+
Die Sporthalle am Josef-Boos-Platz steht mittlerweile seit vier Jahren nicht mehr für den Sport zur Verfügung. 

Baumaßnahme

Sanierung der Josef-Boos-Halle in Penzberg verzögert sich weiter - Das sind die Gründe

  • schließen

Eigentlich sollte seit Anfang April an der Penzberger Turnhalle am Josef-Boos-Platz gearbeitet werden. Doch bisher tut sich nichts. Seit vier Jahren steht sie nicht mehr für den Sport zu Verfügung. Aktuell geht man im Rathaus davon aus, dass die Sanierung im Juli beginnt.

Penzberg – Eigentlich ist es eine gute Nachricht: Die Regierung von Oberbayern hat auf eine Förderanfrage der Stadt Penzberg geantwortet. Das heißt: Zum einen signalisiert die Regierung, dass sie die mehrere Millionen Euro teure Sanierung finanziell unterstützt, auch wenn die Behörde noch keine endgültige Förderhöhe nennt. Zum anderen gibt die Regierung grünes Licht für einen „vorzeitigen Maßnahmenbeginn“. Die Nachricht von dem Schreiben verkündete Stadtbaumeister Justus Klement vor kurzem im Bauausschuss.

Für das Stadtbauamt bedeutet das, dass es nun die schon vorbereiteten Ausschreibungen veröffentlichen konnte: für die umfangreiche Einrichtung der Baustelle, für die Entfernung des kontaminierten Materials und für die Betonsanierung. „Wir liegen fast noch im Zeitplan“, erklärte dazu Stadtbaumeister Klement in der Bauausschuss-Sitzung.

Klement: Fertigstellungstermin ist nicht gefährdet

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte er, dass das Wort „fast“ in diesem Zusammenhang eine Verzögerung von drei Monaten bedeutet. Aus der Ruhe bringt ihn das allerdings nicht. Er verweist auf die Ruhezeit für den neuen Beton, wofür rund ein Jahr vorgesehen ist, bevor man weitere Schichten aufbringen kann. Deswegen falle die Verzögerung womöglich nicht ins Gewicht, erklärte Klement. „Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich nicht, dass der Fertigstellungstermin gefährdet ist.“

Das Ziel ist, wie berichtet, dass die Turnhalle am Josef-Boos-Platz zum Beginn des Schuljahrs im September 2021 wieder für den Sport zur Verfügung steht. Zuletzt war noch am Zeitplan gebastelt worden, um es womöglich etwas früher zu schaffen – dieser Puffer kommt nun angesichts der Verzögerung gerade recht.

Arbeitsbeginn voraussichtlich im Juli

Vorausgesetzt Firmen werden gefunden, könnte im Juli die Arbeit losgehen. Zunächst muss über den Parkplatz eine provisorische Baustraße gelegt werden. In einem ersten Schritt wird dann kontaminiertes Material aus Boden, Wand und Decke entfernt, bis quasi ein Skelett übrig bleibt. Vermutlich im Spätsommer oder Herbst geht es weiter mit der Sanierung der Boden-Betonplatte. Wie berichtet, waren Risse entdeckt worden, aus denen Wasser regelrecht heraussprudelte. Dabei handelt es sich um einen jener Mängel, die nach Experten-Ansicht aus der Zeit des Turnhallen-Baus vor 30 Jahren herrühren.

Die Sporthalle am Josef-Boos-Platz steht seit vier Jahren nicht mehr für den Sport zu Verfügung. Im Juni 2015 machte die Regierung von Oberbayern sie zur Asylbewerberunterkunft (bis März 2016). Als die Turnhalle danach auf Schäden untersucht wurde, traten Mängel zutage, die aus der Bauzeit herrühren. Gefunden wurde auch mineralfaserhaltiges Dämmmaterial hinter den Verkleidungen – es wurde bereits im Februar 2017 entfernt. Anfang 2018 wurden die Sanierungskosten auf 5,6 Millionen Euro geschätzt. Ein Abriss und Neubau, der zwischendurch einmal im Gespräch war, wurde verworfen. Geklärt werden mussten, wie berichtet, auch die Eigentumsverhältnisse. Die Halle gehört seit November 2018 vollständig der Stadt. Zuvor war der Landkreis Weilheim-Schongau an ihr beteiligt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Am Kesselberg: Motorradfahrer tritt Rennradler absichtlich vom Rad und lässt Verletzten liegen
Selbst für die Polizei ist dieser Fall einmalig: Am Kesselberg hat ein Motorradfahrer einen Rennradler vom Rad getreten. Offenbar mit voller Absicht.
Am Kesselberg: Motorradfahrer tritt Rennradler absichtlich vom Rad und lässt Verletzten liegen
Müll-Fischer auf dem Stand-Up-Board: André Wacke und seine Helfer paddeln wieder auf der Loisach
Vor einem Jahr stellte sich der Penzberger André Wacke erstmals auf sein Stehpaddel-Brett, um die Loisach von Müll zu befreien. Am Samstag Ende Juli will er die Aktion …
Müll-Fischer auf dem Stand-Up-Board: André Wacke und seine Helfer paddeln wieder auf der Loisach
Ein Fläschchen für „Gusti“
Seit 20 Jahren kümmert sich Heidi Rothwinkler um verletzte Tiere. Dabei geht es nicht nur um Wild wie Rehe oder Hirsche. Auch Katzen, Marder und Vögel nimmt sie auf. 
Ein Fläschchen für „Gusti“
Oberhausen bekommt neue Ortsmitte - die Bürger dürfen mitreden
Die Gemeinde Oberhausen beteiligt beim Bau eines Dorfplatzes die Bevölkerung: Es wird eigens eine Planungswerkstatt veranstaltet. Darauf verständigte sich der …
Oberhausen bekommt neue Ortsmitte - die Bürger dürfen mitreden

Kommentare