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Die Stadthalle in Penzberg.

Stadthalle Penzberg: Kommt jetzt die Räumungsklage?

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Seit Montag, 12 Uhr, ist Paula Maria Reisek wieder Pächterin der Stadthalle in Penzberg. Die Stadt beugt sich damit der einstweiligen Verfügung. Der nächste Akt folgt am heutigen Dienstag. Reisek droht womöglich eine Räumungsklage.

Penzberg - Die einstweilige Verfügung des Landgerichts München II war, wie berichtet, am Donnerstag im Penzberger Rathaus eingegangen. Ein Gerichtsvollzieher überreichte sie gegen 17.45 Uhr. Darin steht, dass die Stadt der vor drei Wochen fristlos gekündigten Pächterin den „ungehinderten Besitz sämtlicher Räumlichkeiten des Anwesens“ ermöglichen müsse. De facto heißt das: Sie ist wieder Pächterin der Stadthalle.

Im Rathaus hatte das vergangene Woche für helle Aufregung gesorgt. Dort ging die Angst um, dass der Starkbieranstich gefährdet ist, dass Bruder Servatius und über 1200 Zuschauer auf der Straße stehen. Denn die einstweilige Verfügung – so bestätigte das Rathaus gestern – galt bereits ab Donnerstag, 15 Uhr. Die Stadt einigte sich jedoch mit Paula Maria Reisek, dass die Verfügung erst Montagmittag umgesetzt wird. Die alten Schlösser wurden am Montagvormittag wieder eingesetzt. Das Zuckerl für Reisek, damit diese in die Verschiebung auf Montag einwilligte: Sie darf am Dienstag in der Stadtratssitzung für sich als Pächterin werben. Sie strebe eine Zusammenarbeit mit der Stadt an, hatte sie bereits am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung erklärt. 

Bürgermeisterin Elke Zehetner teilte am Montag mit, dass Reisek im öffentlichen Teil der Sitzung sprechen wird. Die Stadt hat auch Reiseks Lebensgefährten und Mitgesellschafter Bashir Noori sowie dessen Geschäftspartner Erkan Yildirim eingeladen. Weil diese zu dem Konstrukt gehören, so die Bürgermeisterin. Hinter verschlossenen Türen wird der Stadtrat danach entscheiden, ob er Reisek die Stadthalle bewirten lässt oder ob es bei der Kündigung bleibt.

Alles andere als ein Nein zu Reisek wäre eine faustdicke Überraschung. Bei einem Nein würde die Stadt laut Kämmerer Hans Blank vor dem Landgericht München II eine Räumungsklage veranlassen. Bis das Gericht die Entscheidung fällt, dürften laut Blank („mein Bauchgefühl“) sechs bis zehn Wochen vergehen. Bis dahin müsste die Stadt sich mit Reisek einigen, was mit größeren Veranstaltungen passiert. Alle kleineren Veranstaltungen habe man bereits verlegt.

Bürgermeisterin Zehetner sieht die fristlose Kündigung vom 28. Februar nach wie vor als rechtens an. Sie und Blank verweisen darauf, dass ein Gericht bei einer einstweiligen Verfügung nicht inhaltlich entscheidet. Das geschehe erst später beim Hauptsacheverfahren. Deshalb glaubt die Stadt auch, mit einer Räumungsklage Erfolg zu haben. Wie berichtet, war die Kündigung am 28. Februar mit ausstehenden rund 50.000 Euro Pacht- und Nebenkostenzahlungen begründet worden. Blank widersprach gestern der Aussage Reiseks in unserer Zeitung, sie selbst habe, anders als ihr Vorgänger Rudolf Schall, immer gezahlt. Blank sagte, Reisek habe bis auf einen Monat weder Pacht noch Nebenkosten gezahlt.

Dass die Stadt Druckmittel hat, machte Bürgermeisterin Zehetner am Montag deutlich. Die Stadt könnte große Veranstaltungen auch woanders veranstalten, zum Beispiel auf Gut Hub. Quasi ein Boykott der eigenen Stadthalle. Auch Reiseks Vorgänger Rudolf Schall ist offenbar aus der Sache noch nicht draußen. Laut Blank hatte Schall im Sommer den Pachtvertrag als Geschäftsführer von „R&G“ unterschrieben. Er sei persönlich als Gesamtschuldner bis ins Privatvermögen haftbar, so Blank. Dies lasse sich auch nicht durch einen Verkauf der Gesellschaftsanteile aufheben. Nicht erwähnt wurde eine Spekulation, die die Runde macht: dass Reisek nur pokert, um wegen der ausstehenden Zahlungen eine bessere Position zu haben.

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