Penzberg

Ein erster Blick ins neue Museum

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Penzberg - Über 100 Bilder von Heinrich Campendonk, Lichtspiele unter dem Dach, eine Silhouette der Mordnacht-Opfer: Das erwartet die Besucher bei der Eröffnung des Stadtmuseums.

Knapp zwei Jahre lang konnten die Penzberger beobachten, wie aus dem alten Stadtmuseum das neue Museum an der Karlstraße wurde – vor allem wie der Zwillingsbau emporwuchs, dessen Außenfassade aus dunklem Klinkerstein besteht. 

Neu eingerichtet ist die alte Bergarbeiterwohnung im Altbau, die einen Eindruck von den Wohnverhältnissen um 1920 vermittelt.

Seinen eigenen Charme hat schon das Foyer: Hoch ragt es auf zwischen Neubau und Altbau, dessen Außenmauer mit den alten Fenstern eine Wand des Foyers bildet. Vom Foyer geht es zum Kernstück des neuen Museums: den Campendonk-Bildern, mit denen die Stadt auch um auswärtige Besucher wirbt. So ist der Neubau-Raum im Erdgeschoss für Ölbilder Campendonks reserviert, etwa dem „Grünen Kruzifix“ mit einem stilisierten Sindelsdorf im Hintergrund, wie Museumsleiterin Gisela Geiger erklärt. Die über 100 Campendonk-Bilder, die bei der Eröffnungsschau zu sehen sind – etwas mehr als die Hälfte davon erstmals in Penzberg –, werden in mehreren Räumen gezeigt. Insgesamt befinden sich über 300 Exponate in Penzberger Hand. Von der Stückzahl der Campendonk-Werke, so Geiger, gebe es weltweit nichts Vergleichbares.

Im Altbau ist auch die Ausstellung zur Mordnacht vom 28. April 1945 neu gestaltet worden. Dort zeigt eine Installation die Silhouetten der 16 Opfer.

Das Museum trägt zwar die Campendonk-Sammlung im Namen. Darauf reduzieren lässt es sich aber nicht. Museums-Mitarbeiterin Diana Oesterle hat mit dem Münchner Büro Müller-Rieger, das auch das Penzberger Bergwerksmuseum und viele Ausstellungen für das NS-Dokumentationszentrum in Nürnberg konzipiert hat, den Raum für die Mordopfer des 28. April 1945 neu gestaltet. Dort stehen die Silhouetten der 16 Opfer aus Stahlrohr, daran befestigt deren Lebensläufe und zu ihren Füßen ein altes Kästchen, in dem ein Strick liegt, an dem eines der Opfer erhängt worden war.

Umgekrempelt wurde auch die alte Bergarbeiterwohnung, die mit seinen Möbeln den Verhältnissen um 1920 näher als bisher kommen soll. Ein Gag: Betritt der Besucher den Raum, ertönt eine Stimme: „Hast Du Dir die Füße gewaschen.“

Und da bleibt noch ein Raum unter dem Dach: Dort empfängt den Besuchern eine Licht-Decke. Es ist ein Raum, den Künstler für Installationen und Aktionen nutzen können. Zur Ausstellungseröffnung erscheinen dort Filmausschnitte, Bilder und Zeitzeugen, die von Penzberg erzählen.

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