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Die Penzberger Stadtwerke übernehmen das örtliche Stromnetz – und gehen damit den Weg vieler Kommunen.

Stromnetz in Penzberg

Stadtwerke gründen Unternehmen mit Bayernwerk

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Die Penzberger Stadtwerke wollen die Hand auf das Stromnetz halten. Dafür gründen sie ein eigenen Betrieb - mit einem Partner.

Penzberg – Die Penzberger Stadtwerke haben künftig Zugriff auf das örtliche Stromnetz. Penzberg geht damit den Weg vieler Kommunen. Bundesweit holen sich immer mehr Städte und Gemeinden das Stromnetz in die eigene Zuständigkeit. In Penzberg gründen die Stadtwerke zu diesem Zweck ein gemeinsames Unternehmen mit der Bayernwerk AG. „Es ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Stadtwerke“, erklärte dazu Vorstand Josef Vilgertshofer auf Nachfrage. „Es ist eine enorme Bereicherung.“

Der Stromnetzbetrieb sei wirtschaftlich interessant, so Vilgertshofer. Als weitere Vorteile nennt er Mitbestimmung bei der Gestaltung und bei Entscheidungen. „Wenn wir Wünsche und Vorstellungen haben, können wir mitreden“, sagt der Stadtwerke-Chef. Das Netz sei die Basis „für viele weiteren Überlegungen“. Um was es sich für Überlegungen handelt, wollte Vilgertshofer jetzt auf Nachfrage noch nicht sagen.

Ihm zufolge werden kommunale Übernahmen des Stromnetzes in jüngster Zeit des Öfteren praktiziert. In Oberbayern waren die Stromnetze in der Vergangenheit den großen Energieversorgern überlassen worden. Anders in Franken: Dort gibt es viele kleine Stadtwerke mit Strom und Gas.

Die Penzberger Stadtwerke werden dafür mit der Bayernwerk AG eine Stromnetzgesellschaft gründen – ihr Name wird womöglich „Stromversorgung Penzberg“ sein. Die Stadtwerke werden in der Gesellschaft, der künftig das Stromnetz gehört, mit 51 Prozent die Mehrheit der Anteile halten. Die Bayernwerk AG wird das Stromnetz einbringen, weiterhin aber Netzbetreiber bleiben.

Konkret werde der Betrieb weiterhin über die Netzbetreiber-Mannschaft von Bayernwerk in Penzberg laufen. Das Ganze geschieht dann über einen Pachtvertrag. Das Stromnetz selbst befindet sich derzeit noch zu 100 Prozent beim Bayernwerk. Das müssen die Stadtwerke über das gemeinsame Unternehmen abkaufen. Wie hoch der Betrag ist, wollte Vilgertshofer nicht sagen. Nur so viel: „Wir machen das mit 100 Prozent Fremdkapital, nicht mit allgemeinen Steuermitteln“, erklärte er. „Es geschieht vollkommen neutral für Steuerzahler.“ Zins und Tilgung des Kredits würden aus dem neuen Betrieb erwirtschaftet, teilte der Stadtwerke-Chef mit.

Das neue Modell wurde in der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt. Stefanie Bauer vom Beratungsunternehmen BBH aus München hatte die Ergebnisse des Konzessionsverfahrens – der alte Vertrag mit dem Bayernwerk war ausgelaufen – und die mögliche Kooperation erläutert.

Der Stadtrat stimmte dem gemeinsamen Unternehmen mit der Bayernwerk AG geschlossen zu. Nun wird der Vertragsabschluss vorbereitet. Laut Vilgertshofer ist es das Ziel, zum 1. Januar 2018 an den Start zu gehen.

Nichts zu tun hat dies mit dem Unternehmen „17er Oberland Energie“, bei der die Penzberger Stadtwerke zu den Gründern gehören. Bei der „17er“ handelt es sich um ein kommunales Unternehmen, das Strom verkauft. Bei dem aktuellen Vorhaben geht es um das Netz, durch das der Strom fließt.

Einen ähnlichen Weg wie beim Stromnetz könnte Penzberg auch beim Gasnetz einschlagen. Dort war der Konzessionsvertrag im vergangenen Jahr zwar verlängert worden. Allerdings mit der Option, dass die Stadtwerke ab 2023 – voraussichtlich als Mitgesellschafter – das Gasnetz mitübernehmen können. Der Penzberger Stadtwerke-Chef selbst hat damit Erfahrungen. Bevor er im Mai 2016 nach Penzberg kam, war es eine seiner Aufgaben als Leiter der Stadtwerke in Unterschleißheim, das dortige Strom- und Gasnetz in die Zuständigkeit der Kommune zu überführen. 2014 wurde er Chef der Strom- und Gasversorgung in Unterschleißheim.

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