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An die Eingangstür könnte der Gütesiegel-Aufkleber gut hinpassen – die Vertreter der Schulen, der Bücherei und Bürgermeisterin Elke Zehetner.

Penzberger Stadtbücherei erhält Gütesiegel - als „Schatzkiste“ für Schüler

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Die Penzberger Stadtbücherei ist für ihre Partnerschaft mit den örtlichen Schulen ausgezeichnet worden. Sie erhielt von der bayerischen Staatsregierung bei einem Festakt in München ein Gütesiegel. Vom Kontakt profitieren zum Beispiel auch Kinder, die lieber aufs Smartphone schauen oder Schwächen beim Lesen haben.

Penzberg – Seit einigen Jahren pflegt die Penzberger Stadtbücherei einen engen Kontakt zu den zwei Grundschulen und der Förderschule in Penzberg. Regelmäßig besuchen Vorleser der Bücherei die drei Schulen. Die Bücherei stellt ihnen ganze Medienkisten zusammen. Zugleich kommen Klassen zur Bücherrallye in die Rathauspassage. Am vergangenen Dienstag gab es in der Bücherei bereits die 64. Klassenführung in diesem Jahr, die Besuche weiterführender Schulen hinzugerechnet. Um die Partnerschaft noch zu intensivieren, hat die Bücherei vor kurzem Kooperationsverträge mit den zwei Grundschulen und der Förderschule abgeschlossen.

Der angenehme Nebeneffekt: Die Penzberger Stadtbücherei wurde nun in München vom Wissenschaftsministerium und vom Kultusministerium mit dem Gütesiegel „Bibliotheken – Partner der Schulen“ ausgezeichnet. Verliehen wird es für die Unterstützung der Schulen bei Leseförderung und Bibliotheksarbeit. Bibliotheken seien für die Schulen „wichtige Experten“, wenn es darum geht, die Lesekompetenz zu fördern und den richtigen Umgang mit Informationsquellen zu lernen, lobte Staatsministerin Carolina Trautner im Fürstensaal der Bayerischen Staatsbibliothek.

Das kann Sigrid Prommer, Konrektorin der Grundschule an der Birkenstraße, bestätigen. Leseförderung sei ein wichtiger Inhalt der Schule, sagt sie. Man stehe aber „in arger Konkurrenz zu anderen Medien“. Die Frage sei, wie man es schaffe, dass Kinder Bücher in die Hand nehmen. Die Kooperation sei da ein zusätzliches Standbein, so Prommer. Lars Schumann, Rektor der Bürgermeister-Prandl-Grundschule sagt, Lesen sei eine wichtige Voraussetzung für das weitere lernen. „Je eher wir Kinder dazu bringen, desto besser.“ Dass die Kinder begeistert sind, wenn sie einen Ausflug in die Stadtbücherei machen, erzählt Rosemarie Daxlberger, Rektorin der Janusz-Korczak-Förderschule. „Es ist für sie etwas Besonderes.“ Es gebe Kinder, die Zuhause kein Buch haben. Vorleser der Stadtbücherei würden ihnen aber zeigen, dass darin etwas Interessantes stehen kann.

„Wir stellen fest, dass Kinder, die mit einer Klassenführung bei uns waren, später wiederkommen“, sagt Büchereileiterin Katrin Fügener. „Das ist ein Ansporn für uns“, bestätigt ihre Kollegin Sandy Schatz. Jüngere Schüler erfahren bei Führungen, welche Bücher und Medien es gibt. Bei Älteren geht es bis zu Recherchen. „Es ist wichtig, dass junge Leute lernen, wie sie Wissen bekommen und es bewerten müssen.“ Auch für Kinder mit Leseschwäche sorgt die Stadtbücherei. Sie hat eigens ein Regal mit entsprechenden Büchern eingerichtet. Denn, so Fügener: „Zehn bis 15 Prozent der Zehnjährigen können laut einer Studie nicht lesen.“

Sie sei sehr dankbar, dass sich das Team der Bücherei dem Thema „Bildung“ verschrieben hat, sagte Bürgermeisterin Elke Zehetner (“eine Schatzkiste“) diese Woche bei der Präsentation des Gütesiegels. Die Kooperationsverträge mit den Grundschulen und der Förderschule müssen aber nicht die einzigen bleiben. Fügener: „Wir freuen uns natürlich über weitere Kooperationspartner.“

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