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Jusos verfolgen in der Penzberger Stadthalle auf dem Smartphone das Ergebnis des GroKo-Votums; in der Mitte Pauline Link und Ernest Maximilian.

Reaktionen bei Konferenz in Penzberg

SPD-Konferenz in Penzberg: „Ein bisschen enttäuscht“ vom GroKo-Votum

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Die GroKo kommt. Mit Spannung wurde das Ergebnis des SPD-Mitgliederentscheids am Sonntag in Penzberg erwartet. Dort traf sich die Oberbayern-SPD. Bei Genossen aus Penzberg herrschen gemischte Gefühle.

Penzberg - Sonntag, kurz nach 9.30 Uhr. Die Penzberger Stadthalle ist voller Genossen. Die Oberbayern-SPD hat zur Wahl ihrer Landtagskandidaten eingeladen. Doch in diesem Moment – die Konferenz hat noch nicht begonnen – interessiert nur eines: Wie entscheiden die SPD-Mitglieder? Große Koalition Ja oder Nein? Die meisten blicken im Stadthallen-Saal auf ihre Smartphones, um die SPD-Pressekonferenz in Berlin zu verfolgen.

Darunter sind auch Pauline Link aus Penzberg und Ernest Maximilian aus Iffeldorf, beides Jungsozialisten. Eine Fernsehkamera des Bayerischen Rundfunks ist auf sie gerichtet, während sie das Ergebnis auf dem Smartphone sehen: 66 Prozent für die GroKo. „Leider. Ich bin ein bisschen enttäuscht“, sagt Pauline Link. „Es ist schade, dass wir die Genossen nicht von unseren Argumenten überzeugen konnten“, fügt Ernest Maximilian an. Eine Erneuerung der SPD sei in der Regierung schwieriger, man werde sich aber trotzdem dahinterklemmen, sagen die beiden Jusos. Mit Erneuerung meint Maximilian: mehr Bürgernähe, den Wähler wieder zu erreichen und die Inhalte so darzustellen, „dass wir bei den Wahlen mehr als 18 Prozent bekommen“. Trotzdem: Beide akzeptieren das Ergebnis. „Wir halten in der SPD zusammen“, sagt Link.

In der Penzberger Stadthalle sind an diesem Sonntag eine Reihe von Penzberger Genossen – nicht als Delegierte der Konferenz, sondern um bei der Wahl der Landtagskandidaten die Stimmzettel auszuzählen. Einer davon ist der Penzberger SPD-Chef Bayram Yerli. Das GroKo-Ergebnis, sagt er, habe er „nicht in dieser Deutlichkeit erwartet“. Yerli selbst hat mit Ja gestimmt, „weil ich keine Alternative gesehen habe“. Was ihn freut, ist die hohe Beteiligung am Mitgliederentscheid – fast 80 Prozent. „Das ist eine gute Legitimation“, sagt Yerli. Jetzt müsse die SPD ihre Themen in der Bundesregierung durchsetzen. 

Während Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen und Markus Rinderspacher, Fraktionschef im Landtag, erste Interviews in der Stadthalle geben – beide sind erfreut über das Ergebnis der GroKo-Abstimmung –, betritt der Penzberger Ehrenstadtrat Willi Heidrich den Saal. Seit fast 70 Jahren gehört er der SPD an. Später wird er unter Applaus als Gast der Aufstellungskonferenz begrüßt. Was sagt er zum Votum? „Ich war von Haus aus für die GroKo, weil man nur in der Regierung etwas erreichen kann“, antwortet Heidrich. In Penzberg, sagt er, sei die SPD seit Jahrzehnten an der Regierung. „Und schauen wir uns Penzberg damals und heute an.“

Das würde Markus Kleinen nicht bestreiten. Das Penzberger SPD-Mitglied hat dennoch gegen die GroKo gestimmt, „aus vielen Gründen“. Er habe den Koalitionsvertrag gelesen, ein wesentlicher Grund sei für ihn, dass die Bürgerversicherung nicht drinsteht. Ein anderer ist die Personaldebatte um Martin Schulz und Sigmar Gabriel. Und noch einen dritten Punkt erwähnt er, der mit der CSU zu tun hat: „Einen Heimatminister Seehofer kann ich mir gar nicht vorstellen.“

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