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Den Verdienstorden der Bundesrepublik erhielt Bruno Stawars, neben ihm seine Frau Ursula, von Bundesverkehrsminister Scheuer.

Spaßvögel und Wetter: Hohe Auszeichnungen für Penzbergerin und Iffeldorfer

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Eine Penzbergerin und ein Iffeldorfer haben hohe Auszeichnungen für ihren ehrenamtlichen Einsatz erhalten: Ingrid Keller bekam sie von Ministerpräsident Markus Söder für ihre Arbeit bei den „Spaßvögeln“, Bruno Stawars erhielt sie von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer für seine Klima- und Naturbeobachtungen.

Penzberg/Iffeldorf – Seit vielen Jahren setzen sich die Penzbergerin Ingrid Keller und der Iffeldorfer Bruno Stawars ehrenamtlich ein, auf völlig unterschiedlichen Gebieten. Ingrid Keller leitete 17 Jahre lang die Penzberger Selbsthilfegruppe „Spaßvögel“ für Menschen mit und ohne Behinderung und gehört noch heute dem Leitungsteam an. Sie bekam in München von Ministerpräsident Markus Söder das Ehrenamts-Ehrenzeichen. Bruno Stawars ist seit 40 Jahren Wetterbeobachter, genauer gesagt Phänologe, für den Deutschen Wetterdienst. Er wurde in Berlin von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Das Ehrenamt-Ehrenzeichen erhielt Ingrid Keller aus den Händen von Ministerpräsident Söder.

Etwas Besonderes war die Verleihung des Ehrenzeichens. Früher wurde dies an die Landräte delegiert, diesmal überreichte der Ministerpräsident selbst die Auszeichnung. „Es war eine sehr schöne Veranstaltung, ein sehr feierlicher Rahmen“, erzählt Ingrid Keller über den Festakt in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz in München. Die Penzbergerin hat 17 Jahre lang mit Maria Wolff die vor 32 Jahren gegründete „Spaßvögel“-Gruppe geleitet und bildet heute mit Agnes Eberl das Leitungsteam. Bereits zum 20-jährigen Bestehen der Gruppe hatten alle Gründungsmitglieder, darunter Ingrid Keller, einen Ehrenamtspreis erhalten. Es sei eine Arbeit, bei der „sehr viel zurückkommt“, sagt sie. „Es macht viel Freude.“ Die „Spaßvögel“ zählen momentan 20 bis 25 Männer und Frauen inklusive Betreuerinnen, die gemeinsam Ausflüge unternehmen, Museen besuchen oder auch Fußball spielen. Ans Aufhören denkt Ingrid Keller nicht: „Ich will noch so lange dabei sein, wie es geht.“

Der Iffeldorfer Bruno Stawars erhielt den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in Berlin aus den Händen von Bundesverkehrsminister AndreScheuer, mit zehn weiteren Klima- und Phänologie-Beobachtern aus ganz Deutschland. Diese melden seit 40 Jahren ihre Daten an den Deutschen Wetterdienst, der in den Zuständigkeitsbereich des Bundesverkehrsministeriums fällt. Informationen über Klima, Jahreszeiten und Witterung verdanke man nicht nur Sensoren und Satelliten, erklärte Scheuerer, „sondern auch Hunderten Wettbeobachtern in Deutschland“. Neben den hauptamtlichen Wetterwarten und Wetterstationen gebe es etwa 1800 klimatologische Messstellen, die häufig seit Jahrzehnten von ehrenamtlich engagierten Bürgern betreut würden.

Einer davon ist Bruno Stawars. Der frühere Mittelschullehrer notiert die im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungsstufen in der Natur. Der Fachausdruck lautet Phänologe. Der 74-Jährige dokumentiert zum Beispiel – wenn die Natur im Frühling erwacht – die Haselnuss- und Erlenblüte, dann das Blühen der Apfelbäume, die Fruchtreife und später das Verfärben der Blätter auf den Bäumen. Die Daten leitet er an den Deutschen Wetterdienst weiter. Mindestens 65 Daten müssen es jedes Jahr sein. Dazu gekommen sei er, weil er sich für die Natur interessiere, erzählt Stawars. Er meldete sich damals auf einen Zeitungsbericht hin beim Deutschen Wetterdienst.

Über die Würdigung habe er sich gefreut, sagt Stawars. Er war mit seiner Ehefrau Ursula zur Verleihung nach Berlin gereist. Nur eine Sache fand er ärgerlich. Von den 254 Euro Reisekosten erstattete ihm das Ministerium nur 150 Euro. Auf dem Rest blieb der Iffeldorfer sitzen – ein teurer Orden fürs Ehrenamt.

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