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Der Stadthallen-Saal in Penzberg bei einer SPD-Bayern-Konferenz.

Stadthalle Penzberg: Wann ist die Stadt wieder Herr im eigenen Haus?

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Seit fast einem Monat ist die Stadthalle in Penzberg zu. Die Gaststätte ist schon seit sechs Wochen geschlossen. Und es wird noch dauern, bis die Stadt Penzberg wieder Herr im eigenen Haus ist.

Penzberg - Die Türen sind abgesperrt, die Lichter sind ausgeschaltet. Die Stadthalle ist verwaist, ein Gebäude, das die Stadt Penzberg für rund zehn Millionen Euro renovieren ließ und im Mai 2017 wiedereröffnete. Derzeit hat die Stadt nicht einmal selbst Zugang zu ihrer Stadthalle. Die Schlüsselgewalt liegt bei Paula Maria Reisek, der Pächterin, der die Stadt Penzberg zum 1. März 2018 fristlos gekündigt hat und die zwei Wochen später mit einer einstweiligen Verfügung darauf reagierte. Der Stadtrat bestätigte zwar vor drei Wochen die Kündigung. Am Schwebezustand änderte dies jedoch nichts. Die einstweilige Verfügung des Landgerichts München II gilt weiterhin.

Im Penzberger Rathaus ist man derzeit hörbar bemüht, kein Öl ins Feuer zu gießen, während die Verhandlungen mit Paula Maria Reisek laufen. „Wir wollen fair auseinandergehen“, sagt Stadtkämmerer Hans Blank, dessen Rathaus-Abteilung auch für die städtischen Gebäude zuständig ist. Die Verhandlungen würden sich auf „der Schlussgeraden“ befinden. Er hoffe, dem Stadtrat in der Sitzung am 24. April eine Lösung präsentieren zu können, „mit der wir ordentlich auseinandergehen“, erklärt Blank. Also bevor es wegen der einstweiligen Verfügung in wenigen Wochen zum Hauptsacheverfahren vor Gericht kommt. Die Option, Paula Maria Reisek mit einer Räumungsklage aus der Stadthalle zu treiben, möchte der Kämmerer nicht ziehen. „Das wollen wir nicht, weil so etwas schmutzig wird“, sagt er. Außerdem: In so einem Fall könnte der Schwebezustand noch Monate dauern. „Unser Ziel ist, dass Frau Reisek den Schlüssel zurückgibt und wir wieder Hausherr sind.“ Die Stadt will offenbar auch nicht, dass Reisek eigene Veranstaltungen in der Stadthalle organisiert.

Paula Maria Reisek, die die Stadthalle vergangenes Jahr von ihrem Vorgänger Rudolf Schall ohne Wissen der Stadt übernommen hat, vermeidet ebenfalls Schärfe. „Wir verhandeln, wie wir gut auseinandergehen können, ich möchte, dass wir uns friedlich einigen“, sagt sie auf Nachfrage. Derzeit öffnet sie die Stadthalle nur für wenige Veranstaltungen – „alte Buchungen, die vereinbart wurden“, sagt sie. So ist zum Beispiel im April der Netzbetreiber Bayernwerk zu Gast. Oder diese Woche die CSU mit ihrem Stammtisch. „Wir wollen nicht, dass der Disput auf dem Rücken der Vereine ausgetragen wird“, so Paula Maria Reisek. „Die Bürger sollen nicht die Leidtragenden sein.“ Neue Buchungen versuche sie aber nicht anzunehmen, sagt sie. Viele Vereine haben sich, wie berichtet, ohnehin umorientiert. Eine Bewirtung, sagt Paula Maria Reisek, könne sie nicht anbieten, nur einen Getränkeschrank. Auch auf- und abbauen müssten die Veranstalter selbst. „Ich bin ja ohne Personal“, sagt sie.

Bei den Verhandlungen zwischen Stadt und Reisek geht es ums Geld. Reisek sagt dazu, dass dies nicht der einzige Punkt sei, will sich aber nicht weiter äußern. Im Rathaus wird nur bestätigt, dass das Geld Sache der Gespräche sei. Wie berichtet, sind zum einen rund 50.000 Euro Pacht und Nebenkosten aus der Zeit von Rudolf Schall aufgelaufen. Zum anderen hat laut Stadt Reisek selbst bis auf einen Monat weder Pacht noch Nebenkosten gezahlt.

Die Stadt meidet derzeit mit ihren Veranstaltungen die Stadthalle. Die Sportlerehrung fand diese Woche im Rathaus-Sitzungssaal statt. Für die Auftaktveranstaltung des Hotel-Bürgerdialogs zieht sie in die alte Stadtbücherei am Rathausplatz. Kämmerer Blank winkt allerdings ab: Das habe damit nichts zu tun, Sportlerehrung und Hotel-Bürgerdialog seien ohnehin an anderen Orten geplant gewesen. Was er nicht sagt: Der Hotel-Moderator wollte sich vor kurzem die Stadthalle anschauen, ob sie für die Auftaktveranstaltung geeignet ist. Er kam nicht rein, er stand vor verschlossenen Türen.

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