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Das Seniorenzentrum der Stadt Penzberg, betrieben vom AWO-Bezirksverband

Seniorenzentrum: AWO kündigt Vertrag

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Penzberg - Der AWO-Bezirksverband hat den Vertrag mit der Stadt Penzberg für das AWO-Seniorenzentrum an der Gartenstraße gekündigt.

Der aktuelle Vertrag läuft damit nur noch bis 31. Dezember 2017. Das teilte der Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt mit. Er begründet seinen Schritt mit einer „ungesicherten Zukunft“ des Seniorenzentrums. Er bezieht sich dabei auf Aussagen von Bürgermeisterin Elke Zehetner, wonach womöglich auch ein anderer Träger den beabsichtigten Seniorenzentrum-Neubau an der Gartenstraße übernehmen könnte.

Das Seniorenzentrum samt Grundstück gehört der Stadt Penzberg. Der AWO-Bezirk ist Träger der Einrichtung. Geregelt ist dies in dem Miet- und Trägerschaftsvertrag, der nun vom Bezirksverband aufgekündigt wurde. Wie berichtet, gibt es Überlegungen im Penzberger Rathaus und im Stadtrat, einen Anbau oder einen Neubau in der Gartenstraße oder an anderer Stelle zu errichten. Beschäftigt hatte sich damit auch der Seniorenbeirat, der ein Gesamtkonzept mit Pflegebereich, betreutes Wohnen, Tages- und Kurzzeitpflege sowie einem geschützten Bereich für verwirrte und demente Bewohner empfiehlt.

Die Rede ist davon, dass dafür auch ein anderer Träger als der AWO-Bezirk in Frage kommen könnte. Offenbar steht die Stadt bereits mit einem anderen Interessenten in Kontakt. Andererseits hat der AWO-Bezirk ebenfalls ein Angebot vorgelegt. Man sei grundsätzlich weiter an dem Haus interessiert, teilte der AWO-Bezirksverband auf Nachfrage mit.

Zu der Kündigung des Miet- und Trägerschaftsvertrags erklärte der AWO-Bezirk Oberbayern, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. In seiner Mitteilung bezieht er sich auf einen Bericht im „Penzberger Merkur“ vom Oktober vergangenen Jahres. Dem sei zu entnehmen, so der AWO-Bezirk, dass die Bürgermeisterin überlege, durch einen Investor beziehungsweise Träger auf dem Areal an der Gartenstraße einen Ersatz-Neubau für das Pflegeheim errichten zu lassen; zudem habe sie ein zusätzliches drittes Seniorenheim ins Gespräch gebracht. „Damit sind die jahrelangen Überlegungen der Stadt, ihr Pflegeheim weiter zu modernisieren und zumindest barrierefreie Bewohnerbäder zu schaffen, vom Tisch“, schreibt der Verband.

„Für alle Beteiligten kommt es nunmehr darauf an, so schnell wie möglich wieder Rechts- und Planungssicherheit herzustellen“, erklärte Andreas Niedermeier, Vorstandsvorsitzender der AWO Oberbayern. Die „ungewisse Zukunft des Hauses“, heißt es weiter, habe auch eine „erhebliche Verunsicherung“ bei Bewohnern, Angehörigen sowie Mitarbeitern ausgelöst. Für den Fall, dass ein Mitbewerber den Zuschlag erhalte, so die AWO weiter, habe man nun vorsorglich den Vertrag fristgerecht zum 31. Dezember 2017 gekündigt.

AWO-Bezirkschef Niedermeier erklärte zudem, dass die AWO der Stadt Penzberg im Juli 2016 ein Angebot vorgelegt habe, und zwar „zur Schaffung von modernen und bedarfsgerechten Angeboten zum Wohnen, Leben und zur Betreuung von alten Menschen mit und ohne Pflegebedarf sowie zum Ausbau der ambulanten Pflege zuhause“. Niedermeier: „Wir begrüßen, dass die Stadt ihre schon im August 2016 angekündigte Entscheidung nunmehr treffen will.“ Vorgelegt hat der AWO-Bezirk ein Kaufangebot (dies geschah auf Bitte der Stadt, ursprünglich war es ein Erbpacht-Angebot) und zudem den Vorschlag, einen Neubau anstelle des bestehenden Seniorenzentrums zu errichten (das denkmalgeschützte Pfründnerhaus wäre nicht tangiert).

Verwundert über die Vertragskündigung zum Ende des neuen Jahres zeigte sich Bürgermeisterin Zehetner. Zugleich bestätigte sie auf Nachfrage, dass es offen sei, wer zukünftig das Seniorenzentrum betreibt. „Das liegt am besten Angebot für die Senioren“, erklärte sie. „Wir brauchen eine breite Vielfalt an Seniorenwohnmöglichkeiten in einem Neubau.“ Neben dem AWO-Bezirk gibt es ihr zufolge einen weiteren Interessenten. Beide, bestätigte Zehetner, hätten ein Kaufangebot auf den Tisch gelegt. Dass die Stadt die Gebäude und das Grundstück verkauft, wäre laut Zehetner eine Option, „wenn ein Mitspracherecht der Stadt bei der Vergabe der Seniorenwohnplätze gesichert ist“.

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