Soll abgerissen werden: Das „Zörner-Haus“ an der Bahnhofstraße 30 eignet sich laut Stadt nicht als Seniorentreff.
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Soll abgerissen werden: Das „Zörner-Haus“ an der Bahnhofstraße 30 eignet sich laut Stadt nicht als Seniorentreff.

Mehrere Standorte im Gespräch

Fällt Entscheidung über Seniorentreff noch in diesem Jahr?

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Wo könnte in Penzberg ein Seniorentreff oder ein Mehrgenerationenhaus entstehen? Darüber wird in der Stadt schon längere Zeit diskutiert. Wie es mit möglichen Standorten für den Treff aussieht – das wollte der Seniorenbeirat nun in seiner jüngsten Sitzung von den Stadtverantwortlichen wissen.

Penzberg – Vor rund einem Jahr hatten die SPD-Fraktion im Stadtrat und der Seniorenbeirat nahezu zeitgleich Anträge zur Schaffung eines Seniorentreffs beziehungsweise eines Mehrgenerationenhauses gestellt. Verschiedene Standorte waren im Gespräch, doch eine Umsetzung scheint noch nicht in Sicht.

Der Vorsitzende des Seniorenbeirats Siegfried Höfler wollte in der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirats deshalb von Bürgermeister Stefan Korpan und Roman Reis, dem Geschäftsleiter der Stadt, nun wissen: „Wie schaut es überhaupt mit dem Seniorentreff aus?“ Dabei brachte Höfler dafür gleich einen weiteren möglichen Ort ins Gespräch: Nachdem die Stadt das Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße gekauft habe, in dem einst das „Quelle“-Versandhaus beheimatet war, wäre dieses Gebäude doch „auch als Standpunkt“ ideal. Liselotte Schlossbauer sah das genauso. Sie regte eine Begehung des Gebäudes an, denn dessen Lage mache es für einen Seniorentreff gut geeignet.

„Der Stadtrat muss irgendwann Farbe bekennen“

Doch Bürgermeister Stefan Korpan winkte ab. Bezüglich diese Gebäudes, das direkt neben dem einstigen Metropol-Kino liegt, müsse zunächst einmal der Stadtrat entscheiden, „wie es weiter geht“. Außerdem sei die Baustruktur des Hauses schlecht. Das Haus sei nicht zu erhalten. Das habe der Stadtrat nicht-öffentlich bereits besprochen.

Grundsätzlich, so betonte Korpan, müsse es beim Thema Seniorentreff oder Mehrgenerationenhaus endlich voran gehen. Im Oktober sei eine Klausurtagung des Stadtrates geplant, bei der auch über dieses Thema intensiv beraten werden soll, denn: „Der Stadtrat muss irgendwann Farbe bekennen.“ Er hoffe, das eine Entscheidung noch heuer fällt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir uns im Stadtrat entscheiden werden. Weil es auch Zeit dafür ist.“

Als möglicher Standort im Gespräch ist dabei derzeit unter anderem die alte Bücherei am Rathausplatz. Hier würden gerade verschiedene Möglichkeiten geprüft, die anschließend dem Bauausschuss zur Beratung vorgelegt würden, so Korpan.

Ehemalige Metzgerei „Zörner“ wird abgerissen

Geschäftsführer Reis erinnerte daran, dass für das Gebäude der alten Bücherei bereits ein grobes Konzept vorliege. Dieses sehe im Erdgeschoss einen Seniorentreff vor. Im Obergeschoss könnten weitere Räume entstehen, die auch die Penzberger Volkshochschule nutzen könnte. Auch auf dem Gelände des mittlerweile abgerissenen Schlachthofs an der Karlstraße „haben wir verschiedene Möglichkeiten“, sagte Korpan. Denkbar wären laut dem Bürgermeister außerdem Räumlichkeiten in der Rathauspassage als Seniorentreff zu nutzen. Reis betonte bezüglich des Schlachthof-Geländes, dass hier kein Gebäude errichtet werde, das dann alleinig als Seniorentreff diene. Hier müsse man überlegen, „was packt man noch hinnein an Angeboten“; als Beispiele nannte Reis Kurzzeit- oder Tagespflege-Angebote. Liselotte Schlossbauer protestierte: Sie möchte einen Seniorentreff als „eigene Einrichtung“. Außerdem müsse eine Kurzzeitpflege immer in einem Seniorenheim angesiedelt sein.

Auch das Gebäude an der Bahnhofstraße 30, in dem einst die Metzgerei „Zörner“ beheimatet war, wurde vom Seniorenbeirat als potenzieller Kandidat für die Begegnungsstätte genannt. Doch dieses Gebäude soll laut den Stadtverantwortlichen abgerissen werden.

Geschäftsführer Reis betonte, die im Haushalt eingeplanten Gelder für Planung und Bau des Seniorentreffs würden nicht verfallen. Für 2022 seien 100 000 Euro an Planungskosten vorgesehen. 2023 und 2024 jeweils 350 000 Euro. Diese Summen würden im Haushalt fortgeschrieben. Schlossbauer forderte ein Mitspracherecht des Seniorenbeirats bei einer Standortentscheidung, denn: „Wir haben am meisten Erfahrung.“ Bürgermeister Korpan versprach, die Stadt werde vor einer Standortentscheidung Rücksprache mit dem Gremium halten.

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