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Das Dach des Penzberger Wellenbads. Jetzt liegen dort Schneemassen. 

Schneelast auf den Dächern

Schneemassen: Penzberger Wellenbad geschlossen

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    Christoph Peters
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Angesichts der Schneelast auf dem Dach hat die Stadt Penzberg gestern reagiert: Das Wellenbad bleibt geschlossen. Das ist aber im Landkreis die Ausnahme. 

Weilheim-Schongau – Das Penzberger Wellenbad ist ab sofort geschlossen. Gestern informierte Bürgermeisterin Elke Zehetner über diese Vorsichtsmaßnahme der Stadt. Grund sind laut Zehetner einerseits die massiven Schneefälle der vergangenen Tage. „72 Kilo von 90 Kilo zulässiger Dachtraglast pro Quadratmeter sind ausgeschöpft“, erläuterte Zehetner. Das hätten jüngste Messung ergeben.

Da es in den vergangenen Tagen nicht nur geschneit, sondern auch geregt und getaut habe, bestehe zusätzliche die Gefahr, dass Wasser durch undichte Stellen im Hallendach in die darunter liegende Dämmung eindringen könnte und diese sich wie ein Schwamm mit Wasser vollsaugt.

So lange soll das Wellenbad geschlossen bleiben

Voraussichtlich bis Montag kommende Woche soll das Wellenbad geschlossen bleiben. Ob es danach wieder geöffnet werden kann, hängt laut Zehetner vom Wetter ab.

Übrigens war die Schneelast des Wellenbads schon vor 13 Jahren ein Problem für das Gebäude. Als Vorsichtsmaßnahme und Reaktion auf den Einsturz der Eislaufhalle von Bad Reichenhall im Januar 2006 hatte die Stadt Penzberg das Flachdach des Wellenbades von der Schneelast befreit und im Eingangsbereich zusätzliche Stützen einbauen lassen.

Städtische Turnhallen: Dachkonstruktionen halten Schneelast aus

Derzeit noch unproblematisch scheint dagegen die Situation an den beiden städtischen Turnhallen: der Halle am Wellenbad sowie am Josef-Boos-Platz. Wie Stadtbaumeister Justus Klement gestern informierte, verfügen beide Gebäude über eine „solide Dachkonstruktion“, die eine große Schneelast aushalten kann.

Der Landkreis ist ebenfalls für zahlreiche Liegenschaften verantwortlich. Darunter Sportstätten wie die erst 2015 eingeweihte Dreifach-Turnhalle in Penzberg und das Weilheimer Hallenbad.

Gründe, die Immobilien angesichts der Schneefälle aus Sicherheitsgründen zu schließen, gebe es es bislang nicht, sagte Behördensprecher Hans Rehbehn gestern. Die Situation auf den Dächern werde regelmäßig überprüft. Doch sollten die ab heute angekündigten Schneefälle es notwendig machen, werde man Maßnahmen ergreifen.

Das könnte Sie auch interessieren: Wegen Schneebruchgefahr - Streckensperrung an der B 2 dauert an. 

Schnee auch auf Dächern in Schongau

Viel Schnee hat sich in den vergangenen Tagen auch auf den Dächern in Schongau angesammelt. Aktuell kann Stadtbaumeister Sebastian Dietrich jedoch noch Entwarnung geben, was die stadteigenen Liegenschaften angeht. „Wir mussten bislang keine Gebäude sperren.“ Aber man beobachte die Entwicklung natürlich genau.

Während bei den neueren Gebäuden wie der Lechsporthalle kein Grund zur Sorge besteht, da sie die nach der Katastrophe von Bad Reichenhall geänderte Schneelastnorm erfüllen, überwacht die Stadt ältere Liegenschaften wie Teile der Grundschule oder des Hallenbads mit sogenannten Schneelastsensoren. Auch auf dem Eisstadion ist ein solcher installiert. Bislang lieferten die Messgeräte keine auffälligen Werte.

Auch in Peiting geht man nach den ergiebigen Schneefällen auf Nummer sicher. Am Dienstagvormittag stiegen Mitarbeiter des Marktbauamts per Drehleiter auf die Dächer von Schloßberghalle und Eisstadion, um die Schneehöhen zu messen. Am Nachmittag lagen die Ergebnisse vor. Aktuell gebe es noch genügend Reserven, teilte Marktbaumeister Fabian Kreitl auf Anfrage mit.

Am Eisstadion habe man beispielsweise eine durchschnittliche Schneelast von 44 Kilogramm pro Quadratmeter errechnet. Ausgelegt sei das Dach für den dreifachen Wert.

Aktuell keine Probleme in Weilheim und Peißenberg

In Weilheim gebe es aktuell keine Probleme, ist aus dem Bauamt zu hören. In Peißenberg sieht die Marktverwaltung ebenfalls keinen Grund, ihre Turnhallen zu schließen. Das Dach der Dreifach-Halle habe eh seit dem Umbau erhöhte Schneelasthöhen, sagt Stefan Pröbstl, im Rathaus für die Technik der Liegenschaften zuständig. Er verweist auf die vielen Satteldächer, die Schneelast abmindern.

In der „Rigi-Rutsch’n“ läuft der Betrieb normal weiter. „Wir haben kein Schnee auf den Dächern“, so Richard Krüger, Prokurist der Gemeindewerke Peißenberg. Nach dem Brand wurde eh ein neues Dach gebaut – inklusive neuer, stärkerer Statik, die mit den derzeitigen Schneemengen fertig werden sollte. Auch der TSV Peißenberg hält seine Eishalle offen. Stadionverwaltung und Eismeister kontrollieren laut Vize-Präsident Markus Heidler dennoch regelmäßig das Dach.  

ab/chpe/fn

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