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Tempokontrolle: Seit dem Jahr 2016 kontrolliert der Tölzer „Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland“ im Auftrag der Stadt Penzberg die Geschwindigkeit.

Bleißfuß mitten in der Stadt

Raser-Bilanz in Penzberg: Mit 120 Stundenkilometern im Nonnenwald

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134 Radarkontrollen gab es im vergangenen Jahr an den Penzberger Straßen allein durch die kommunalen Verkehrsüberwacher.  Rund 6500 Autofahrer waren zu schnell unterwegs. 

Penzberg – Seit 2016 kontrolliert der Tölzer „Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland“ im Auftrag der Stadt Penzberg, ob sich im Stadtgebiet die Autofahrer an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Laut seiner Statistik baute der Zweckverband im vergangenen Jahr 134 Messstellen auf, jede einzelne im Schnitt jeweils für knapp drei Stunden. An den Messstellen fuhren insgesamt zirka 108 000 Fahrzeuge vorbei, von denen rund 6500 zu schnell waren. Das macht laut Zweckverband eine Beanstandungsquote von 7,22 Prozent.

An drei Stellen im Stadtgebiet bauten die Kontrolleure ihre Radargeräte besonders häufig auf: an der Sonnenstraße (23 Mal), wo sich die Grund- und Mittelschule befinden, an der Straße „Nonnenwald“ (14 Mal) im Industrie- und Gewerbegebiet und an der Sindelsdorfer Straße beim Ortseingang (10 Mal).

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Im Industrie- und Gewerbegebiet und an der Sonnenstraße wurden auch die meisten Tempo-Überschreitungen gemessen. An der Sonnenstraße bei Grund- und Mittelschule waren 17 Prozent der Autofahrer schneller als die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer. Im Industriepark waren es immerhin noch knapp 12 Prozent. Auf der Strecke im Nonnenwald – dort gilt Tempo 60 – kam es auch zu den deutlichsten Überschreitungen: 182 Fahrzeuge waren über 15 Stundenkilometer zu schnell, davon 23 mehr als 25 Stundenkilometer. Auf dieser Strecke wurde vom Zweckverband auch der Spitzenwert für ganz Penzberg gemessen: fast 60 Stundenkilometer zu schnell.

In der Spitzengruppe bei den Verstößen befindet sich auch die Winterstraße, an der Kinderhort, BRK und Feuerwehr ihr Domizil haben. Dort waren im vergangenen Jahr an fünf Messtagen 10 Prozent der Fahrzeuge zu schnell.

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Relativ selten standen die Geräte des Zweckverbands im vergangenen Jahr an der Straße „Wölfl“ (2 Mal), an der Wölflstraße (2 Mal) und im innerstädtischen Bereich der Bichler Straße (2 Mal). Für diese Strecken war in der Vergangenheit über Tempo 30 diskutiert worden. Wie berichtet, gab es dazu im März ein knappes Nein im Stadtrat. Gemessen wurden laut Zweckverband an der Wölflstraße 2,9 Prozent Verstöße, an der Straße „Wölfl“ 0,54 Prozent Verstöße sowie auf der innerörtlichen Bichler Straße 0,21 Prozent Verstöße.

Blitzer-Statistik in Penzberg: Plus von 37 500 Euro in der Kasse 

Die Stadt Penzberg ließ sich die Tempo-Überwachung im vergangenen Jahr fast 78 000 Euro kosten. Im Gegenzug flossen durch die Verwarnungen knapp über 115 000 Euro zurück, was ein Plus von fast 37 500 Euro ausmacht. Laut dem stellvertretendem Ordnungsleiter Johannes Jauß wurden 2018 fast doppelt so viele Verwarnungen erteilt wie 2017. Dies habe mit der Umleitung des Verkehrs durch Penzberg während der B472-Sperrung zu tun. Auf der Umleitungsstrecke sei vermehrt kontrolliert worden, darunter auch drei Mal nachts auf der Sindelsdorfer Straße. Die verstärkten Kontrollen und das höhere Verkehrsaufkommen habe „zu einer enormen Steigerung der Fallzahlen“ geführt, erklärte Jauß.

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Die Stadt Penzberg lässt vom Zweckverband auch die gebührenpflichtigen Parkplätze kontrollieren. Dabei wurden laut Jauß 5447 Verwarnungen erteilt, etwas weniger als 2017. Die Einnahmen betrugen knapp 67 000 Euro. Allerdings kosteten die Parkplatz-Kontrollen etwas über 69 000 Euro, was beim ruhenden Verkehr ein Minus von rund 2000 Euro ausmachte.

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