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Spatenstich ohne Spaten: (v.l.) Sandra Müller (Assistentin Geschäftsführung Wohnbau), Markus Kleinen, Elke Zehetner, Ludwig Schmuck (3. Bürgermeister), Regina Bartusch, Dr. Johannes Bauer (2. Bürgermeister), Florian Lechner und Alexander Wassermann (Bauleiter Ingenieurbüro Blankenhagen + Cohrs).

120 Pfähle für 23 Wohnungen

Spatenstich für sozialen Wohnungsbau an der Gustavstraße

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Der soziale Wohnungsbau an der Gustavstraße nimmt konkrete Formen an. Die Wohnbau-Gesellschaft feierte  nun Spatenstich. Die Kosten klettern jedoch auf 5,4 Millionen statt 4,9 Millionen Euro.

Penzberg – Die Arbeiten am sozialen Wohnungsbau an der Gustavstraße in Penzberg laufen. Gestern fanden sich Vertreter von Stadt, Wohnbau Weilheim, Architekten und Ingenieurbüro zum offiziellen Spatenstich auf dem städtischen Grundstück ein.

Derzeit werden die 120 Pfähle für die Bodenplatte in das Erdreich gesetzt

Das Projekt hatte sich mehrfach verzögert. Wohnbau-Geschäftsführer Markus Kleinen sprach denn auch von einem „etwas schwierigen Bauvorhaben“. Bereits im November 2014 hatte die Stadt der Gesellschaft das Grundstück zur Nutzung angeboten. Im März 2015 begannen die Vorstudien. 2016 unterzeichneten Stadt und Wohnbau den Erbpachtvertrag, wie ihn die Gesellschaft in der Regel mit ihren Mitgliedskommunen abschließt – sie baut und verwaltet die Gebäude, die Stadt behält aber das Belegungsrecht. Doch dann legte sich der letzte Bewohner des zum Abriss vorgesehenen Altbaus quer und musste rausgeklagt werden. Im März 2017 sollte schließlich Baubeginn sein, aber es gab Probleme mit der Tiefbaufirma, der im Oktober gekündigt wurde. Die neue Firma fing am 2. Januar an.

Die Verzögerungen und vor allem der schlechte Baugrund mit dem Grundwassereinbruch, der 120 Pfähle mit 10 bis 15 Metern Länge für die Bodenplatte nötig macht, sind der Grund für eine „erhebliche Kostensteigerung“, wie Kleinen einräumte: von 4,9 Millionen Euro auf 5,4 Millionen Euro. Laut Kleinen fließen vom Freistaat drei Millionen Euro zinsgünstiges Förderdarlehen und 500 000 Euro Zuschuss. 900 000 Euro kommen aus dem Eigenkapital der Wohnbau plus städtischem Darlehen, eine Million Euro wird bei der Bank besorgt. Der Mietpreis ist bei 9,50 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Allerdings gibt es zwei bis vier Euro pro Quadratmeter staatlichen Zuschuss, sodass am Ende bis zu lediglich 5,50 Euro je Quadratmeter fällig werden.

Im Mai soll der Rohbau stehen und im November das leichtgeneiget Pultdach fertig sein, dann beginnt der Innenausbau. Das L-förmige, dreistöckige Gebäude auf dem 1851 großen Grundstück bietet laut Architekt Florian Lechner 1560 Quadratmeter Wohnfläche – verteilt auf 23 barrierefreie Wohnungen zwischen 40 und 110 Quadratmetern. Außerdem ist eine Tiefgarage mit 33 Stellplätzen vorgesehen. Für Herbst 2019 ist der Bezug geplant, die Vergabe der Wohnungen soll im Frühjahr erfolgen.

Von der Politik gab es viel Lob für das Vorhaben. Bürgermeisterin Elke Zehetner: „Wir reden nicht nur über sozialen Wohnungsbau, wir machen es auch.“ Dritte Landrätin Regina Bartusch („Ein tolles Signal“) hob die Bedeutung der 1949 von Kommunen im Altlandkreis Weilheim ins Leben gerufenen Wohnbau hervor: Die „Linderung der großen Wohnungsnot“ und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sei immer noch ein Thema.

Das letzte Wohnbau-Projekt in Penzberg war 2016 der Bau von acht Wohnungen an der Saalangerstraße.

1050 günstige Wohnungen in Penzberg

Der Bedarf an sozialem Wohnungsbau ist in Penzberg vorhanden: Dies machte Bürgermeisterin Elke Zehetner beim Spatenstich für das Wohnbau-Projekt deutlich. Auf der Warteliste für eine günstige Wohnung standen zum Jahresende 262 Berechtigte. Laut Zehetner vergibt die Stadt jährlich rund 45 Wohnungen an sozial schwache Penzberger. Nach ihren Angaben befinden sich derzeit rund 250 Wohnungen im Besitz der Stadt. Darüber hinaus hat die Kommune Belegungsrechte für mehr als 450 Wohnungen. Zusammen mit den Wohnungen der Wohnungsbaugenossengenossenschaft Penzberg mit ihren rund 350 Einheiten – diese werden von der Genossenschaft vergeben – gibt es in der Stadt laut Zehetner circa 1050 Wohnungen, die an Berechtigte vermietet werden. Und zwar „unter dem in Penzberg ortsüblichen Kaltmietepreis“ – wie hoch dieser ist, ist im Rathaus allerdings nicht bekannt, weil es in Penzberg keinen offiziellen Mietspiegel gibt. 

Neben dem Wohnbau-Projekt steht im Stadtgebiet ein weiteres konkretes Vorhaben an: Die MARO-Genossenschaft ab Frühsommer an der Mathias-Flurl-Straße drei Mehrgenerationenhäuser mit 22 Wohnungen, diese sind teilweise sozial gefördert und damit günstiger als auf dem freien Mietmarkt. Die Stadt selbst stellt laut Zehetner derzeit „konkrete Überlegungen“ an, für Interessenten mit geringem bis mittlerem Einkommen Wohnraum zur Verfügung zu stellen – die Bürgermeisterin nennt das Baugebiet Birkenstraße-West sowie gegebenenfalls den ehemaligen Schlachthof an der Karlstraße. Bewerber für sozial geförderte Wohnungen dürfen laut Stadt nur über ein bereinigtes jährliches Nettoeinkommen von maximal 19 000 Euro (Einzelperson) beziehungsweise bis zu 51 500 Euro (Haushalt mit zwei Erwachsenen und drei Kindern) verfügen.

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