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Das alte Edeka-Zentrallager in Penzberg.

Nach Planungsstopp  

Soll die Stadt Penzberg das Edeka-Areal kaufen?

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Ungewissheit herrscht, was nach dem Planungsstopp auf dem Edeka-Areal in Penzberg geschieht. In den Stadtratsfraktionen werden erste Stimmen laut, das Gelände zu kaufen.

Penzberg – Eigentlich wollte der Projektentwickler Dr. Herbert Küblböck auf dem Edeka-Areal Fachmärkte für Schuhe, Textilien und Elektronik sowie einen Discounter ansiedeln. Zugleich sollten der Hagebaumarkt und der Edeka-Center die Möglichkeit erhalten, ihre Märkte zu erweitern. Auch ein kleines Gewerbegebiet im hinteren Bereich, angrenzend an die Berghalde, sollte entstehen. Jetzt liegen diese Pläne auf Eis. Wie berichtet, hat der Projektentwickler seine Bauanträge und seinen Antrag zur Änderung des Bebauungsplans vorerst zurückgezogen, weil ihm ein Gutachten engere Fesseln anlegte.

In den Penzberger Stadtratsfraktionen, die diese Woche über die Zukunft des Edeka-Areals entscheiden sollten, herrscht Rätselraten. Laut werden nun Stimmen, dass die Stadt das Gelände von Edeka erwerben sollte, falls der Projektentwickler zurücktritt. „Wir sollten uns Gedanken machen, an Edeka heranzutreten“, sagte Hardi Lenk (SPD) diese Woche im Stadtrat. Die Stadt könnte das Grundstück erwerben und als Gewerbefläche entwickeln. „Es gibt viele, die darauf warten“, sagte Lenk.

Nicht abgeneigt gegenüber diesem Gedankenspiel ist man offenbar in der CSU. „Wir müssen darüber nachdenken, was Penzberg tatsächlich braucht, nicht was andere wollen“, erklärte Fraktionsvorsitzende Christine Geiger. Lenks Vorschlag, das Grundstück zu kaufen, bezeichnete sie als gut. Über einen Kauf wurde laut Wolfgang Sacher auch in seiner BfP-Fraktion schon diskutiert. Die Stadt, sagte er, müsste Edeka fragen, wie es weitergeht und dann selbst Akquise betreiben.

Unsicherheit herrscht darüber, wie sich der Projektentwickler weiter verhält. Ob er ganz abspringt oder seine Anträge nur vorerst zurückgezogen hat. Küblböck selbst hatte in einem Schreiben an die Stadt erklärt, dass er die den geforderten Verzicht auf eine Verlagerung des Schuhfachmarkts Deichmann auf die Schnelle nicht bewerten kann. Dr. Kerstin Engel (Grüne) folgerte daraus, er springe nicht komplett ab. Andererseits sagte Bürgermeisterin Elke Zehetner diese Woche, sie hoffe, dass ein Projektentwickler gefunden werde, damit das Licht nicht ausgeht.

Kerstin Engel hatte in den vergangenen Wochen zu den wortreichen Kritikern der Pläne für das Areal an der Grube gehört. „Wir alle wollen, dass dort etwas entsteht, aber der Planer wollte die Sortimentsliste immer wieder umgehen“, erklärte sie diese Woche. Kritik am Rathaus äußerte in der Sitzung Wolfgang Sacher (BfP): Er beschwerte sich, dass das Bebauungsplan-Verfahren – in ihm wäre die Sortimentsliste wirksam geblieben – jahrelang gedauert hat. Was Stadtbaumeister Justus Klement nicht auf sich sitzen lassen wollte. Dies liege nicht am Bauamt, sagte er. Für die Inhalte des Bebauungsplans, die Gutachten und Abstimmungen mit den Behörden sei der Projektentwickler verantwortlich. Es habe Phasen gegeben, so Klement, in denen dieser das Verfahren aber nicht vorangetrieben habe.

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