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Sicherheitswacht in München.

Soll Penzberg eine Sicherheitswacht bekommen?

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In 133 bayerischen Orten gibt es mittlerweile eine Sicherheitswacht. Nun steht die Frage im Raum, ob auch Penzberg eine Sicherheitswacht erhalten soll – der Vorschlag kommt von der Polizei.

Penzberg - In Penzberg gab es schon einmal einen Anlauf. Nach einer Serie von Sachbeschädigungen beschloss der Stadtrat vor sieben Jahren, eine derartige Bürgerstreife einzuführen. Die Polizei fand aber nicht genug Kandidaten. Der neue Vorstoß kommt nun von der Polizei selbst.

Inspektionsleiter Jan Pfeil schlug im Stadtrat vor, sich über eine Sicherheitswacht Gedanken zu machen. Das Ziel sei, das Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung zu erhöhen, warb der Polizeibeamte. Außerdem sollen „verantwortungsbewusste Bürger“ eingebunden werden in diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe und der „Unkultur des Wegschauens“ entgegengewirkt werden. Die Verfolgung von Straftaten bleibe dabei natürlich hoheitliche Aufgabe der Polizei.

Sicherheitswachten sind in Bayern nichts Neues. Die Ersten starteten 1994 in Nürnberg, Ingolstadt und Deggendorf. Mittlerweile gibt es in Bayern 133 Kommunen mit 791 Sicherheitswacht-Ehrenamtlichen (Stand Juni 2017). In sehr viel mehr Gemeinden wurde und wird darüber diskutiert, aktuell auch in Murnau. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) möchte, dass es in drei Jahren doppelt so viele Kommunen mit Sicherheitswacht gibt.

Der Penzberger Polizeichef Pfeil erklärte in der Stadtratssitzung, die Polizei würde die Ausschreibung und die Auswahl des Personals übernehmen und die Einsätze koordinieren. „Das ist ein Aufwand, der sich für die Bürger lohnen wird, da bin ich mir sicher“, sagte er. Laut Pfeil handelt es sich bei der Sicherheitswacht aber weder um eine „Bürgerwehr“ noch um „Hilfspolizisten“. Ihre Aufgaben seien, Präsenz zu zeigen, Kontakt mit den Bürgern zu halten und Ordnungsverstöße anzusprechen. Als Einsatzgebiete in Penzberg kämen laut Pfeil zum Beispiel die Stadtmitte, der Bahnhof, die Berghalde, die Spielplätze, der Bereich rund um das Nonnenwaldstadion oder der Skaterplatz am Jugendzentrum in Frage, ebenso die Bereiche um Schulen, Asylunterkunft und Hallenbad. Denkbar wäre ihm zufolge ihr Einsatz auch bei Märkten, Faschingsmeile oder Public Viewing auf dem Stadtplatz, um die Arbeit der Polizei zu unterstützen.

Mitglieder der Sicherheitswacht sind laut Pfeil zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs und stehen per Funk in Kontakt mit der Polizei. Sie können Straftäter bis zum Eintreffen der Polizei festhalten und Personalien, falls nötig, feststellen. Als Erkennungszeichen habe sie eine blaue Jacke mit Wappen und Schriftzug an. Und sie tragen einen Ausweis bei sich. Kandidaten müssen zwischen 18 und 62 Jahre alt sein, eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung haben, in der Nähe des Einsatzortes wohnen und in der Regel fünf bis 15 Stunden im Monat zur Verfügung stehen.

Im Penzberger Stadtrat wurde in der jüngsten Sitzung noch nicht darüber diskutiert – das soll Ende November geschehen. Pfeil will dann eine Frau mitbringen, die in Schongau zur Sicherheitswacht gehört.

Dorle Niebling-Rößle (BfP) fragte allerdings, ob dahinter eine Tendenz steckt, Polizeipersonal abzubauen. Was Pfeil verneinte. Die Polizei habe ein Personaltief durchlaufen, sagte er, dem werde aber durch Neueinstellungen entgegengewirkt. „Es dauert nur, bis das bei uns ankommt, weil die Neuen erst die Ausbildung durchlaufen müssen.“ Was die Ausstattung betrifft, so Pfeil, werde derzeit sehr viel für die Polizei getan.

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