+
Wellenbad in Penzberg.

Stadtwerke verteidigen Hallenbad-Neubau

  • schließen
  • Simon Nutzinger
    Simon Nutzinger
    schließen

Die Stadtwerke haben sich zu ihren Neubauplänen für ein Hallenbad in Penzberg und zu Äußerungen der Abriss-Gegner geäußert. Auch die CSU meldete sich zu Wort – zum Risiko einer Bad-Schließung.

Am Dienstag war einiges zusammengekommen: Stadtwerke-Vorstand Josef Vilgertshofer hatte zu einer Pressekonferenz gebeten, um auf Äußerungen der Abriss-Gegner einzugehen. Zugleich hatte Schwimmvereinschef Wolfgang Kling die Unterschriften für ein Bürgerbegehren überreicht. Und drittens schickte die CSU eine Mitteilung mit Fragen an die Stadtwerke – darin wollte sie unter anderem Auskunft haben, ob tatsächlich Sicherheits- und Gesundheitsrisiken im Wellenbad drohen.

Die CSU bezog sich dabei auf ein Flugblatt der Stadtwerke, in dem diese wegen solcher Risiken vor einer drohenden Schließung warnen. Stadtwerke-Chef Vilgertshofer sagte dazu auf Nachfrage, es bestehe das Risiko, dass zum Beispiel hygienische Befunde oder der Ausfall technischer Anlagen zu einer Schließung führen. Er legte dazu eine „Altersanalyse“ zur Baukonstruktion und zur technischen Ausrüstung vor. „Die meisten Anlagen-Gruppen haben ihre technische Leistungsfähigkeit überschritten“, sagte Vilgertshofer. „Es ist nicht so, dass wir sofort schließen müssten, wir sprechen von einer drohenden Schließung.“ Auch Brandschutz-Risiken gebe es.

In dem Pressegespräch ging Stadtwerke-Leiter Vilgertshofer auch auf die Aussagen der Bürgerbegehren-Initiatoren ein. Auf ein, zwei Jahre betrachtet, sagte er, seien die Honorare für Planer und Ingenieure bei einer kleinen Sanierung des Wellenbads tatsächlich geringer. Diese Ertüchtigung würde ihm zufolge eine Generalsanierung oder einen Neubau aber nur aufschieben, was im Endeffekt höhere Honorarkosten bedeute. Zugleich wiederholte er, dass eine einfache Ertüchtigung des Wellenbads nicht ausreicht, was die Meinung von Baufachleuten sei. Kling vertrete dagegen eine Einzelmeinung, sagte er. „Wenn man langfristig denkt, kommt nur ein Neubau oder eine Generalsanierung in Frage.“

Vilgertshofer räumte aber ein, dass die Gegenüberstellung von 12 Millionen Euro für einen Neubau mit 19,5 Millionen Euro für eine Generalsanierung wie der Vergleich von „Äpfeln mit Birnen“ sei. Beim Betrag der Generalsanierung sind – anders als bei den Neubau-Plänen – ein neues Außenbecken, eine neue Sauna, eine größere Wasserfläche und eine großzügige Gastronomie eingerechnet. Auf Nachfrage sagte er, dass Sauna und Außenbecken darin grob vier Millionen Euro ausmachen.

Der Stadtwerke-Chef ging ebenso auf die Aussagen von Wolfgang Kling ein, dass andere Bäder trotz eines ähnlich hohen Alters wie das Penzberger Wellenbad noch gut in Schuss seien. Das Tölzer Hallenbad wurde ihm zufolge 1998 generalsaniert, der Wellenberg in Oberammergau 1996 und 2010 in zwei Schritten (Kosten: 14 Millionen DM + 6 Millionen Euro). In Lenggries habe man das Bad 1991 generalsaniert. Nächste Arbeiten stünden an. Es sei also „kein Wunder, dass diese alten Bäder noch laufen“, betonte Vilgertshofer. In Weilheim soll das Bad für geschätzte 15 Millionen Euro saniert werden. Als Beispiel für unliebsame Überraschungen bei Sanierungen nannte er das Münchner Cosimabad. Diese seien für eineinhalb Jahre angesetzt gewesen. Doch im Laufe der Sanierung seien immer mehr Mängel aufgetreten. Nach zweieinhalb Jahren ist das Bad nach wie vor geschlossen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Verkehrstraining ist auch für Ältere wichtig
„Mobilität ist ein hohes Gut für alle, besonders für Senioren“, sagte  Hubert Schwaiger, Leiter der Verkehrspolizei-Inspektion Weilheim, zu den  24 Senioren, die in die …
Verkehrstraining ist auch für Ältere wichtig
Es ging nicht nur um „Rach 3“
Jürgen Geiger erntet in der vollbesetzten Stadthalle  Jubel für sein beeindruckendes,  aber etwas isoliertes Spiel. Es ging nicht nur um Rachmaninov.
Es ging nicht nur um „Rach 3“
Mehr als 6000 Ozonsonden stiegen in den Himmel
Für Professor Stefan Emeis ist der Erfolg bei der Sicherung der Ozonschicht „der Beweis, dass es geht, wenn man will“. Dies  erklärte der Weilheimer Klimaforscher zum …
Mehr als 6000 Ozonsonden stiegen in den Himmel
„Liebesfest“ war sehr beliebt
Einen Parkplatz am Sommerkeller in Bernried zu finden, war am Samstag vom frühen Nachmittag bis weit in die Nacht ein schwieriges Unterfangen. Sehr groß war die Resonanz …
„Liebesfest“ war sehr beliebt

Kommentare