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Der Penzberger Standort von Roche im Nonnenwald wächst stetig weiter - ebenso die Zahl der Beschäftigten.

Roche in Penzberg

Mehr Azubis, mehr Frauen als Chefs

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Die deutsche „Roche“-Sparte will heuer in Penzberg mehr Azubis einstellen. Außerdem soll die Frauenquote in Führungsposition weiter gesteigert werden. Die Mitarbeiterzahl am Standort ist mittlerweile auf 5788 angewachsen.

Penzberg – Edgar Vieth war auch abseits der kaufmännischen Zahlen und der letztjährigen Verkaufssteigerung zufrieden: „Wir erkennen, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagte der Personal-Geschäftsführer von „Roche Diagnostics“ bei der Bilanzpressekonferenz im Penzberger Nonnenwald – der oberste deutsche Personalchef des Schweizer Biotech-Konzerns meinte damit die Entwicklung bei der Belegeschaft. Denn die wächst genauso wie der Umsatz. Mittlerweile sind von 15 908 deutschen „Roche“-Mitarbeitern 5788 in Penzberg beschäftigt. Geht es so weiter, erwartet der Manager noch für heuer, dass die 6000er-Marke geknackt wird.

Mit der Belegschaft wächst die Zahl der Auszubildenden im Nonnenwald. 269 waren es zum letzten Dezember, 90 hatten bei „Roche“ angefangen. Für heuer kündigte Edgar Vieth gleich 100 neue Ausbildungsplätze an. Dies geht einher mit den gewachsenen Kapazitäten des Ausbildungszentrum im 119 Millionen Euro teuren neuen Labor- und Bürogebäude, das am 5. Juli mit vier anderen Bauprojekten eingeweiht wird. „Wir haben Bedarf dafür“, sagte Vieth zum großen Ausbildungszentrum.

Zusätzlich schafft das Unternehmen in diesem Jahr am Standort fünf Lehrstellen für Flüchtlinge. Im Konzern wird dies als ein Beitrag für eine gelungene Integration über die eigentliche berufliche Eingliederung hinaus gesehen. „Roche“ ist seit Juli 2016 Mitglied der Integrationsinitiative „Wir zusammen“ der deutschen Wirtschaft. Im September 2016 hatten in Penzberg vier junge Syrier und Libyer mit ihrer Ausbildung angefangen. Sie lernten Chemielaborantin, Kaufmann für Büromanagement und Elektroniker für Automatisierungstechnik. Sechs Monate später zog Personalchef Vieth eine erste Bilanz: „Sie haben einen guten Start hingelegt. Wir haben sehr positive Rückmeldung.“ Wie sehen bei dem Quartett die Chancen für eine Übernahme aus? Da wollte sich der Manager nicht festlegen, für eine Aussage sei es derzeit noch zu früh.

Festgelegt hat sich der Konzern dafür bei den weiblichen Führungskräften. Der Gesetzgeber hat zum 1. Januar eine feste Geschlechterquote von 30 Prozent für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten in börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen festgeschrieben. Der Prozess dauert jedoch, zeigt die Praxis im deutschen Wirtschaftsleben. „Roche“ hat sich nach Vieths Angaben bis Mitte 2017 immerhin eine Quote von 27 Prozent als Ziel gesetzt. Derzeit liege man bei 26 Prozent. „Wir haben noch ein bisserl Zeit“, ist der Personalchef optimistisch, dass die Vorgabe geschafft wird – genauso wie die 30-Prozent-Marke. „Dass ist noch nicht das Ende der Fahnenstange.“ Um Familie und Beruf zu vereinbaren, sollen unter anderem Eltern-Kind-Büros und flexible Arbeitszeiten helfen, aber auch Netzwerktreffen und „Entwicklungstage“ für Frauen in Chefpositionen sind Instrumente.

Unabhängig von der Geschlechterfrage muss sich „Roche“, auch in Penzberg, mit der Alterfrage beschäftigen. Mittlerweile sind im Werk fünf Generationen beschäftigt – vom Azubi bis zum 67-Jährigen. Gerade bei Arbeitsabläufen müssen die Älteren berücksichtigt werden. Deren Erfahrung will man bewusst nutzen: Manager Vieth setzt auf „Tandems“ aus Alt und Jung“. „Das hilft dem Unternehmen auch.“

Dazu gehört das Wohlbefinden. Seit 2007 unterhält „Roche“ in Penzberg ein eigenes Gesundheitszentrum. Derzeit nutzten knapp 200 Mitarbeiter die Angebote, mehr sind aus Platzgründen nicht möglich. Das soll sich ändern: Das Zentrum wird im neuen Labor- und Bürokomplex untergebracht. Und dann soll endlich die lange Warteliste von 800 Kollegen abgebaut werden.

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