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Auftritt vor dem Schloss, rechts Dirigent Günther Pfannkuch.

Penzberg und Langon: In Frankreich spielte die Musik

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Mit Geigen, Blasmusikinstrumenten und Notenblättern reisten Penzberger im Juni nach Frankreich - um mit Musik die Partnerschaft zwischen Penzberg und Langon zu stärken. Und es geht weiter.

Penzberg/Langon - Der Schlosspark des Château Filhot nahe Langon mit seinen uralten, riesigen Bäumen bildete die Kulisse für die deutschen und französischen Musiker und Sänger. Das Wetter war mild, die Sterne waren zu sehen, der Vollmond stieg auf und die Europahymne, Beethovens „Ode an die Freude“, erklang. Die rund 500 Zuhörer, darunter die Schlossherren de Vaucelles und der Bürgermeister von Langon, Jean Amilhat, waren begeistert.

Es war der Höhepunkt einer Frankreich-Reise, zu der sich 74 Musiker und Sänger der Penzberger Musikschule aufgemacht hatten. Die Planung für diese musikalische Reise nach Südwest-Frankreich in die Gironde begann vor einem Jahr. Damals vereinbarten der Penzberger Musikschulleiter Johannes Meyer, Dirigent Günther Pfannkuch sowie der Langoner Dirigent Francoise-Xavier Lacroux, die Städtepartnerschaft zwischen Penzberg und Langon durch gemeinsame Proben und Konzerte zu stärken. Im Juni wurde dies nun in die Tat umgesetzt – bei vier gemeinsamen Konzerten in Bordeaux sowie Sauternes/Langon.

„Alle waren total begeistert und würden sofort wieder hinfahren“, erzählt Musikschulleiter Meyer nach der Rückkehr. Es sei hervorragend organisiert gewesen. Neben den gemeinsamen Proben und Konzerten habe man zudem viel unternommen – zum Beispiel Ausflüge zur Dune du Pilat an der Atlantikküste, der größten Wanderdüne Europas, in das nahe gelegene Städtchen Arcachon oder zu Weingütern in der Gegend von Sauternes, die für ihre edelsüßen Weißweine bekannt ist, sowie zu Schlössern und Burgen.

Zwei Reisebusse mit 74 Reisenden waren im Juni von Penzberg aus gestartet. Alle Teilnehmer gehörten Ensembles der Penzberger Musikschule an: 23 Mitglieder des Jugendstreichorchesters unter Leitung von Pia Janner-Horn, 16 Musiker der Jugendkapelle von Simon Zehentbauer, außerdem Sänger und Sängerinnen des Vocalensembles sowie Streicher aus der Streichersinfonie, die Dirigent Günther Pfannkuch anführte. Nach 18 Stunden Fahrt, so Musikschulleiter Meyer, habe es einen sehr herzlichen Empfang der außerordentlich gastfreundlichen Franzosen aus dem Umkreis der Langoner Musikschule und der Gastfamilien gegeben.

Vor den Konzerten standen erst einmal die gemeinsamen Proben mit rund 20 Langoner Musikschülern sowie den 40 Mitgliedern des „Ensemble de Musiques Anciennes Sud-Gironde“. Die Musikschüler beider Städte studierten unter anderem Filmmusik, „Smoke on the Water“ von Deep Purple und ein Cembalokonzert ein. Chor und Streicher beider Länder nahmen sich Ausschnitte aus Opern von Charpentier, Rameau, Mauret, Gluck und Keiser vor. Alle hätten sich dabei gut kennengelernt, musikalisch wie natürlich auch menschlich, berichten die Penzberger.

Dann stieg die Spannung. In Bordeaux wollten die französischen und deutschen Musiker und Sänger, die Jugendlichen und die Erwachsenen, das Ergebnis der gemeinsamen Probearbeit präsentieren. Zum Konzert sei auch der deutsche Generalkonsul in Bordeaux, Wilfried Krug, anwesend gewesen, der Schirmherr des ganzen musikalischen Unternehmens, so Meyer. Der Lohn war schließlich ein langer, herzlicher Applaus und natürlich eine Zugabe.

Das Finale war der Freiluft-Auftritt im Schlosspark des Château Filhot in der Gemeinde Sauternes nahe Langon. Beim Fest danach überreichten die Penzberger Gäste als Geschenk eine Partitur der „Carmina Burana“ und eine bayerische Kuhglocke. Wofür sich Francois-Xavier Lacroux, wichtigster Ansprechpartner für die Penzberger und Leiter des Orchesters in Langon/Sauternes, mit einem „Es lebe Deutschland, vive la France, vive l’Europe“ bedankte. Der Musik-Austausch, der vom deutsch-französischen Jugendwerk und auch von der Stadt Penzberg unterstützt wurde, soll aber keine Eintagsfliege bleiben. Der Gegenbesuch der Franzosen in Penzberg ist laut Musikschulleiter Meyer für die Zeit nach den Osterferien 2018 geplant.

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