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Beim Seniorenzentrum führt der Weg die AWO  aus Penzberg heraus.

Das sagt die AWO

Seniorenzentrum Penzberg: Verträge gelten ein Jahr weiter

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Für die Mitarbeiter des Penzberger AWO-Seniorenzentrums gibt es eine gute Nachricht: Der Bezirksverband spricht keine Kündigungen aus, wenn er den Betrieb am 30. September 2018 beendet.

Penzberg – In der Münchner Hauptverwaltung des AWO-Bezirksverbands Oberbayern laufen die Vorbereitungen für das Ende des Betriebs im Penzberger Seniorenzentrums an der Gartenstraße. Wie berichtet, haben sich die Stadt und der AWO-Verband darauf verständigt, dass der Sozialverband die städtische Einrichtung noch bis 30. September weiterführt.

Laut AWO sind derzeit 110 Voll- und Teilzeitkräfte in dem Heim beschäftigt. Hat sich der Stadtrat für einen neuen Betreiber entschieden, gebe es für die Mitarbeiter „einen geregelten Betriebsübergang“ nach festen Regeln, erklärte Michael Mauerer-Mollerus, Bereichsleiter für die AWO-Einrichtung, gegenüber unserer Zeitung. „Wir werden aus diesem Grund niemandem kündigen.“ Die Arbeitsverträge aller Beschäftigten hätten nach dem 30. September ein Jahr lang Bestandsschutz. Es werde so sichergestellt, dass der neue Betreiber das Personal zu gleichen Konditionen weiterbeschäftigt. Nach Ablauf des Jahres können die Konditionen mit dem neuen Arbeitgeber verhandelt werden. Die Stadt hatte zudem Ende März erklärt, sie bemühe sich darum, dass der neue Träger die von der AWO gewährte Zusatzrente für die Mitarbeiter übernimmt. Die Stadt will, so teilte sie mit, am liebsten einen tarifgebundenen Träger.

Diese Vorgehensweise scheint die Belegschaft zu beruhigen. „Es ist alles noch in Ordnung“, erklärte Betriebsratsvorsitzende Ursula Blöth auf Nachfrage. Man sei optimistisch, beschrieb sie die Stimmungslage. Der einjährige Bestandsschutz gilt laut Mauerer-Mollerus übrigens auch für die Wohn- und Betreuungsverträge der aktuell 98 Bewohner.

Auf die von Stadtkämmerer Johann Blank angebotene Option, den Betreibervertrag bis 31. Dezember 2018 zu verlängern, hat der AWO-Verband bewusst verzichtet. „Wir haben einen gut laufenden Betrieb“, so Michael Mauerer-Mollerus. Aber je länger bei Mitarbeitern die Unklarheit über die weitere Zukunft dauert, desto größer sei die Gefahr, dass diese vorzeitig das Haus verlassen. Zudem wolle die AWO den eigenen Qualitätsanspruch nicht durch eine Hängepartie gefährden. „Eine engere Zeitschiene ist für alle Beteiligten günstiger“, begründet der Bereichsleiter die Absage an die Verlängerungsoption.

Der Penzberger Stadtrat diskutiert nun am kommenden Dienstag über künftige Varianten für ein neues Seniorenzentrum. Interessenten gibt es laut Bürgermeisterin Elke Zehetner bereits. Mit dem alten Schlachthof-Gelände an der Karlstraße ist für einen Neubau auch ein Alternativstandort auf dem Tisch.

Das Vergabeverfahren ist noch nicht offiziell gestartet. In der AWO-Zentrale geht man aber davon aus, dass eine Übergabe der Einrichtung wohl schon vor dem 30. September erfolgt – weil ein Nachfolger sicher möglichst schnell starten wolle. Auch aus Sorge, er könne sonst begehrtes Fachpersonal und zahlende Bewohner verlieren. Kommt es zum Auszug, wird es laut Mauerer-Mollerus keine Kompletträumung geben. Vielmehr erfolge eine unabhängige Bewertung der Güter im Haus, von Mobiliar bis Handtüchern. Für diese erhalte die AWO „einen entsprechenden Ausgleich“.

Mauerer-Mollerus verhehlt aber nicht, dass das Aus nach 40 Jahren Betrieb in Penzberg unglücklich ist: „Der ganze Vorgang schmerzt uns natürlich.“ Um so wichtiger sei es, dass beide Seiten nach den vorangegangenen Dissonanzen ein gemeinsames Interesse an einem „guten Betriebsübergang“ haben. Der AWO-Mann ist überzeugt: „Wir sind mit der Stadt auf einem kooperativen Weg.“

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