Lösung liegt im Metropol

Penzberg - Voll war der kleine Kino-Saal – nicht weil ein Film lief, sondern weil Kinofreunde darüber diskutierten, wie ein Förderverein das KinoP in Penzberg unterstützen könnte.

Mehr als 30 Kinofreunde hatten sich in dem Filmtheater eingefunden, um darüber zu sprechen, wie man das KinoP vor dem drohenden Aus retten könne. Wie, berichtet, sind die Besucherzahlen zu niedrig, um es dauerhaft wirtschaftlich betreiben zu können. Zu dem Treffen hatte die SPD-Bürgermeisterkandidatin Elke Zehetner aufgerufen. Wichtig sei das Thema parteiübergreifend, sagte sie. Dementsprechend saßen Vertreter aller Parteien im Publikum.

Die Frage, wie Hilfe aussehen könnte, war aber nicht einfach zu beantworten. „Ein gemeinnütziger Verein kann einem Gewerbebetrieb nicht finanziell helfen“, erklärte Kino-Betreiber Markus Wenzl. „Das wäre eine Subvention für den Vermieter.“ Auch als Elke Zehetner die Satzung eines Fördervereins in Bingen vorlas, hielt sich seine Begeisterung in Grenzen – als es darum ging, dass man einen Programmbeirat bilden könnte. „Ich bin ein selbständiger Kinobetreiber“, sagte Markus Wenzl. Er habe in Kochel 16 Jahre mit einem Kinoverein Kino gemacht. In Penzberg wolle er das „ohne Verein im Nacken“.

Grundsätzlich würde sich Markus Wenzl aber über Hilfe freuen. Ein Verein, sagte er, könnte Druck auf die Stadt ausüben, einen Alternativ-Ort wie das Metropol anzubieten. Dorthin würde das KinoP, wie berichtet, gern umziehen. Das alte Gebäude gehört der Stadt. Dass der neu gewählte Stadtrat dies in einer seiner ersten Sitzungen bespricht, davon geht Grünen-Stadtratsmitglied Klaus Adler aus. Allerdings werde es beim Umbau um einen siebenstelligen Betrag gehen, mutmaßte CSU-Bürgermeisterkandidat Richard Kreuzer. Außerdem glaubt er, dass bis dahin noch drei oder vier Jahre ins Land gehen. Die Aufgabe sei deshalb, das Kino über diesen Zeitraum am Leben zu erhalten. Da an der Miete nicht viel geändert werden kann, müsse die Einnahmeseite verbessert werden.

Um dem Kino mehr Einnahmen zu verschaffen, wurde beim Treffen vorgeschlagen, die Werbung zu verstärken – zum Beispiel dass das Kinoprogramm in Innenstadt-Schaukästen ausgehängt wird oder Kinofreunde es als Flugblätter verteilen und in den neuen Medien werben. Ein gemeinnütziger Verein könnte Zuschüsse annehmen und sie für eine derartige Werbung verwenden, hieß es.  Im Februar wollen sich die Kino-Freunde wieder treffen, um dann die Fragen zu beantworten: Braucht es für eine Unterstützung einen Förderverein oder nicht? (mehr zu den Problemen und Zahlen des Kinos in der Dienstagsausgabe)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Live ist (noch) schöner als im Internet
„Sommers Weltliteratur to go“ begeisterte 350 Besucher in der Reihe „Literatur erleben“ am Gymnasium Weilheim.
Live ist (noch) schöner als im Internet
Vermutlich deutlich mehr Bürgermeister-Kandidaten als 2014
Wer denkt, die Kommunalwahl 2020 ist noch weit weg, hat die Rechnung ohne Peitings SPD gemacht: Die hat bereits ihre Bürgermeisterkandidatin vorgestellt. Deshalb fragten …
Vermutlich deutlich mehr Bürgermeister-Kandidaten als 2014
230 000 Euro für digitale Klassenzimmer in Penzberg
Die Stadt Penzberg wird im nächsten Jahr über 230 000 Euro für die Digitalisierung ihrer drei Schulen ausgeben. Dabei geht es vor allem um Multimedia-Tafeln, sogenannte …
230 000 Euro für digitale Klassenzimmer in Penzberg
Total verkohlt: Mann schiebt Pizza in Ofen und schläft ein - sogar der Rauchmelder weckt ihn nicht
Ein Mann schob sich am Freitag eine Pizza in den Ofen - und schlief dann ein. Während sogar auf der Straße vor dem Wohnhaus der Rauchmelder zu hören war, schlummerte der …
Total verkohlt: Mann schiebt Pizza in Ofen und schläft ein - sogar der Rauchmelder weckt ihn nicht

Kommentare