1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Penzberg

Sporthallen-Sanierung in Penzberg: Es dauert noch ein Jahr länger - und es wird teurer

Erstellt:

Von: Wolfgang Schörner

Kommentare

Turnhalle im Rohbauzustand: Bei der Generalsanierung der über 30 Jahre alten Sporthalle haben sich neue Probleme ergeben. Bürgermeister Stefan Korpan und Mitarbeiter der Stadt informierten darüber am Freitag.
Turnhalle im Rohbauzustand: Bei der Generalsanierung der über 30 Jahre alten Sporthalle haben sich neue Probleme ergeben. © Wolfgang Schörner

Die Generalsanierung der Turnhalle am Josef-Boos-Platz wird zur unendlichen Geschichte. Die Wiedereröffnung verzögert sich um ein weiteres Jahr – nun soll es bis Sommer 2022 dauern. Außerdem erhöhen sich die Kosten um 700 000 Euro auf 11,5 Millionen Euro. Das gaben Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) und Stadtbauamt am Freitag vor Ort bekannt.

Penzberg – Bislang war die Stadt Penzberg davon ausgegangen, dass die Sporthalle am Josef-Boos-Platz im September 2021 wieder für Schulen und Vereine zur Verfügung steht. Die Kosten waren durch einen Stadtratsbeschluss auf 10,8 Millionen Euro gedeckelt. Das gilt nun nicht mehr. Bürgermeister Stefan Korpan („eine unangenehme Nachricht“) gab am Freitagnachmittag bei einem Ortstermin bekannt, dass die Fertigstellung nach aktuellem Stand erst im Sommer 2022 sein wird. Auf Nachfrage erklärte er, dass sie zum Schuljahresbeginn 2022 wieder zur Verfügung stünde – also mehr als sieben Jahre nach der Schließung. Die Kosten werden ihm zufolge nach aktueller Schätzung zudem um 700 000 Euro steigen.

Turnhallen-Sanierung: Stadt führt zwei Überraschungen als Gründe an

Als Gründe wurden dafür am Freitag zwei Überraschungen angeführt. Das Hauptproblem hängt demnach mit einer Entwässerungsleitung zusammen, die sich – einbetoniert im Boden – durch die Sanitärbereiche zieht. Entlang der Außenhaut dieses Rohres mit etwa 15 Zentimetern Durchmesser drückt das in der Gegend ohnehin sehr hoch stehende Grundwasser nach oben in die drei Sanitärbereiche. Das Problem war, wie im April berichtet, bereits Anfang des Jahres entdeckt worden.

Turnhallen-Sanierung: Grundwasser drückt in den Sanitärbereich

Laut Projektleiter Rodja Maier vom Stadtbauamt brauchte es Zeit, eine Lösung zu finden. Nicht in Frage kam, den Betonboden aufzureißen. Auch ein Verpressen von Rissen wie in der großen Halle sei nicht möglich. Eine Lösung entwickelte das Stadtbauamt dann selbst, Anfang Juni lag sie vor: Das Grundwasser soll über Rillen in fünf Zentimeter dicken Dämmplatten, die zwischen Bodenplatte und späterem Fußboden verlegt werden, in Revisionsschächten abgeleitet werden. Doch bei der europaweiten Ausschreibung dieser Arbeiten gab laut Maier keine Firma ein Angebot ab. Das heißt: Die Stadt hat bislang niemanden, der die Idee umsetzt.

Turnhallen-Sanierung: Stadt Penzberg findet keine Firmen

Laut Bürgermeister kam es noch zu einer weiteren Überraschung. Bei der europaweiten Ausschreibung seien auch bei anderen Gewerken keine Firmenangebote eingegangen, sagte er. Die Stadt werde diese Arbeiten sowie die für die Grundwasser-Ableitung noch einmal europaweit ausschreiben müssen. In der zweiten Runde darf sie nun das sogenannte Verhandlungsverfahren anwenden, bei dem Firmen direkt angeschrieben werden.

Dies alles führt laut Korpan zu der Verzögerung um ein Jahr und zu der prognostizierten Kostenmehrung um 700 000 Euro. Das Grundwasserproblem ist an der Kostensteigerung nach Schätzung Maiers mit etwa 200 000 Euro beteiligt. Die Hälfte des Betrags ist ihm zufolge der erwarteten Baupreiserhöhung geschuldet. Der Rest der Kostenmehrung entstehe zudem, weil auch noch Lüftungsleitungen neu geführt werden müssen.

Bürgermeister Korpan: Abriss und Neubau wären weit teurer gekommen

Korpan erklärte, dass die Stadtverwaltung „keinerlei Schuld“ treffe. Die Probleme seien im Vorfeld nicht zu erkennen gewesen. Er sprach zugleich die immer wieder auftauchende Frage an, ob Abriss und Neubau günstiger gekommen wären. Dies verneinte er. Bei einer Turnhalle mit Tribüne, Kegelbahn und Schützenstand wäre man bei circa 20 Millionen Euro gelandet, so Korpan, was Maier bestätigte.

Traglufthalle als Übergangslösung für Vereine und Schulen?

Um Schulen und Vereinen ein Übergangsperspektive zu bieten, überlegt die Stadt nun, eine Traglufthalle aufzustellen. Nächste Woche werde man sich Standorte anschauen, sagte Rathaus-Geschäftsleiter Roman Reis. Vor dem Winter wird das Projekt ihm zufolge aber nicht mehr realisiert werden können. Offen ist, ob eine Traglufthalle gekauft oder gemietet würde. Entscheiden müsste darüber außerdem erst der Stadtrat.

Auch interessant

Kommentare