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In den Rohbauzustand zurückversetzt wird die Sporthalle am Josef-Boos-Platz; im Bild (v.l.) Rodja Maier vom Stadtbauamt, zweiter Bürgermeister Johannes Bauer und Hausmeister Heinz Michl beim Ortstermin.

Nach jahrelangen Verhandlungen

Sporthalle am Boos-Platz: Sanierung hat begonnen

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In der Sporthalle am Josef-Boos-Platz in Penzberg, die seit über vier Jahren nicht mehr für den Sport zur Verfügung steht, hat die Sanierung begonnen. Am Ende der ersten Etappe wird nur noch der Rohbau vorhanden sein. Die Wiedereröffnung ist für September 2021 geplant. Es ist aber ein Restrisiko dabei.

Penzberg – Die millionenschwere Sanierung hat nach jahrelanger Wartezeit in der ersten Ferienwoche begonnen. Die 30 Jahre alte Sporthalle wird quasi in ihren Rohbauzustand zurückversetzt. Danach entsteht alles neu. Ein außen sichtbares Zeichen der Arbeiten: Die Wiese hinter der Halle wurde zur Schotterfläche. Sie dient als Abstellplatz für Baufahrzeuge und als Baustellenzufahrt über die Winterstraße.

Die Kosten sind hoch. Anfang 2018 war die Stadt von 5,6 Millionen Euro ausgegangen. Seither stiegen aber der Sanierungsumfang – auch die Vereinsräume und die Außenfassade werden erneuert – sowie die Baupreise. Eine aktuelle Schätzung wollte Vizebürgermeister Johannes Bauer auf Nachfrage nicht abgeben. Nur so viel: Der alte Betrag „wird überschritten“. Andererseits hat die Regierung von Oberbayern, wie berichtet, eine finanzielle Förderung zugesagt.

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In einer ersten Etappe geht es laut Rodja Maier vom Stadtbauamt um Abbruch und Schadstoffsanierung. Bis September werden die Böden in den Garagen, in denen die Sportmaterialien lagerten, sowie die Böden und Wände im Sanitär- und Umkleidebereich abgetragen.

Die Sanierung des Betonbodens folgt ab Herbst 2019. Das Problem: Das Grundwasser steht so hoch, dass es durch dünne Risse in die Halle drückt. Bei heftigem Regen ist der Effekt besonders stark, dann steht das Grundwasser knapp unterhalb der Oberfläche – ein Umstand, der einen Neubau vermutlich teurer als die Sanierung gemacht hätte. „Wir werden den Boden sandstrahlen, um die Risse zu sehen, und sie dann verpressen“, sagt Maier. Danach wird beobachtet, ob Wasser durch noch unentdeckte Risse drückt. Dafür sind mehrere Monate (ursprünglich sollte es ein Jahr sein) vorgesehen.

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Folgen hat die Sanierung auch für die Schützen und Kegler, die ihre Vereinsräume im Untergeschoss haben. Momentan sind die Vereine nicht in der Halle, können aber im September zurückkehren – jedoch nur bis April 2020. Dann startet die zweite Abbruchphase, die vier bis sechs Wochen dauern soll: In dieser Zeit werden laut Maier die Vereinsräume zurückgebaut. Das heißt: Auch Kegel- und Schießanlage müssen raus. Um an die Deckendämmung der Räume zu gelangen, wird außerhalb der Halle gegraben: am Parkplatz und um die Ecke an einem Streifen bis zur Tartanbahn. Zugleich werden in der Zeit die Böden im Treppenhaus und die restliche Dämmung der Hallendecke beseitigt.

Im Frühjahr 2020 wird die Sporthalle quasi ihren Rohbauzustand erreicht haben. Ab Mai 2020 sieht der Zeitplan den Wiederaufbau im Inneren vor. Dazu gehören laut Maier die Verstärkung des Dachtragwerks (die Dacheindeckung selbst bleibt), die komplette Installation von Heizung, Lüftung, Wasserleitungen und Elektrik, neue Fensterfronten und Außenfassade, neue Sanitärräume und Umkleiden, neue Wände und ein neuer Hallenboden.

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Was eine Fertigstellung zum Beginn des Schuljahrs 2021/2022 betrifft, sagt Maier: „Bis jetzt sind wir dabei.“ Kein Nachteil sei dadurch entstanden, dass sich der jüngste Starttermin um vier Monate verzögerte. Die Regierung hatte, wie berichtet, erst im Mai grünes Licht für den Sanierungsbeginn gegeben. Es war der Startschuss, dass das Bauamt erste Arbeiten ausschreiben konnte.

Es besteht laut Maier aber ein Restrisiko, das die Stadt nicht beeinflussen kann. Es betrifft die Ausschreibung der weiteren Arbeiten. Angesichts des Baubooms wisse man nie, ob Angebote eingehen, erklärt er. Bei der Betonsanierung habe es zwei Anläufe gebraucht. Außerdem müsse die Stadt die Aufträge europaweit ausschreiben, ein Prozedere, das manche Firmen abschreckt.

Kann die Sporthalle tatsächlich im September 2021 eröffnet werden, geht eine mehr als sechs Jahre sportlose Zeit vorbei. Die Regierung hatte die Halle von Juni 2015 bis März 2016 zur Asylbewerberunterkunft gemacht. Als sie danach auf Schäden untersucht wurde, traten Mängel zutage, die aus der Bauzeit herrühren. Geklärt werden mussten zudem die Eigentumsverhältnisse. Seit November 2018 gehört die Halle der Stadt. Zuvor war der Landkreis beteiligt.

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