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Soll geschützt werden: Das Ensemble entlang der Bürgermeister-Rummer-Straße.

Bürgermeister-Rummer-Straße

Schutz für städtisches Kleinod

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Die Bürgermeister-Rummer-Straße in Penzberg soll unter Ensembleschutz gestellt werden. Der Stadtrat segnete einen entsprechenden Antrag der Grünen-Fraktion ab. Allerdings fiel die Entscheidung erst nach einer heftigen Debatte und denkbar knapp aus.

Penzberg– Den Antrag auf Ensembleschutz für die Bürgermeister-Rummer-Straße hatten die Grünen bereits am 28. November 2016 gestellt. Das Ansinnen fiel im Stadtbauamt auf fruchtbaren Boden. Wie Stadtbaumeister Justus Klement in der jüngsten Stadtrats-Sitzung erklärte, gibt es zwei Möglichkeiten, den Straßenzug mit seinen prägenden, historischen und einheitlich gestalteten Gebäuden zu sichern: erstens über jenen Ensembleschutz, und zweitens, sollte dieser Schutz verweigert werden, als ortsbilderhaltenden Bebauungsplan samt Erhaltungssatzung. Problem beim Ensembleschutz: Diesen kann nicht die Kommune aussprechen, sondern er wird auf Antrag von der Oberen Denkmalschutzbehörde genehmigt. In den Jahren 2008/2009 gab es bereits diverse Stadtspaziergänge mit den Denkmalschützern. Ergebnis laut Bauamt: Für Heimstätten-Siedlung, Herz-Jesu-Viertel und auch die Bürgermeister-Rummer-Straße wurden keine Denkmal- oder Ensembleschutzeigenschaften gesehen. Nach Rückfrage mit dem Münchener Amt riet Klement jedoch den Stadträten, den Antrag für die Bürgermeister-Rummer-Straße erneut zu stellen.

Doch der Grünen-Wunsch rief nicht bei allen Fraktionen Begeisterung hervor. Wolfgang Sacher (BfP) warnte vor Einschränkungen bei Bauvorhaben. Es gebe erheblichen Renovierungsbedarf. „Wir schneiden uns ins eigene Fleisch“, sagte er mit Blick darauf, dass die meisten Gebäude der Stadt gehören. „Wir verzichten auf einen gewissen Immobilienwert.“

Ludwig Schmuck (CSU) mahnte, man könne nicht alles erhalten. Vor allem nicht im Hinblick auf behindertengerechten Ausbau. André Anderl (CSU) sah „keine rationalen Gründe“ für einen Ensembleschutz. Es gelte abzuwägen zwischen freiwilligem Denkmalschutz und „modernem Leben“ in der Stadt. Zudem habe der Bauausschuss Instrumente, um baulichen Wildwuchs zu verhindern. Adrian Leinweber (SPD) kritisierte erbost eine „Immobilienmentalität“ der BfP und sprach sich für den Erhalt „einer der schönsten Straßen Penzbergs“ aus. Bürgermeisterin Elke Zehetner nannte das Areal „ein stadtbildprägendes Ensemble.“

Am Ende ging der Antrag mit 12:11 Stimmen durch. CSU und BfP stimmten dagegen. Die Verwaltung soll jetzt bei der Obersten Denkmalschutzbehörde den Antrag auf Ensembleschutz stellen.

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