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Neuer Wirt startet womöglich Anfang 2019

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Von: Wolfgang Schörner

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Die Stadthalle in Penzberg. © Wolfgang Schörner

Kein glückliches Händchen hatte die Stadt Penzberg zuletzt mit ihren Stadthallen-Wirten. Doch nun haben Rathaus und Stadtrat angeblich einen Bewerber ins Auge gefasst, der Gaststätte und kleinen Saal übernehmen soll. Der große Saal soll aber in der Obhut der Stadt bleiben.

Penzberg – Seit einem halben Jahr ist die Penzberger Stadthalle ohne Wirt. Vier Monate ist es zudem her, dass das Gezerre zwischen der Stadt Penzberg und der eigentlich gekündigten Pächterin Paula Maria Reisek endete. Seither ist das Rathaus offiziell auf der Suche nach einem neuen Wirt. Mittlerweile tut sich etwas in der Nachfolgefrage. Ein Bewerber scheint in die engere Wahl gekommen zu sein. Ob und wann er antritt, ist noch unklar. Bürgermeisterin Elke Zehetner erklärte auf Anfrage, realistisch sei Anfang 2019. Der Kandidat würde allein die Gaststätte und den kleinen Saal bewirten, die Vergabe und Nutzung des großen Stadthallen-Saals verblieben dagegen bei der Stadt. So wurde es jedenfalls mit dem potenziellen neuen Wirt besprochen, erklärte die Bürgermeisterin.

Konkreter wollte sich die Rathaus-Chefin jetzt noch nicht zu dem Bewerber äußern, auch keinen Namen nennen. Das hat einen Grund: Der Interessent befinde sich aktuell in einem nicht gekündigten Arbeitsverhältnis an seinem jetzigen Arbeitsort, erklärte sie. Dieser Ort soll dem Vernehmen nach im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sein.

Zehetner bestätigte, dass sich der Interessent diese Woche im Stadtrat im nicht öffentlichen Teil der Sitzung vorgestellt hat. Er war ihren Worten nach aus einer Vielzahl von Bewerbern übrig geblieben, die sich auf örtliche und überörtliche Inserate gemeldet hätten. „Man ist überrascht, was sich manche Menschen zutrauen“, sagte sie über einige wenig tragfähige Bewerbungen. Wichtig für Stadt und Stadtrat sei zudem gewesen, dass es sich nicht um eine GmbH handelt. „Wir lernen aus Fehlern.“ Die lange Zeit der Entscheidungsfindung erklärte sie damit: „Der Stadtrat hat gesagt, ein Fehlschuss ist genug, der nächste Schuss muss sitzen.“ Laut Zehetner möchte der Stadtrat in einem Gesprächskreis zunächst noch einige Dinge abklären. Bis dato habe es bereits „viele Gespräche“ gegeben, der Bewerber kenne auch alle Zahlen zur Stadthalle. „Es braucht aber noch eine Runde mit Fraktionen und Vereinsvertretern.“

Wie berichtet, hatte die Stadt in der jüngeren Vergangenheit keine glückliche Hand mit Stadthallen-Wirten. Kurz vor der Wiedereröffnung des renovierten Hauses präsentierte sie erst Johann Heinritzi und Benjamin Fröhlich als Wirte-Duo. Als sich Fröhlich plötzlich zurückzog, beendete die Stadt die Pachtverhandlungen und gab Rudolf Schall den Zuschlag. Mit ihm wurde die Stadthalle im Mai 2017 wiedereröffnet. Zu einem überraschenden Wechsel kam es Anfang 2018, als Paula Maria Reisek neue Stadthallen-Chefin wurde, ohne dass der Eigentümer, die Stadt, etwas davon erfuhr. Dies passierte unter dem Radarschirm der Stadt, weil Reisek als Geschäftsführerin Schalls „R&G Dienstleistungs GmbH“ übernahm. Im Rathaus und im Stadtrat war man unter anderem darüber so verärgert, dass beide Seiten nie zusammenfanden. Nach der Kündigung klagte sich Reisek zwar per einstweiliger Verfügung zurück in die Stadthalle, es blieb aber ein Tauziehen bis zu einer Einigung. Die Hängepartie endete am 1. Juni 2018, als Reisek die Stadthallen-Schlüssel aushändigte und die Stadt die Nachfolgesuche begann.

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