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Ausbildungszentrum bei Roche in Penzberg.

Roche in Penzberg: Platz für bis zu 400 Auszubildende

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Roche in Penzberg ist mit 5949 Mitarbeitern nicht nur der größte Arbeitgeber im Landkreis. Auch 288 Azubis lernen derzeit beim Biotech-Konzern. Tendenz steigend. Herzstück ist das neue Ausbildungszentrum.

Penzberg – Dr. Andreas Gebbert gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er über das neue Ausbildungszentrum spricht. „Die Möglichkeiten, die wir haben, sind einfach enorm“, sagt der Ausbildungsleiter des Biotech-Konzerns im Penzberger Werk. Rund 119 Millionen Euro hat der Konzern in den Neubau investiert, im Juli 2017 wurde er eingeweiht.

Auf 4200 Quadratmetern Fläche im zweiten und Teilen des dritten Stocks bildet Roche seinen Nachwuchs aus. Neun Labors und „Technikum“-Räume sowie 14 Unterrichtsräume zählt Gebbert stolz auf. Das Unternehmen spricht von der größten biotechnischen Ausbildungsstätte in Bayern.

Labore, Ausbildungsstationen und Theorieräume sind als zusammenhängende Einheiten konzipiert. Vorteil: So können die Azubis die Räume wechseln, ohne mühsam ihre Schutzkleidung tauschen zu müssen. „Ein Ausschleusen ist nicht nötig“, erklärt Gebbert. Die Ausstattung ist natürlich vom Feinsten. Nicht nur im Laborbereich. In den Klassenräumen sind Beamer selbstverständlich, besonders sind jedoch die interaktiven Displays, mit denen die Schüler arbeiten. „Sie können sich so selbst was erlernen“, sagt Gebbert. Das alles kostet Geld: Allein rund zwei Millionen Euro hat das Unternehmen laut Ausbildungsleiter zusätzlich nur in Geräte und Präsentationstechnik gesteckt. Für einen kleinen Fermentierer zur Umwandlung organischer Stoffe in Säure, Gase oder Alkohol wurden um die 90 000 Euro fällig, ein chemisches Analysegerät HPLC mit 50 000 bis 60 000 Euro veranschlagt.

Die Investitionen in die Ausbildung lohnen sich aber, bekräftigt die Führungsebene. „Unsere Jahrgänge schließen jedes Jahr mit Topnoten ab“, sagt Werkleiter Dr. Ulrich Opitz. Mancher Roche-Azubi schaffe es über die Landesebene bis in die Bundeswettbewerbe. Aktuell zählt das Penzberger Werk 288 Auszubildende (2017: 278), den Schwerpunkt bilden 221 Azubis in naturwissenschaftlichten Berufen. Für das Ausbildungsjahr 2018 kündigt Edgar Vieth, Personal-Geschäftsführer von Roche Diagnostics, die Schaffung von 100 neuen Lehrstellen an – plus vier Plätze für Flüchtlinge. Dieses Projekt läuft seit 2015, heuer im September starten zwei Chemielaboranten aus Somalia und Syrien, ein Chemikant (Pakistan) und eine Kauffrau für Büromanagement (Syrien). Mit den jungen Flüchtlingen habe man „sehr schöne Erfahrungen“ gemacht, bilanziert Vieth und spricht von „einem Beitrag zur Integration“.

Die Zahl der Azubis klettert seit 2012 im Nonnenwald stetig. Platz für mehr wäre im Ausbildungszentrum vorhanden: Bis zu 400 Lehrlinge können laut Personalchef Vieth unterrichtet werden. Wer bei Roche lernt, hat gute Chancen: In der Regel werden Lehrlinge übernommen, sagt Werkleiter Ulrich Opitz – allerdings etwa die Hälfte erst mal befristet, später auf Dauer. Ein hoher Anteil von etwa 15 Prozent studiert nach der Lehre, um die 95 Prozent der Hochschulabsolventen kommen laut Opitz zurück zum Unternehmen. Roche setzt zudem auf Internationalität in seiner Ausbildung: In einem Programm arbeiten Lehrlinge drei Monate in einem der weltweiten Werke.

Das Penzberger Ausbildungszentrum gehört zu einem sechsgeschossigen Labor- und Büro-Komplex. In den Labors finden sechs Abteilungen der Pharma-Sparte und zwei Abteilungen der Diagnostika-Sparte Platz. Zudem beherbergt das Gebäude mit dem großen Innenhof 180 Büroarbeitsplätze. Und auch das firmeneigene Aktiv-Center ist dort untergebracht: Der Sportbereich für die Mitarbeiter war bislang eher provisorisch. Nur 500 Plätze standen im Sportclub zur Verfügung, entsprechend lang war die Warteliste gewesen. Jetzt können 1000 Mitglieder aufgenommen werden.

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