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Stadtratswahl 2020/Penzberg: CSU stärkste Kraft, SPD halbiert sich - das sagen Gewinner und Verlierer

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Von: Wolfgang Schörner

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Das Ergebnis der Stadtratswahl in Penzberg im Vergleich zu 2014. Bei der Sitzverteilung gab es allerdings im Laufe des Jahres Änderungen.

Die CSU wird im Penzberger Stadtrat stärkste Kraft. Die SPD erlebte bei der Wahl dagegen ein Debakel. Ihre Prozentzahl im Vergleich zu 2014 halbierte sich. Sie hat künftig nur noch vier Sitze. Was zugleich das Ende einer Ära ist: In den vergangenen Jahrzehnten stellte die SPD immer die stärkste Stadtratsfraktion, früher auch mit absoluter Mehrheit.

Update, 27. März: Am 29. März gibt es Stichwahlen in mehreren Kommunen und für den Landrat im Kreis Weilheim-Schongau. Alle Ergebnisse, News und Reaktionen lesen Sie hier live im Ticker.

Penzberg – Die CSU ist mit 25,1 Prozent Sieger der Stadtratswahl. Sie erhält sechs Sitze und stellt die stärkste Fraktion im neuen Stadtrat, der sich im Mai konstituiert, auch wenn es für die CSU im Vergleich zu 2014 vier Prozentpunkte und ein Platz weniger sind. Die SPD erlebte dagegen ein Debakel: Sie halbierte ihr Ergebnis und ist nur noch zweitstärkste Kraft, knapp vor Grünen und „Penzberg miteinander“. Die Fraktionen müssen künftig im Stadtrat mit seiner ausgeglichenen Vielfalt verstärkt Koalitionen schmieden.

Stadtratswahl in Penzberg: CSU spricht von „überragendem Votum“

„Es ist ein überragendes Votum, dass uns die Penzberger Bevölkerung gegeben hat, wofür wir sehr dankbar sind“, sagte CSU-Chef Nick Lisson am Montag. Er erklärte zudem, man werde in den nächsten sechs Jahren „sicher keine Anti-SPD-Politik“ betreiben, alle Fraktionen müssten zusammenarbeiten. Und die FDP – einzige Partei, die den Sprung nicht schaffte – „kann sicher sein, dass sie durch uns im Stadtrat vertreten sein wird“, so Lisson.

Stadtratswahl in Penzberg: SPD-Ergebnis „desaströs“

„Desaströs“ nannte SPD-Fraktionschef Adrian Leinweber das Ergebnis seiner Partei. Man sei geschockt. Als „erschreckend“ bezeichnete er es, dass bei Stadtratsmitgliedern wie Thomas Keller und Markus Kleinen – beide flogen raus – „Engagement und Kompetenz nicht belohnt wurden“. Leinweber erwartet, dass Stadtratsdebatten länger dauern, alle müssten aber „im Sinne Penzbergs zusammenarbeiten“. Schwerer werde es jedoch, weil dem Gremium eine „gewisse Kompetenz“ und Stadtratserfahrung verloren gehe.

Stadtratswahl in Penzberg: „Sensationell“ für „Penzberg miteinander“

Als „sensationell“ wertete Markus Bocksberger das Ergebnis für seine erst vor einem halben Jahr gegründete Wählerliste „Penzberg miteinander“. „Es übertrifft unsere Erwartungen.“ Man sei sogar knapp am fünften Sitz vorbeigeschrammt. Nun könne man mit anderen zusammen ein gewichtiges Wort mitreden. Mit den Grünen könne man etwas bewegen, auch bei der CSU gebe es neue Leute, sagte Bocksberger. Die SPD könne er dagegen – wegen ihrer neuen Rolle als nur noch zweitstärkste Fraktion – nicht einschätzen.

Stadtratswahl in Penzberg: Grüne „absolut zufrieden“

Die Grünen – bundesweit auf einer Erfolgswelle – steigerten als einzige Partei ihr Ergebnis: im Vergleich zu 2014 um ein Prozent und einen Stadtratssitz. „Ich bin absolut zufrieden“, sagte Fraktionschefin Kerstin Engel. Man habe den Generationswechsel – nach dem Abschied von Johannes Bauer und Klaus Adler –„super geschafft“ und eine junge Fraktion. Angesichts zahlreicherer Konkurrenz sei es nicht leicht gewesen. „Penzberg miteinander“ habe zudem thematisch „sehr stark in grünen Gewässern“ gefischt. Im Stadtrat, so Engel, werde „es nicht mehr so leicht, Mehrheiten zu finden“, es sei eine intensive Zusammenarbeit nötig. „Ich bin aber zuversichtlich.“ Dies sei aber auch davon abhängig, ob „die Leitung im Rathaus verbindet oder spaltet“.

Stadtratswahl in Penzberg: BfP und FLP verlieren je einen Sitz

Nur noch drei statt vier Sitze hat die BfP – allerdings mehr Stimmen als 2014, was mit der Wahlbeteiligung zusammenhängt, wie Fraktionschef Armin Jabs vorrechnen. Bei sieben Listen sei es schwer gewesen, vier Sitze zu halten, zumal FLP und FDP „in unserem Revier“ waren. Für den Stadtrat wird die neue Konstellation seiner Ansicht nach „belebend“ sein. Entscheidend sei aber, wer Bürgermeister wird. „Wir haben uns für Stefan Korpan positioniert, weil wir den Wechsel wollen“, sagte Jabs.

Einen Sitz verloren hat auch die FLP. „Sehr schade, aber man muss das akzeptieren“, sagte Fraktionschef André Anderl. Er selbst wurde nicht mehr in den Stadtrat gewählt, stand auf der Liste aber auch nur auf Platz 7. „Ich wollte Jüngeren eine Chance geben“, so Anderl.

Stadtratswahl in Penzberg: FDP schafft Einzug nicht

Allein die FDP schaffte es nicht in den Stadtrat. Fünf bis sechs Prozent habe man erwartet, so Spitzenkandidat Ralf Simon. Natürlich seien die 1,7 Prozent enttäuschend. Er glaubt, dass die Bundespartei und ihr Verhalten in Thüringen geschadet habe.

Hier finden Sie die Kommunalwahl-Ergebnisse aus dem Landkreis Weilheim-Schongau

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