Jubel über den Designpreis für „drawlk“: Anna Gmelin.

Red Dot: Ein roter Punkt für „drawlk“ aus Penzberg

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Anna Gmelin hat für ihre Internet-Plattform „drawlk“ den internationalen Design-Preis „Red Dot“ erhalten - was für die Architektin aus Penzberg völlig überraschend kam.

Penzberg - Der „Red Dot“-Preis ging schon an eine Samsung-Uhr, einen Audi-Film, an Ikea, an den New York Book Club und die italienische Marke Alessi. In diese Liste der Design-Preisträger darf sich jetzt die Penzbergerin Anna Gmelin einreihen. Den „roten Punkt“ bekam sie für ihren virtuellen Zeichentisch „drawlk“.

Das bedeutet mir viel“, sagt Anna Gmelin. Die 42-Jährige hatte sich im vergangenen Frühjahr mit ihrer virtuellen Plattform „drawlk“, die es seit genau einem Jahr gibt, bei dem internationalen Design-Wettbewerb beworben. „Ich dachte mir, ich mach’ einfach mal mit“, erzählt sie. Ausgerechnet habe sie sich dabei aber nichts. Schließlich bewerben sich dort viele Design-Profis. Als nun vor wenigen Tagen die Siegerliste für den „Red Dot“ veröffentlicht wurde, war die Überraschung groß.

Der Design-Preis wird seit den 1950er Jahren verliehen. Dahinter steckt das „Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen“. Nach deren Angaben handelt es sich um einen der größten Design-Wettbewerbe der Welt. Seit 1993 verleiht eine Jury den Preis auch für Kommunikationsdesign – jene Sparte, in der Anna Gmelin nun zu den „Red Dot“- Trägern gehört. Laut den Organisatoren wurden in dieser Sparte heuer 8051 Arbeiten von Agenturen, Designern und Unternehmen aus 50 Ländern eingereicht. 749 davon erhielten den „roten Punkt“, darunter das Design von „drawlk“. Das Ergebnis wurde dieser Tage veröffentlicht. Die Preisverleihung ist am 27. Oktober in Berlin.

„Drawlk“ ist ein virtueller Zeichentisch. Anna Gmelin hat ihn entwickelt und dafür eigens ein Start-up-Unternehmen gegründet. Vor einem Jahr ging es an den Start. Der Name ist eine Wortschöpfung aus „draw“ und „talk“, also „zeichnen“ und „sich unterhalten“. Mit „drawlk“ können zwei Nutzer, die räumlich voneinander getrennt sind und vor einem Laptop, einem Tablet oder Smartphone sitzen, in Echtzeit auf einer Zeichenfläche kommunizieren. Zum Beispiel ein Nachhilfelehrer, der seinem Schüler Geometrie beibringt, ein Jurist, der mit seinem Klienten einen Vertrag durchgeht, oder ein Kundendienstler, der sich einen Defekt zuerst genauer ansehen will, bevor er sich auf den Weg macht. Herunterladen lassen sich nämlich auch Bilder, Pläne und andere Dateien.

Mit ihrer Idee hatte es Anna Gmelin im Frühjahr schon ins Finale des Innovationspreises bei der Computermesse Cebit geschafft. Beim „Red Dot“-Preis ging es nun nicht um die Idee selbst, sondern um das Design. Die Jury bewertet dabei laut den Organisatoren zum Beispiel die Ästhetik, die Originalität, die Klarheit, den Wiedererkennungswert und die eigene Handschrift. Das Design hat Anna Gmelin bei „drawlk“ schlicht gehalten, ein wenig Retro mit abgerundeten Ecken und kariertem Ringzeichenblock als Unterlage, dafür aber in einem knalligen Rot. Die Plattform ist so gestaltet, dass sie sich quasi selbst erklärt und einfach zu bedienen ist. Großen Anteil am Gelingen, so die Penzbergerin, habe Peter Knoblach und die „knoblach technologies GmbH“ aus Iffeldorf gehabt. Er habe sie durch präzise Rückfragen gezwungen, das Design und die Benutzerfreundlichkeit klar und optimal zu gestalten.

Anna Gmelin ist eigentlich Architektin. Seit 2008 hat die gebürtige Starnbergerin ihr Büro in Penzberg. Der Architekten-Beruf kam ihr beim Design zugute, denn auch er hat viel mit Gestaltung zu tun. Dennoch bezeichnet sie es als Mutprobe, diese Erfahrung auf „drawlk“ übertragen zu haben. Umso stolzer ist Anna Gmelin nun, dass sie von einer Design-Jury eine solche Rückmeldung erhalten hat. „Meine Leidenschaft ist die Gestaltung; wenn das jemand anerkennt, macht mich das glücklich“, sagt sie.

Der „rote Punkt“ als Design-Qualitätssiegel wird künftig auf der Startseite von „drawlk“ auftauchen. Ein wenig Werbung, sprich Aufmerksamkeit, verspricht sich Anna Gmelin davon. Für die Verbreitung der Zeichenplattform sei es jedoch wichtiger, dass „drwalk“ ab Herbst auch auf IOS11 für iPhone-Nutzer laufen soll. Für Ende des Jahres hat sich Anna Gmelin ein Ziel bei der Zahl der Nutzer gesteckt: Sie peilt die 10 000er-Grenze an.

Die Internetseite ist unter „www.drawlk.de“ und „www.drawlk.com“ zu finden.

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