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Stolz auf die „P-KOM“: (v.l.) Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Wolfgang Sacher, Johannes Bauer, Elke Gerlach von „Equinix“, Klaus Adler, Josef Vilgertshofer, Michael Futterknecht, Elke Zehetner, Ludwig Schmuck und Landtagsabgeordneter Harald Kühn.

Eine Daten-Pipeline nach München

Schnelles Internet: Penzberger Stadtwerke gründen „P-KOM“

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Penzberg arbeitet weiter an seiner Zukunftsfähigkeit: Mit der neuen Telekommunikationsgesellschaft „P-KOM“ wollen die Stadtwerke den Breitbandausbau vorantreiben. 

Penzberg/München – Michael Futterknecht strahlte über das ganze Gesicht. Seit Jahren ist er in Penzberg der Mann, der sich für den flächendeckenden Breitbandausbau und eine qualitativ hochwertige Internetanbindung stark macht – früher als Angestellter im Rathaus, mittlerweile im Dienste der Stadtwerke. Am Montagabend erfolgte nun der öffentliche Startschuss eines Projektes, das er federführend in die Wege geleitet hatte: Die Stadtwerke Penzberg stellten im Münchner Rechenzentrum „Equinix“ die neue Telekommunikationsgesellschaft „P-KOM“ vor, die sie zum 1. Januar gegründet hatten. Sie geht aus der Sparte „Glasfaser Penzberg“ hervor und soll den Breitbandbedarf am Wirtschaftsstandort Penzberg langfristig sichern.

„Wir gehen damit einen großen Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit“, sagte Stadtwerke-Vorstand Josef Vilgertshofer vor den rund 60 geladenen Gästen. Gemeinsam mit Futterknecht ist er Geschäftsführer der „P-KOM“. Den Aufsichtsrat bilden neben der Vorsitzenden Elke Zehetner die Verwaltungsräte Klaus Adler, Adrian Leinweber, Wolfgang Sacher und Nick Lisson. Als Anlass für die Gründung der Gesellschaft nannte Vilgertshofer den deutlich gestiegenen Bedarf an Datenverkehr sowohl im privaten als auch im unternehmerischen Bereich. „Und diese Entwicklung wird mit Sicherheit noch weiter gehen.“ Rein rechtlich war die Gründung sogar ein Muss, da die Stadtwerke im Telekommunikationsbereich nicht außerhalb Penzbergs handeln dürfen.

Durch die „P-KOM“ ist Penzberg künftig via Glasfasernetz an das Rechenzentrum „Equinix“ in München angebunden. Man könne sich das wie eine Pipeline vorstellen, durch die die Daten wie Öl fließen und letztlich am Hafen (also dem „Equinix“-Rechenzentrum) ankommen und weitergesendet werden. Die „P-KOM“ der Stadtwerke hat diese „Datenautobahn“ nun angemietet und will durch die Weitervermietung und Kooperationen mit anderen Unternehmen schwarze Zahlen schreiben.

Schon jetzt kann Penzberg auf eine außerordentlich gute Internetanbindung verweisen. Gemessen an den Kriterien des aktuellen Bundesförderprogramms sind laut Bürgermeisterin Elke Zehetner von den 7483 Haushalten in Penzberg derzeit lediglich 87 unterversorgt. Dabei gehe es um Gebiete wie Nantesbuch oder Gut Hub. Doch auch das soll sich ändern: Bund und Land haben einem Förderantrag zugestimmt und zahlen 1,12 Millionen Euro beziehungsweise 224 000 Euro für die Erweiterung des momentan 85 Kilometer langen Glasfasernetzes um weitere 21 Kilometer. Der Stadt verbleibt ein Eigenanteil in Höhe von rund 970 000 Euro. „Eine stattliche Summe, die uns die Sache aber allemal wert ist“, sagte Zehetner. „Schließlich sollen die Bürger auch an jedem Hof und Weiler die Möglichkeit haben, schnell und modern zu kommunizieren.“

Bald ein Rechenzentrum im Nonnenwald?

Im Zuge der „P-KOM“-Auftaktveranstaltung sprach Michael Futterknecht davon, dass er sich ein mögliches neues Rechenzentrum der Firma „Equinix“ durchaus im Penzberger Nonnenwald vorstellen könne. Sozusagen als vierten Münchner Standort, wie er mit Anspielung auf den Slogan von Roche betonte: „Wir sind ja schließlich Greater Munich.“ In den Rechenzentren des weltweit agierenden Unternehmens „Equinix“ bezahlen Kunden dafür, dass ihre Daten sicher untergebracht werden und sie bei Bedarf jederzeit Zugriff auf ihre Server haben – so wie es jetzt eben „P-KOM“ in einem der drei Rechenzentren in München tut. Quasi wie ein Fünf-Sterne-Hotel für Daten. Futterknechts Idee mit einem Standort auf den freien Flächen im Nonnenwald hält Bürgermeisterin Elke Zehetner für sehr interessant, wie sie gestern auf Nachfrage mitteilte. „Der Gedanke steht definitiv im Raum, sich dafür zu bewerben.“ Bei den Standorten in München handelt es sich laut Zehetner um Gebäude mit einer Fläche von circa 13 000 Quadratmetern, an denen 45 Mitarbeiter beschäftigt sind.

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