+
„StadtLesen“: So sah es in Bad Tölz aus. Nächstes Jahr gibt es das in Penzberg.

„StadtLesen“ kommt nach Penzberg

  • schließen

Auf einem Kissen liegen, in einem Buch blättern, mitten in Penzberg unter freiem Himmel - so in etwa funktioniert das „StadtLesen“. Penzberg hat dafür jetzt den Zuschlag erhalten.

Penzberg - 25 Städte wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewählt – und Penzberg ist eine von ihnen, mit München die einzige in Oberbayern. Im nächsten Jahr wird in Penzberg das „StadtLesen“ stattfinden und Lust auf Bücher machen, ganz entspannt auf Sitzkissen unter freiem Himmel. Genauso wie heuer in Bad Tölz.

Seit neun Jahren gibt es die „StadtLesen“-Aktion, eine Erfindung aus Österreich. Seither machte die „Innovationswerkstatt“ aus Salzburg damit Station in 177 Städten. Für nächstes Jahr hatten sich 234 Orte beworben – 25 wurden ausgewählt. In Penzberg wird der Stadtplatz nach den Sommerferien von 20. bis 23. September zu einer offenen Lese-Bühne mit Sitzkissen und Bücherschränken, von Verlagen mit aktuellen Erscheinungen gefüllt. Die viertägige Aktion startet mit einer Lesung – der Autor wird in den nächsten Wochen ausgesucht. Die Stadtbücherei hatte sich darum beworben.

„Wir wollen, dass die Leute schmökern, wir wollen den Genuss des Buchlesens zeigen, ihm eine Bühne bieten“, sagt Sebastian Mettler. Der 61-jährige Österreicher von der „Innovationswerkstatt“ war am Donnerstagabend eigens nach Penzberg gekommen, um die Urkunde an Bürgermeisterin Elke Zehetner und Büchereileiterin Katrin Fügener zu überreichen.

Es sei die „größte Leseförderaktion in Mitteleuropa“, sagt der 61-Jährige. Und es sei eine Gegenwelt zur schnelllebigen Zeit, in der Computer und Handys Zeit und Phantasie stehlen. Ein Buch zu lesen sei eine Therapie, so Mettler. Der Mensch müsse sich dafür Zeit nehmen und er könne dabei seine Phantasie wiederfinden. Und: „Wenn ich ein Buch lese, kann ich keine WhatsApp absetzen.“

Im vergangenen Juli fand das „StadtLesen“ bereits auf der Marktstraße in Bad Tölz statt – mit großem Erfolg. Freude herrschte am Donnerstag bei Bürgermeisterin Elke Zehetner („Ich bin stolz, dass wir auserkoren wurden“) und Büchereileiterin Katrin Fügener („Wir werden sicher ein paar Ideen für das StadtLesen haben“). Dass Penzberg den Zuschlag erhielt, gründet auf zwei Faktoren: Die Stadt bekam zum einen bei der Abstimmung viele Stimmen. Was mehr zählte, war aber eine verdeckte Aktion: Die „Scouts“ der Innovationswerkstatt sahen sich heimlich die Städte an und berichteten, „was dort in Richtung Lesen passiert“, so Mettler. Penzberg muss einen guten Eindruck hinterlassen haben.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Starnberger See: Stand-Up-Paddler stürzt unterkühlt ins Wasser - er hatte Riesenglück
Wäre der Stand-Up-Paddler wenige hundert Meter später ins Wasser gestürzt, hätte er vielleicht nicht überlebt. Doch dem Ort und den Menschen dort verdankt er nun sein …
Starnberger See: Stand-Up-Paddler stürzt unterkühlt ins Wasser - er hatte Riesenglück
Schlagabtausch ums „Gärtnereiquartier“
Das Thema „Gärtnereiquartier“ zieht offenbar die Leute an. Bei der Bürgerversammlung in Sees-haupt am Donnerstagabend war der Saal mit etwa 120 Besuchern gut gefüllt. …
Schlagabtausch ums „Gärtnereiquartier“
Perfekter Gesundheitsservice: Mehr als 20 Ärzte unter einem Dach
Es war am Anfang eine schwere Geburt gewesen, entsprechend zufrieden und erleichtert waren die Beteiligten nun: Am Freitag wurde das neue Weilheimer Ärztehaus an der …
Perfekter Gesundheitsservice: Mehr als 20 Ärzte unter einem Dach
Was für eine Posse: Straßenmarkierung wird erst vergessen, dann fällt das Material vom Lkw
Das ist wirklich nicht zu fassen: Erst wurde die Erneuerung der Straßenmarkierung an der Sonnenstraße in Peißenberg vergessen, dann fiel das Material bei der Anlieferung …
Was für eine Posse: Straßenmarkierung wird erst vergessen, dann fällt das Material vom Lkw

Kommentare