Holzsteg im Moor:  Auch darüber wurde im  Penzberger Stadtrat diskutiert.

Im Breitfilz

Neuer Anlauf für Moor-Lehrpfad

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Die Idee wird in Penzberg immer wieder diskutiert: ein Moor-Lehrpfad, auf dem Fußgänger ein Stück durchs Breitfilz wandern können. Die Stadt will sich nun der Vorschläge für Steg und Turm annehmen.

Penzberg– Es gibt viele Beispiele für Lehrpfade, die durch Moore führen und diese Landschaft erlebbar machen. So gibt es im Murnauer Moos einen Rundwanderweg. Eine kleinere Variante ist der Moorerlebnispfad bei Benediktbeuern. Im Penzberger Breitfilz bot in der Vergangenheit der Biologe Helmut Herrmann immer mal wieder Exkursionen an. 

Altbürgermeister hatte schon Steg im Blick

Im Rahmen eines solchen Besuchs von Realschülern hatte Altbürgermeister Hans Mummert vor einigen Jahren schon von der Möglichkeit eines Stegs gesprochen. Den Gedanken, einen Lehrpfad zu schaffen, griff Bürgermeisterin Elke Zehetner erst vor zwei Jahren wieder auf. Bislang aber ohne Ergebnis.

CSU schlug Turm vor

Neues Leben hauchte vor kurzem die Penzberger CSU der Idee ein. Sie schlug vor, am Rande des Breitfilz einen Moorbeobachtungsturm aus Holz zu errichten, um „die Einzigartigkeit des Moores für die Bevölkerung erlebbar“ zu machen (wir berichteten). Tafeln, hieß es, könnten zugleich über die Entstehung von Mooren, Ökologie, menschliche Nutzung und Renaturierung informieren. Ein Turm, so die CSU weiter, wäre auch naturschonender als ein Bohlenweg.

Lieber abwarten

Im Stadtrat warb Fraktionsvorsitzende Christine Geiger nun für den Vorschlag, wobei sie sowohl einen Bohlenweg als auch einen Aussichtsturm samt Infotafeln nannte. Was den Zeitrahmen betrifft, empfahl sie allerdings, abzuwarten, bis der Bebauungsplan für die Kleingartenanlage Breitfilz vorliegt – was aber noch lange dauern kann, wenn er denn kommt.

Stadträte grundsätzlich angetan

In der Stadtratssitzung herrschte zwar grundsätzlich Wohlwollen, bei konkreten Fragen gingen die Ansichten aber auseinander. Zum Beispiel beim Turm-Standort. Die CSU favorisiert nach einem Gespräch mit dem Bund Naturschutz einen Standort, der über die Kleingartenanlage Breitfilz erreichbar wäre und ein Stück im Moor liegt. Stadtbaumeister Justus Klement brachte dagegen einen Standort auf der anderen Seite des Bahngleises ins Spiel, angrenzend ans Wohngebiet „Westend“. Er verwies dabei auf die städtischen Pläne für den „Bahnbogen“, die einen Geh- und Radweg vom Bahnhof in einem Bogen um das „Westend“ bis zum Schlossbichl vorsehen.

SPD: Nicht im sensiblen Bereich

„Wir sind begeistert, es ist ein sehr schöner Antrag“, sagte Hardi Lenk für die SPD-Fraktion. Einen Turm direkt am Rande des Wohnviertels lehnte er aber ab: „Das würde eher ein Rastplatz, von dem aus man den Nachbarn in die Gärten schaut.“ Er plädierte deshalb für einen Aussichtsturm im Moor und für einen aufgeständerten Erlebnispfad. Er dürfe aber nicht in sensible Bereiche führen.

Grüne haben Bedenken

Als gut bezeichnete Grünen-Fraktionschefin Kerstin Engel die Idee, das Moor insbesondere Schulklassen näherzubringen. Sie warnte aber davor, dass dies Unruhe in die sensible Landschaft bringen könnte „Es leben Tiere dort.“ Ihr Fazit: „Gerne das Moor vom Rand aus kennenlernen, aber nicht hineingehen.“ 

„Brutaler Eingriff“

Grundsätzlich stimmte auch Wolfgang Sacher (BfP) der Idee zu. Allerdings lehnte er es ab, den Vorschlag mit dem Bahnbogen-Projekt zu verknüpfen. Ebenso forderte er eine genaue Prüfung: „Ein Steg ist womöglich ein brutaler Eingriff.“ Vor etwas anderem warnte Jack Eberl (FLP): „Wir sollten die Haftungsrisiken für Turm und Stege vorher abklären“, sagte er mit Blick auf den Ärger um Badestege und Badeinseln

Erst Situation bei Kleingärten klären

Der Stadtrat stimmte am Ende geschlossen dafür, das Projekt mit Beobachtungsturm und Lehrpfad in die Hände von Andreas Wowra zu geben, der bei der Stadt für Klimaschutz und Grünordnung zuständig ist. Die Ausgestaltung sei noch zu ermitteln, hieß es. Zeitliche Vorgaben machte der Stadtrat nicht – nur, dass erst die Situation der Kleingartenanlage Breitfilz zu klären sei.

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