat diese Woche in einer internen Sondersitzung. Das Ergebnis ist eine Liste mit zwölf Punkten, die höchste Priorität genießen sollen, darunter Musikschule, Wohnbauten und ein Innenstadt-Kreisel.

Penzberg – Hinter verschlossener Tür bastelte der Stadtrat am Dienstag an einer Prioritätenliste. Am Mittwoch gab Bürgermeisterin Elke Zehetner das Ergebnis bekannt. Kernstück sind zwölf Punkte, die „A plus“-Priorität genießen, die also 2019 fertiggestellt oder deren Planung vorangetrieben werden sollen. Der Stadtrat, sagte sie, habe einstimmig beschlossen, sie „mit Vollgas“ anzugehen.

Zu den zwölf Top-Punkten, auf die sich die Stadt heuer konzentriert, gehört der Umbau des früheren Metropolkinos zur Musikschule. Die Planung läuft. Die Bürgermeisterin hofft, dass der Umbau heuer „fast fertig“ wird. Ebenfalls auf der „A plus“-Liste steht die Turnhalle am Josef-Boos-Platz. Es wird zwar nicht erwartet, dass die Sanierung heuer fertig wird. Sie könnte aber heuer starten.

„Absolut oberste Priorität“ hat laut Zehetner ein Mini-Kreisverkehr, vergleichbar mit Kreiseln in Bad Tölz am Amortplatz und in Peißenberg an der Schongauer Straße. Der Stadtrat habe entschieden, dass man dies machen wolle, nur noch nicht, wo er hinkommt, sagte sie. Zur Wahl stehen die Bichler Straße beim Rewe-Markt (zugleich würde die Holzwand verschwinden) und die Seeshaupter Straße bei der Einmündung der Birkenstraße nahe dem Wellenbad. Solche Mini-Kreisel müsse die Stadt selbst planen und zahlen, auch wenn sie an einer Staatsstraße liegen, so Zehetner. Heuer sollen Planung und Ausschreibung über die Bühne gehen. Der Bau könnte im Frühjahr 2020 folgen.

Auf der „A plus“-Liste findet sich auch die Planung von Wohnbebauung auf dem ehemaligen Schlachthofgelände an der Karlstraße. Damit fiel zugleich die Entscheidung gegen Kindertagesstätte oder Seniorenheim an der Stelle, wie Zehetner bestätigte. Diskussionsbedarf bestehe noch bei der Zahl der Geschosse. Auf der Liste für 2019 stehen ebenso die Aufstockung von drei städtischen Wohnhäusern an der Sigmundstraße, was heuer wenigstens im Rohbau fertig sein soll, und ein Neubau an der Bürgermeister-Rummer-Straße, wo der Abbruch des alten Hauses nach Ende des Frosts geplant ist. Das dritte und größte Wohnprojekt, auf das sich die Stadt konzentriert: die Planung des neuen Wohnviertels an der Birkenstraße. Der kleinste Punkt auf der „A plus“-Liste betrifft übrigens die Stadthalle: Dort soll heuer ein Vordach beim Behindertenlift angebracht werden.

Auf der Prioritätenliste für 2019 stehen ebenso Kindertagesstätten: die Erweiterung des städtischen Kindergartens um zwei Krippengruppen und ein Ersatz für die provisorische Krippe an der Birkenstraße. Bei dem Ersatzbau „müssen wir loslegen“, so Zehetner. Soll heißen: mit der Planung. Ein Standort steht ihr zufolge noch nicht fest. Der Langseegraben ist, wie berichtet, umstritten.

Vorerst um Planungen geht es bei drei weiteren Punkten auf der Liste für 2019. So soll der Bebauungsplan fürs Edeka-Areal vorangetrieben werden; der Stadtrat hat sich bereits gegen Fachmärkte und Discounter ausgesprochen. Zweitens besteht laut Zehetner im Stadtrat der Wunsch, das Verfahren für einen neuen Flächennutzungsplan zu starten. Der dritte Punkt betrifft das Seniorenzentrum: Man schaffe die planungsrechtliche Voraussetzung für die Thomas-Wimmer-Stiftung, die an der Gartenstraße um- und anbauen will – was aber noch vom Gerichtsurteil am 14. März abhängt.

Um sich auf den Zwölf-Punkte-Katalog konzentrieren zu können, wurden andere Projekte verschoben, etwa die Layritzhalle auf 2021/22. Vor der Kommunalwahl wird zudem beim Bahnhofsareal und Bahnhofsgebäude nichts geschehen. Bis über 2022 hinaus verlegt wurden die Sanierungen der alten Wellenbadturnhalle und der Stauanlagen auf Gut Hub. Letzteres wird zwar vom Landratsamt gefordert, ist im Stadtrat aber höchst unbeliebt. Völlig unberührt bleibt der geplante Hallenbad-Neubau – er ist Sache der Stadtwerke.

Die Stadtverwaltung muss nun laut Zehetner bis zur Stadtratssitzung am 26. Februar eine Tabelle vorlegen, „wer was bis wann macht und welche Kosten dahinterstecken“. Sollte das Bauamt nicht genug Kapazitäten haben, können externe Planer beauftragt werden. „Das ist besser, als wenn es noch ein Jahr dauert“, so Zehetner. Zu den Kosten für die Top-Projekte sagte sie auf Nachfrage, dass die im Haushalt 2019 für Bauprojekte reservierten 20 Millionen Euro ausreichen. Sollte das nicht der Fall sein, werde sie gern einen Nachtragshaushalt vorlegen.

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