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Sporthalle am Josef-Boos-Platz in Penzberg.

Sanierung der Sporthalle: Jetzt soll es bis 2021 dauern

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Eigentlich wurde damit gerechnet, dass es mit der Sanierung der Penzberger Sporthalle am Josef-Boos-Platz jetzt schnell geht. Doch daraus wird wohl nichts. Womöglich dauert es mit der Wiedereröffnung noch bis zum Jahr 2021. Die Turnhalle wäre dann sechs Jahre lang geschlossen gewesen.

Penzberg – Die schlechte Nachricht überbrachte Rodja Maier vom Stadtbauamt am Dienstagabend in der Penzberger Bauausschuss-Sitzung. Wenn alles gut läuft, könne man im Herbst nächsten Jahres mit der Baustelle beginnen, sagte er. Die Sanierung selbst würde ihm zufolge dann zwei Jahre dauern. Das wäre bis in den Herbst 2021. Aber selbst das wollte Maier noch mit einem Fragezeichen versehen wissen.

Noch vor zwei Monaten war Bürgermeisterin Elke Zehetner davon ausgegangen, dass der zuletzt genannte Wiedereröffnungstermin im Jahr 2020 gehalten werden kann. Damals hatten sich gerade der Landkreis und die Stadt darauf geeinigt, dass die Stadt die Landkreis-Anteile an der Sporthalle am Josef-Boos-Platz und an der alten Turnhalle am Wellenbad übernimmt. Die Entflechtung der Eigentumsverhältnisse war als letzte Hürde genannt worden, bevor die Sanierungsplanung in Auftrag gegeben werden kann.

Das Stadtbauamt hat mittlerweile zwar ein Planungsteam für die Sanierung beisammen. D

er Zeitplan bis zur Wiedereröffnung löste im Bauausschuss jedoch Verwunderung aus. „Dann wäre die Turnhalle sechs Jahre lang geschlossen“, rechnete Regina Bartusch (SPD) nach. „Ich habe gedacht, dass es nach der Grundstücksentflechtung zügig vonstattengeht.“ Ihr wäre es lieber, sagte sie, wenn es schneller geht. „Erste Priorität bei der Baustelle ist für uns die Zeit“, fügte ihr Fraktionskollege Hardi Lenk an. Woraufhin Bürgermeisterin Zehetner anmerkte: „Wir wissen, dass dies Priorität hat.“

Rodja Maier vom Stadtbauamt erklärte in der Sitzung, dass allein das Vergabeverfahren für die Objektplanung und für die technische Gebäudeausrüstung, die bei einem öffentlichen Auftrag dieser Größenordnung vorgeschrieben ist, ein halbes Jahr Zeit gekostet habe. In der Sitzung stellte er das gesamte Planungsteam vor, zu dem auch Fachplaner für Elektronik, Statik, Brandschutz, Sicherheit, Akustik, Betonsanierung und Freianlagen gehören – ein Hinweis darauf, wie umfangreich und aufwendig die Sanierung wird. Im nächsten Schritt werden ihm zufolge die Grundlagen ermittelt, auf deren Basis die Firmen in die konkrete Planung einsteigen. Bei zwei Planern muss aber noch rechtlich geprüft werden, ob Altverträge aus dem Jahr 2017 übernommen werden. Ebenso will das Bauamt vom Ausschuss noch das Raumprogramm für die Sporthalle bestätigt haben. Dabei geht es laut Stadtbaumeister Justus Klement allerdings um keine Veränderungen, da man mit Vereinen und Schulen vereinbart habe, „alles wieder so wie bisher aufzubauen“.

Die Sporthalle am Josef-Boos-Platz steht Schulen und Vereinen bereits seit Juni 2015 nicht mehr zur Verfügung. Damals machte die Regierung von Oberbayern sie zur Asylunterkunft (bis März 2016). Als die Turnhalle danach auf Schäden untersucht wurde, traten Mängel zutage, die aus der Bauzeit vor 30 Jahren rühren. Entdeckt wurde zum Beispiel, dass der Betonboden Risse hat und für ihn zu wenig Stahl verwendet wurde. Mängel wurden auch bei der Elektroinstallation, den Abluftrohren und beim Brandschutz entdeckt. Zudem zeigte sich, dass das Dachtragwerk verstärkt werden muss. Mögliche Kosten wurden in der Sitzung am Dienstag nicht genannt. Die letzte Schätzung stammt von Anfang 2018. Damals wurden 5,6 Millionen Euro genannt.

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