Die Straße zum Stadion wurde im April 2014 zur Karl-Wald-Straße. Nun wird das Stadion nach Karl Wald benannt.
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Die Straße zum Stadion wurde im April 2014 zur Karl-Wald-Straße. Nun wird das Stadion nach Karl Wald benannt.

Stadtrat sagt ja

Erfinder des Elfmeterschießens: Penzberger Sportstätte wird zum Karl-Wald-Stadion

  • vonWolfgang Schörner
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Das Sportstadion an der Nonnenwaldstraße in Penzberg wird zum Karl-Wald-Stadion. Es trägt damit künftig den Namen jenes Penzbergers, der einst das Elfmeterschießen erfunden hat. Das hat eine Stadtratsmehrheit beschlossen. Die Taufe soll im kommenden Frühjahr stattfinden – womöglich mit einem Fußballfest.

Penzberg – Den Vorschlag, die Sportstätte zum Karl-Wald-Stadion zu machen, hatte das frühere Stadtratsmitglied Nikolaus Lutz im Juni unterbreitet. Er reichte damals einen Antrag im Rathaus ein (wir berichteten). Nun kam es zur Entscheidung: Der Stadtrat stimmte der Taufe mit großer Mehrheit zu. Nur Adrian Leinweber (SPD) war dagegen. Er sagte, dafür sei eigentlich „eine verdiente Penzberger Persönlichkeit vorgesehen“ gewesen, „die vor kurzem Geburtstag gefeiert hat“ – gemeint war Altbürgermeister Kurt Wessner, in dessen Amtszeit der Bau des Stadions gefallen war. Da die Ehrung nur posthum verliehen wird, sei bislang kein Antrag gestellt worden, so Leinweber. Nach Karl Wald, sagte er, sei bereits die Straße zum Stadion benannt. Dass dieser das Elfmeterschießen erfunden habe, sei eine tolle Leistung, „aber noch etwas draufzusetzen, sei zu viel“.

Karl-Wald-Stadion: Stadtrat beschließt Taufe bei einer Gegenstimme

Mit dieser Ansicht blieb Leinweber im Stadtrat allerdings allein. Nur am Namen der Karl-Wald-Straße wird sich etwas ändern. Der Stadtrat beschloss, die Stichstraße zur Sportstätte in „Am Karl-Wald-Stadion“ umzubenennen. Ludwig Schmuck (CSU), der diesen Kompromiss vorgeschlagen hatte, bestätigte, dass das Stadion ursprünglich nach „einer anderen Person“ benannt werden sollte. Karl Wald passe aber gut, so Schmuck. Für den Erfinder des Elfmeterschießens warb auch Christine Geiger (CSU) – als ehemalige Fußballerin, genauer gesagt Rechtsaußen beim SV Ohlstadt, die Karl Wald noch als Schiedsrichter erlebt hatte. „Er war für mich immer eine Persönlichkeit.“ Er habe Penzberg über die Grenzen hinaus bekannt gemacht, so Geiger. Sie erklärte, ebenfalls auf Leinwebers Einwand gemünzt, dass es „bestimmt noch andere Objekte“ gebe, mit denen eine Person gewürdigt werden könne. Zum Beispiel die Grundschule an der Birkenstraße, wie Schmuck am Rande der Sitzung sagte.

Karl-Wald-Stadion: Namenstaufe soll im kommenden Frühjahr sein

„Wir haben uns riesig gefreut“, sagte nach der Sitzung Antragsteller Lutz, der mit den Nachkommen des 2011 verstorbenen Karl Wald in Kontakt steht. Mittlerweile hat Lutz auch mit Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) über die Namenstaufe gesprochen. Man sei sich einig, dass sie erst im kommenden Frühjahr stattfinden soll, in Absprache mit den Fußballvereinen. Es könnte ein Fest organisiert werden, vielleicht mit einem Spiel gegen einen großen Verein, um die Namensgebung zu feiern. „Bislang sind das aber noch lose Gedanken“, so Lutz.

Karl Wald hatte das Elfmeterschießen erfunden - als Alternative zum Münzwurf

Karl Wald hatte 1970 bei einer Versammlung des Bayerischen Fußballverbands durchgesetzt, dass fortan bei einem Unentschieden zum Beispiel in einem Finalspiel der Sieger nicht mehr per Münzwurf, sondern per Elfmeterschießen ermittelt wird. Der neuen Regel folgte erst der DFB, dann die UEFA und zuletzt im Jahr 1976 der Weltfußballverband FIFA. Das erste Elfmeterschießen in einem großen Endspiel war 1976: beim EM-Finale zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Uli Hoeneß jagte damals seinen Elfer in den Himmel von Belgrad – Deutschland verlor.

Karl Wald, ein gebürtiger Hesse, war als junger Mann nach Penzberg gezogen. Seine Leidenschaft gehörte dem Fußball. Im Alter von 20 Jahren wurde er Schiedsrichter. Anfang der Fünfzigerjahre pfiff er im Grünwalder Stadion ein Pokalspiel zwischen dem TSV 1860 und der SpVgg Fürth. Karl Wald war auch Geschäftsführer des FC Penzberg, als dieser 1955 in der zweiten Liga spielte. 2007 erhielt er für seine Verdienste eine Sonderehrung der Stadt. Ihm gewidmet war diesen Sommer zudem die Ausstellung „Rasenglück. Die Erfindung des Elfmeterschießens“ im Penzberger Museum.

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