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Der Zuwachs gerät ins Stocken beim Ausbau der Photovoltaik.

Photovoltaik

Solarstrom: Viel Platz auf den Dächern

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Penzberg – Ins Stocken geraten ist seit gut drei Jahren der Ausbau der Photovoltaik in Penzberg. Damals hatte die Bundesregierung die Vergütung zurückgestutzt. Das bremste nicht nur bundesweit den Zuwachs.

Auch in Penzberg sei dies nicht ohne Folgen geblieben, sagt der Penzberger Klimaschutzbeauftragte Patrick Jähnichen. Die Zuwachsraten haben sich stark abgeschwächt. Derzeit dürfte der Anteil an Solarstrom durch Photovoltaik-Anlagen in Penzberg bei um die fünf Prozent liegen. Nun erhofft sich Jähnichen einen neuen Zuwachs: durch ein Kataster, das jedem einzelnen Hauseigentümer in Penzberg zeigt, ob sich auf seinem Dach eine Anlage für Photovoltaik oder Solarthermie rechnet.

Über 200 Kommunen haben in Deutschland bereits ein Solarkataster. Als Vorreiter gilt Kassel, das seinen Solaratlas vor sechs Jahren ins Internet stellte. Nun ist auch Penzberg dabei. Man wolle Bürgern und Gewerbe zeigen, ob ihre Dachflächen geeignet sind, erklärt Patrick Jähnichen. Trotz der Einschnitte in der Vergütung, sagt er, habe Strom aus Photovoltaik weiterhin erhebliche Vorteile. So könnten je nach Stromanbieter immer noch bis zu 28 Cent pro Kilowattstunde eingespart werden, wirbt er. Im Zusammenhang mit einem Batteriesystem sei es sogar möglich, sich großteils unabhängig von der Stromversorgung zu machen. Vorteile habe auch die Solarthermie zur Unterstützung der Heizung und der Warmwasserbereitung, auch wenn dafür keine belastbaren Zahlen vorlägen.

Das neue Penzberger Solarkataster zeigt eine schematische Darstellung des Stadtplans und seiner Gebäude. Ist das Haus zum Beispiel Grün, dann ist das Solarpotenzial für Photovoltaik gut. Tatsächlich sind die weitaus meisten Gebäude der Stadt in Grün gehalten, die wenigsten in Rot für „nicht geeignet“.

Das Solarkataster, so Jähnichen, sei ein kostenloses Angebot – quasi für einen ersten Überblick. „Aber es ist nicht so präzise wie von einem Fachplaner“, sagt er. „Man sollte noch zu einem Profi gehen.“ Die Häuser lassen sich einzeln anklicken. Die Sonneneinstrahlung wird dann etwas detallierter angezeigt. Ein weiterer Klick führt zu einem Wirtschaftlichkeitsrechner für das Haus. „Er zeigt, ob es sich rentiert und wie viel Eigenverbrauch man decken kann“, erklärt der Klimaschutzbeauftragte. Der Eigentümer könne sich auch ausrechnen lassen, wann sich die Investition rentiert.

Im Penzberger Klimaschutzkonzept waren der Solarenergie bedeutende Potenziale zugeschrieben worden. Im Jahr 2011, als dieses Konzept erstellt wurde, wurden laut Jähnichen nur drei Prozent der Flächen genutzt, die für die Strom- oder Wärmeerzeugung per Photovoltaik oder Solarthermie in Frage kommen. Damals, im Jahr 2011, brachten es die Photovoltaik-Anlagen in Penzberg laut seiner Statistik auf eine Leistung von knapp 2000 Kilowatt. Im Jahr darauf stieg sie auf etwas über 3000 Kilowatt. Seither schwächte sich der Zuwachs ab. 2014 betrug die Leistung rund 3750 Kilowatt. Rein rechnerisch würde das laut Jähnichen ausreichen, um 1400 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen – eine hohe Zahl. In der Rechnung stecken jedoch sehr viele Photovoltaik-Anlagen von Gewerbebetrieben. Auf Penzberger Wohnhäusern ist dagegen noch viel Platz.

Solarpotenzialkataster

Das Solarpotenzialkataster für Penzberg ist im Internet zu finden: www.solare-stadt.de/penzberg

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