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Wie geht es weiter mit dem Wellenbad in Penzberg? 

Zukunft des Wellenbads

Die Fronten bleiben

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Befürworter und Gegner eines Neubau des Penzberger Sport- und Freizeitbads haben miteinander geredet. Die Fronten bleiben aber unverändert. Und das Bürgerbegehren ist weiter auf dem Weg.

Penzberg – Drei Stunden wurde diskutiert, Zahlen auf den Tisch gelegt und technisches Fachwissen ausgetauscht. Vertreter von Stadt und Stadtwerken sowie die Initiatoren des Bürgerbegehrens für den Wellenbad-Erhalt hatten sich im Büro von Neubau-Kritiker Wolfgang Kling zusammengesetzt. Die Positionen blieben unverändert. Allerdings legte Ingenieur und Schwimmvereins-Chef Kling eine aktualisierte Kostenschätzung für die von ihm geforderte Teilsanierung des Wellenbads in Höhe von jetzt rund 2,5 Millionen Euro vor – und räumte ein, dass auch dafür eine längere Schließung der Einrichtung nötig sei.

„Es wurde kein direktes Ergebnis erzielt“, sagte Kling gestern. Er würdigte aber die Tatsache, dass man sich fachlich auseinandergesetzt habe. Mit am Tisch saß der Projektsteuerer der Stadt, Jens- Wilhelm Brand aus Bielefeld, ein Ingenieur. Kling hatte sein Sanierungskonzept dabei. Als ersten Schritt empfiehlt er umgehend, die Dächer des Wellenbads anzugehen, mit Ergänzung der Dämmung. Kosten: knapp über eine Million Euro. Als zweiten Schritt listet er „bauphysikalische Ertüchtigungen“ von Fliesen, Belägen, Fenstern, Lüftung und Duschen auf. Dies berechnet er mit 1,52 Millionen Euro. Den von den Stadtwerken angeführten schlechten Zustand der Bausubstanz bezweifelt er weiterhin. „Es gibt keinen Schäden, die die Standsicherheit beeinträchtigen. Weder an der Betonkonstruktion des Beckens noch an der Kellerdecke.“ Penzbergs Wellenbad sei eine einmalige Attraktion. „Es ist gepflegt, sauber und in Ordnung.“ Was auch die Wasserqualität betreffe, diese werde ja regelmäßig überprüft.

Kling räumt allerdings ein, dass für seine Lösung auch eine Badschließung notwendig ist. Aber nur maximal drei Monate, eher weniger. „Das ist eine Frage des Managements.“ Diese Zeitspanne sei kein Problem für den Schwimmverein. Ein Neubau ist für ihn, wegen der Kosten und der langen badlosen Zeit, weiter der schlechtere Weg. Trotzdem wurde bei dem Treffen eine Interimslösung für den Fall eines Neubaus diskutiert: ein Ersatzbecken im Freien, überdacht mit einer Traglufthalle. Das hätte zudem einen Vorteil für später, so Kling: „Wir hätten endlich ein Freibad in Penzberg.“

Stadtwerke-Vorstand Josef Vilgertshofer nennt das Freibecken zwar eine Ergänzung, „aber sie ist finanziell nicht darstellbar“. Immerhin sei beiden Seiten klar geworden, dass in jedem Fall eine längere Badschließung unumgänglich sei. Von einer grundsätzlichen Annäherung will er aber nicht sprechen.

Rathauschefin Elke Zehetner zieht Positives aus dem Gespräch. „Die Fronten haben zueinandergefunden“, glaubt sie, „weil man sich auf einem technischen Niveau verständigen konnte.“ Klings Sanierungsplan zweifelt Zehetner dennoch an: „Es ist eine mehrmonatige Schließung erforderlich.“ Allein die drei Wochen Wartungspause im Sommer dafür zu nutzen, reiche nicht aus. Überhaupt sei bei vielen Arbeiten ein dauerhafter Badbetrieb nicht möglich. Ein Alternativbecken im Freigelände sieht sie wegen der Kosten und nötigen Infrastruktur kritisch.

Ungeachtet des sachlichen Gesprächs, das alle Seiten betonten, hält Kling an seiner Unterschriftenaktion fest. „Sind Sie für den durchgehenden Badebetrieb und die kostensparende Sanierung?, lautet die Frage, mit der Kling ein Bürgerbegehren zur Sanierung des Wellenbads anstrebt. Konkrete Zahlen hatte er gestern nicht, aber „es läuft sehr erfreulich“. Die Listen liegen in Geschäften, Praxen und in seinem Büro aus. Außerdem würden 15 bis 20 Helfer in der Stadt Unterschriften sammeln – so am heutigen Samstag vor Supermärkten und im Wellenbad. Die Stadt lässt derzeit weiter die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens prüfen.

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