Mit einem Anbau am Museum, hier das Foyer, könnte die Rathaus-Raumnot verringert werden, so die Idee.
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Mit einem Anbau am Museum, hier das Foyer, könnte die Rathaus-Raumnot verringert werden, so die Idee.

Stadtverwaltung braucht mehr Platz

Rathaus-Platznot in Penzberg: Debatte um Anbau beim Museum

  • vonWolfgang Schörner
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Im Penzberger Rathaus herrscht Platznot. Um sie zu beheben, gibt es mehrere Überlegungen. Eine davon ist, für die Museumsverwaltung, die ihren Sitz in der Rathauspassage hat, einen Neubau am Museum zu schaffen. Die Kosten wären allerdings hoch. Die Entscheidung wurde erst einmal verschoben.

Penzberg – Zwischen 480 000 und knapp 600 000 Euro würde ein Neubau, je nach Größe und Ausstattung, neben dem Penzberger Museum kosten. Er hätte zwei Büroräume, einen Aufenthaltsraum für das Museumspersonal, einen Abstellraum sowie – bei der größeren Variante – einen Raum für Besprechungen und Museumspädagogik. Die größere Variante würde 125 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, die kleinere Variante 95 Quadratmeter umfassen. Es soll sich um einen erdgeschossigen, pavillonartigen Bau mit transparenter Fassade handeln, der keine Verbindung zum Museum hat, den Garten nicht verkleinert und auf einem Nachbargrundstück stehen könnte.

Stadtverwaltung stößt bei Raumkapazität „an gewisse Grenzen“

Dieser Vorschlag wurde vor kurzem im Penzberger Bauausschuss vorgestellt. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) begründete die Überlegung damit, dass die Stadtverwaltung wegen der neuen Stellen für Klimaschutz und Ehrenamtsförderung sowie wegen noch zu besetzender freier Stellen bei der Raumkapazität „an gewisse Grenzen“ stoße. Deshalb sei der Gedanke entstanden, die Museumsverwaltung von der Rathauspassage in einen Neubau am Museum zu verlagern. So würde beim Rathaus wieder Platz frei. Außerdem hätte der Umzug den Nebeneffekt, dass sich die Wege zwischen Museumsverwaltung und Museum verkürzten.

Anbau am Museum: Ausschuss stellt Vorschlag wegen der Kosten zurück

Überrascht zeigte sich der Bauausschuss von der Platznot der Stadtverwaltung, die im Rathaus und in der Rathauspassage untergebracht ist. Armin Jabs (BfP) erklärte, er höre das erste Mal, „dass die Raumsituation im Rathaus so prekär ist“. Grundsätzlich erachtete der Ausschuss es zwar für sinnvoll, die Museumsverwaltung nahe dem Museum unterzubringen. Kritik gab es jedoch an den Kosten. Diese seien der Bevölkerung nicht zu vermitteln, sagte Ludwig Schmuck (CSU). Es passe nicht in die momentane Haushaltslage zu Corona-Zeiten, fügte Adrian Leinweber (SPD) an. Sebastian Fügener (Grüne) sprach davon, man sei in seiner Fraktion schockiert gewesen von der Kostenhöhe.

Den Neubauvorschlag stellte der Bauausschuss deshalb erst einmal zurück. Zugleich beauftragte er die Stadtverwaltung, eine kostengünstigere Alternative für einen Umzug der Museumsverwaltung in die Museumsnähe zu suchen. Außerdem soll sie prüfen, ob in der Nachbarschaft des Rathauses zusätzliche Räume für die Stadtverwaltung angemietet werden können, um die Platznot zu beenden. Maria Probst (CSU) machte noch in der Sitzung den Vorschlag, die alte Stadtbücherei am Rathausplatz ins Auge zu fassen. „Wir sollten prüfen, was wir da unterbringen könnten.“

Platznot-Überlegungen: Musikschul-Aufenthaltsraum und Bahnhofsgebäude

Ein anderer Vorschlag folgte in der Finanzausschuss-Sitzung. Er lautete, den Aufenthaltsraum beim Musikschulbüro in der Rathauspassage für die Museumsverwaltung zu nutzen. Markus Bocksberger (PM) brachte danach im Stadtrat auch das Penzberger Bahnhofsgebäude ins Spiel. In Kochel seien Teile des Rathauses im Bahnhof untergebracht – gemeint war wohl die gemeindliche Touristinfo. „Ist das bei uns realistisch und einen Gedanken wert?“, fragte er. Dies werde als Idee aufgenommen, erklärte Korpan dazu.

Platznot: Übergangslösung im Penzberger Rathaus

Laut Bürgermeister gibt es mittlerweile zumindest eine Übergangslösung. Ihm zufolge zieht die Museumsverwaltung von der Rathauspassage (die Räume dort hatte sie vor zwei Jahren erst bezogen) in die Fraktionsbesprechungszimmer im Rathaus-Obergeschoss. In die Räume der Museumsverwaltung wechselt dann die Klimaschutzabteilung. Die Fraktionen müssten, so der Bürgermeister, für ihre Besprechungen zum Beispiel Räume in der Rathauspassage, im Musikschulbüro, in der Stadthalle oder den Sitzungssaal nutzen.

Offen bleibt, ob auf längere Sicht ein Anbau am Museum kommt. Die Idee hatte es 2017 schon einmal gegeben – und für Ärger gesorgt. Die damalige Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD) hatte einen Anbau (für 200 000 Euro) unter anderem damit begründet, dass der Umzug ein Wunsch der Museumsleitung sei, was sich später als falsch erwies. Den Wirbel, den dies verursachte, sprach Thomas Sendl, Rathaus-Abteilungsleiter für Kommunikation, Kultur und Wirtschaft, in der aktuellen Bauausschusssitzung zwar nicht an. Er stellte aber klar, dass der Wunsch nicht von der Museumsverwaltung komme. Sie sei „an ihrem jetzigen Standort sehr glücklich“, sagte Sendl. Die Notwendigkeit ergebe sich allein aus der Raumnot.

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