+
„Vorübergehend geschlossen“: So sieht es an der Stadthallen-Wirtschaft aus.

Geschlossene Wirtschaft in Penzberg  

Stadthalle: Vereine hängen in der Luft

Die Schließung der Penzberger Stadthallen-Wirtschaft trifft die Vereine. Ihre Terminplanung wurde über den Haufen geworfen.

Penzberg – Wie geht es weiter mit der Penzberger Stadthalle? So genau weiß das keiner. Der Stadtrat bleibt bei der Kündigung der Wirtin Paula Maria Reisek. Seitens der Stadt werde eine Einigung angestrebt, heißt es. Derweil gilt die einstweilige Verfügung, die Reisek beim Landgericht München II gegen die Kündigung erwirkt hat. Ein neuer Wirt ist derzeit nicht in Sicht. Eine unsichere Situation für die Vereine in der Stadt, die ihre Veranstaltungen in der Stadthalle geplant hatten. Nachrichten, dass Treffen verschoben oder sogar komplett abgesagt werden, erreichten die Heimatzeitung. Viele Vereine müssen umdisponieren.

„Eine unsichere Situation“ bestätigt Claudia Herdrich, Vorsitzende vom Oberlandler Volkstheater Penzberg. Am dritten Märzwochenende hatten sie Glück, dass die einstweilige Verfügung erst nach dem Starkbierwochenende in Kraft trat. Denn seit dem Montag nach dem Derbleckn ist die Stadthalle geschlossen. Im Juni richten die Theaterer den bayerischen Amateurtheaterpreis aus. 300 Leute werden erwartet. Ob die Veranstaltung in der Stadthalle stattfinden wird, kann Herdrich derzeit nicht sagen. „Ich schaue mich nach Alternativen um.“

Ulrich Schreyer, Vorsitzender vom Sozialverband VdK muss sich noch erkundigen, wie die Lage steht. Am kommenden Samstag findet die Hauptversammlung des Vereins mit Neuwahlen statt. Mehrere hundert Mitglieder werden in der Stadthalle erwartet. Die Einladungen sind bereits versendet. „Die Situation mit der Stadthalle hat uns überrascht“, sagt Schreyer.

Absagen an die Mitglieder musste Benedikt Dispan vom Handwerkerverein bereits versenden. Die traditionelle Josefi-Feier des Vereins, die am 25. März hätte stattfinden sollen, – „der Höhepunkt des Vereinsjahres“ – ist abgeblasen. „Den Caterer hatten wir schon beauftragt“, sagt Dispan. Umdisponieren konnte der Verein nicht. „Es war zu kurzfristig“, sagt er. „Wir feiern nächstes Jahr wieder.“ Der Handwerker-Verein wird erst einmal abwarten, wie sich die „Stadthallen-Situation“ entwickelt. Ähnlich sieht es die Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Ute Frohwein-Sendl, die auch SPD-Stadträtin ist. Die Jubilarehrung des Vereins steht im Dezember an. „Bis dahin wird die Stadthalle ja hoffentlich wieder geöffnet sein“, sagt Frohwein-Sendl.

Die Frage ist, ob sich bis dahin ein geeigneter Wirt gefunden hat. Doch was erwarten die Vereine von einem künftigen Stadthallenwirt?

Claudia Herdrich vom Volkstheater braucht nicht lange, bis sie antwortet. „Die Kommunikation miteinander muss passen.“ Benedikt Dispan vom Handwerkerverein stimmt dem zu. Dass die Kommunikation klappt, wünschen sich auch Ulrich Schreyer (VdK) und Ute Frohwein-Sendl (AWO). „Der Dialog mit den Vereinen muss da sein.“ Stimmt das Miteinander, davon ist Frohwein-Sendl überzeug, können beide Seiten davon profitieren. Die Vereine haben einen Platz, an dem sie sich treffen, etwas essen und trinken können. Für den Wirt sei es so auch wirtschaftlich.

Das sieht auch Penzbergs Bürgermeisterin Elke Zehetner so. Und sie geht noch weiter. Die Vereine sind ein „Multiplikator“, sagt sie. Jeder der Mitglieder habe Bekannte, Freunde oder Familie, die auch in die Stadthallekommen. Kunden, die öfters kommen, wenn sie mit Essen und Service zufrieden sind. Ein zukünftiger Wirt müsse „Hand in Hand“ mit den Vereinen arbeiten. Denn diese brauchen einen Treffpunkt „Die Stadthalle ist für die Bürger da“, betont Zehetner. Darum wurden auch rund zehn Millionen Euro in die Hand genommen, um sie zu renovieren. „Die Stadthalle ist sehr schön geworden“, betont Theater-Chefin Claudia Herdrich. Sie und die anderen Vereinsvorsitzenden wünschen sich, dass sie bald wieder geöffnet ist.

Magdalena Kratzer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Commerzbank Weilheim setzt auf Wachstum
3314 Privatkunden hat die Commerzbank in Weilheim und im Umland – 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bank bleibt damit auf dem eingeschlagenen Wachstumskurs, wie ihre …
Commerzbank Weilheim setzt auf Wachstum
Nach der Verfolgung folgten Beleidigungen
Zu einem heftigen Streit zwischen zwei Autofahrern kam es am Mittwoch gegen 11.30 Uhr in der Gartenstraße in Peißenberg. Die Polizei sucht nach Zeugen, die Licht in den …
Nach der Verfolgung folgten Beleidigungen
Blick in die Herzkammer des  Krankenhauses
Von außen schaut das Weilheimer Krankenhaus noch aus wie eine Großbaustelle, doch innen sind die ersten Fortschritte sichtbar. Zum Beispiel die neuen OP-Säle, die für …
Blick in die Herzkammer des  Krankenhauses
Böbing kauft Kindergarten für 600.000 Euro
Die Gemeinde Böbing kauft den Kindergarten St. Hedwig. 600 000 Euro muss sie dafür an den Orden der Hedwig-Schwestern überweisen. Das hat der Gemeinderat auf einer …
Böbing kauft Kindergarten für 600.000 Euro

Kommentare