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Die Stadthalle in Penzberg

Reaktion auf einstweilige Verfügung zur Stadthalle  

Stadtrat bleibt dabei: Nein zu Reisek

Der Stadtrat hält an der Kündigung der Stadthallen-Wirtin Paula Maria Reisek fest. Er sagte einstimmig Nein zu ihrem Wunsch, einen neuen Pachtvertrag abzuschließen. Reisek hatte am Dienstagabend in der Sitzung für sich als Pächterin geworben. Wie es mit der Stadthalle nun weiter geht, ist unklar. Denn die einstweilige Verfügung gilt nach wie vor.

Penzberg – Der Beschluss war keine Überraschung und er fiel einstimmig. In nicht öffentlicher Sitzung entschied der Stadtrat am Dienstagabend, dass er an der fristlosen Kündigung der Stadthallenpächterin Paula Maria Reisek festhält. Das gab Stadtkämmerer Hans Blank gestern bekannt. „Wie und unter welcher Voraussetzung es nun mit der Stadthalle weitergeht und ab wann diese wieder in den Händen der Stadtverwaltung sein wird, werden die kommenden Gespräche zeigen“, erklärte er. Es werde eine Einigung mit Reisek angestrebt.

Denn noch gilt die einstweilige Verfügung, die Reisek, Geschäftsführerin der „R & G Dienstleistungs GmbH“, vor einer Woche beim Landgericht München II gegen die Kündigung erwirkt hat. Die Stadt hatte Anfang dieser Woche bereits mit einer Räumungsklage gedroht. Ob es dazu kommt, ist offen. Seitens des Rathaus heißt es nun, man setze auf eine „friedliche Trennung, bei der sich alle noch in die Augen schauen können“.

Mit ihrem Beschluss halten die Stadträte nicht nur an der Kündigung fest. Sie sagten auch „Nein“ dazu, einen eigenen neuen Pachtvertrag allein mit Paula Maria Reisek zu schließen. Reisek hatte zuvor im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung um einen neuen Pachtvertrag geworben. Sie war gemeinsam mit ihren Lebensgefährten und Mitgesellschafter Bashir Noori sowie dessen Geschäftspartner Erkan Yildirim erschienen. Ohne Erfolg.

Reisek betonte mehrfach, sie wolle gerne weitermachen

Reisek betonte in der Sitzung mehrfach, dass sie „gerne weitermachen“ und den „Wünschen der Stadt gerecht werden möchte“. Sie habe „viel Herzblut“ in das Projekt gesteckt und wolle das auch weiterhin tun. „Ich möchte das alleine durchziehen“. Ihr Lebensgefährte Bashir Noori und Geschäftspartner Erkan Yildirim würden sich „zurückziehen“. Auch wenn Noori „der Geldgeber“ bleibe.

Das Personal, sagte Reisek, wolle sie aus Penzberg und der Region engagieren. Es sollen jedoch weniger Mitarbeiter sein als bei ihrem Vorgänger Rudolf Schall. „Das war zu viel“, betonte sie. Dies habe „eklatante Kosten verursacht, die nicht tragbar sind für das Unternehmen“. Allein in diesem Monat musste ihre Gesellschaft „21 000 Euro aus der eigenen Tasche“ draufzahlen. Kosten, die „aus großen Teilen aus dem Personaleinsatz resultieren“.

Auf Wunsch der Stadt legte Reisek in der Sitzung Zahlen ihrer Steuerberaterin vor. Für 2018 lagen pro Monat die Einnahmen bei rund 27 700 Euro, die Ausgaben jedoch bei rund 49 000 Euro. Könne sie alles so umsetzen, „wie ich mir das vorstelle“, würden die Einnahmen überwiegen. Für die Pacht- und Nebenkosten in Höhe von zirka 50 000 Euro aus den Zeiten ihres Vorgängers Rudolf Schall („Er hat uns Chaos hinterlassen“) wolle sie zudem komplett aufkommen.

Um wirtschaftlicher arbeiten zu können, schlug Reisek vor, das Restaurant und die Veranstaltungen in der Stadthalle „langfristig zu trennen“. Sie würde einen Wirt oder einen Geschäftsführer „ins Boot“ holen, der das Restaurant übernimmt. Einen, den die Stadt bestimmen könne.

Die Stadtratsmitglieder blieben skeptisch

Ein Vorschlag, der bei einigen Stadtratsmitgliedern Zweifel weckte. „Wie ich das verstehe, haben sie gar nicht das große Interesse an der Wirtschaft, sondern mehr am Saal?“, fragte Michael Kühberger (Freie Fraktion). „Das gebe ich zu“, sagte Reisek. Es sei nicht so, dass sie an dem Restaurant „nicht interessiert“ sei. „Ich will nur ehrlich sein, dass es wahnsinnig viel ist für eine Person.“ Sie sehe das an der Wirtschaft in Gröbenzell, die sie betreibt und für die sie einen Geschäftsführer eingestellt habe. „Ich weiß, was dazugehört, damit das gut läuft.“ Täglich müsse man vor Ort sein – „morgens bis abends.“

Dass es möglich ist, Gastronomie und Veranstaltungen zu trennen, bezweifelten weitere Stadträte. Jack Eberl betonte, die Infrastruktur sei extra so ausgerichtet worden, dass beides von einem Wirt betrieben werde: „Stellen sie einen Caterer ein, der draußen am Parkplatz alles vorbereitet?“ Auch Markus Kleinen (SPD) bezweifelte, dass der Plan aufgeht. Ludwig Schmuck (CSU) fragte, ob die Vereine nicht mehr in die Stadthalle können, wenn diese „das ganze Jahr über ausgebucht sei“. Das Gegenteil sei der Fall, sagte Reisek. Die Termine sollen so koordiniert werden, dass die Vereine den Saal nutzen können. Wenn es dem Stadtrat aber „am Herzen liegt“, dass beides von einer Person geführt werde, „probiere ich das gerne“. Hilfe werde sie jedoch brauchen.

Auf die Stadtratsmitglieder wirkte das nicht überzeugend. Nach der Vorstellung verließen Reisek, Noori und Yildirim den Sitzungssaal wieder. Das klare Nein des Stadtrats folgte erst später am Abend – hinter verschlossenen Türen.

Magdalena Kratzer

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