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Diese Grafik stellte das Stadtbauamt vor. Die blauen Punkte zeigen Vorschläge aus dem Jahr 2013, die roten Punkte Vorschläge aus diesem Jahr. Die grünen Flächen kennzeichnen die städtischen Grundstücke, der Rest ist in Privatbesitz.

Punkte-Plan für die Hotel-Suche

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Einen Stadtplan mit allen vorgeschlagenen Standorten für ein neues Hotel in Penzberg liegt vor. Zugleich beschloss der Stadtrat einen Bürgerdialog.

Penzberg - Der Stadtplan, den das Bauamt dem Stadtrat diese Woche vorlegte, zeigt jene 43 Standortvorschläge, die aus dem Jahr 2013 stammen, sowie die 25 Vorschläge aus den vergangenen Wochen. Eine schriftliche Liste gab es in der Sitzung noch nicht. Auffällig sei, sagte Stadtbaumeister Justus Klement, dass diesmal deutlich mehr Vorschläge auf Gut Hub entfielen. Zentrumsnah wurden zum Beispiel das Edeka-Gelände, der Bahnhofsparkplatz sowie die Straße des 28. April 1945 genannt. Rote und blaue Punkte ballen sich zudem an der Ortsausfahrt in Richtung Sindelsdorf. Ein Teil der potenziellen Standorte befindet sich nicht im städtischen Besitz, sondern gehört Privatleuten oder dem Staatsforst. Einige wenige vorgeschlagene Standorte liegen sogar auf Iffeldorfer und Sindelsdorfer Gemeindegebiet.

Der Stadtrat beschloss jene Standorte, die nicht auf Penzberger Flur sind, zu streichen. Dagegen stimmten Jack Eberl, Michael Kühberger (Freie Fraktion), Dr. Kerstin Engel und Klaus Adler (Grüne), die auch diese Standorte berücksichtigt sehen wollten. Einstimmig beschloss der Stadtrat, alle anderen Standorte zunächst danach zu prüfen, ob sie das Anbindegebot nach dem Landesentwicklungsplan erfüllen. Es besagt, dass Neubauten an eine Siedlung angebunden sein müssen. Anschließend soll geklärt werden, welche Grundstücke in Privatbesitz überhaupt verfügbar wären.

Kurz gesprochen wurde in der Sitzung nochmals darüber, ob Penzberg ein weiteres Hotel braucht. Ein Punkt, auf den sich Redner aus allen Fraktionen im Prinzip einigen konnten. Jack Eberl schränkte ein, dass es mehr als vier Sterne haben müsse. Und Johannes Bauer stellte die Bedingung, dass es einen Architektenwettbewerb für einen Hotelneubau geben muss.

Auch um potenzielle Investoren ging es. Eberl stellte in den Raum, dass es bereits einen Investor gebe. Andere Stadtratsmitglieder sagten, sie wüssten von keinem Investor. Bürgermeisterin Elke Zehetner sagte gestern auf Nachfrage, es habe für die Zufahrt zu Gut Hub Interessenten gegeben. Nun sei aber die Standortfrage wieder offen. Sie rechnet damit, dass sich Investoren melden, wenn am Ende ein realistischer Standort ausgewählt und „reif für ein Hotel“ ist. Zuvor soll die Bevölkerung über den ausgewählten Standort in einem Bürgerentscheid abstimme.

Die Penzberger Suche nach einem Hotel-Standort wird zudem von einem Moderatoren-Team begleitet. Der Grundsatzbeschluss für einen Bürgerdialog fiel einstimmig in der öffentlichen Stadtratssitzung. Im nicht öffentlichen Teil beauftragte eine Mehrheit aus SPD (außer Ute Frohwein-Sendl), CSU und Grünen das Unternehmen „Hendricks & Schwartz“: Die Kosten belaufen sich für März bis Oktober auf 119.000 Euro plus 17.255 Euro für die Pflege der Online-Plattformen. Dabei handelt es sich um die „große Lösung“. Das Unternehmen hatte auch ein Angebot für insgesamt knapp 115.000 Euro vorgelegt, dabei hätte aber die Stadtverwaltung Online-Aufgaben übernehmen müssen. Einstimmig fiel der Beschluss, „mindestens 50 Prozent“ der Gesamtkosten – auch der bereits angefallenen 15.000 Euro – einem Investor oder gegebenenfalls jenem privaten Grundeigentümer aufzuerlegen, der seine Fläche für ein Hotel an einen Investor verkauft. Bürgermeisterin Elke Zehetner wollte diese Punkte ursprünglich öffentlich abstimmen lassen. Auf Drängen von Wolfgang Sacher (BfP) – er verwies wegen der Auftragsvergabe auf die Geschäftsordnung – wurden sie aber nicht öffentlich gefällt. Das Ergebnis teilte Zehetner auf Nachfrage mit.

Daniel Schreyer von der Beratungsfirma „Hendricks & Schwartz“ hatte in der Sitzung Vorschläge für den Bürgerdialog vorgestellt. Ihm zufolge wird sich darum ein Team aus „sieben Spezialisten“ kümmern. Der Dialog soll im April mit einer Auftaktveranstaltung beginnen und im Oktober mit einem Bürgerentscheid über den Standort enden – laut Bürgermeisterin Elke Zehetner am Tag der Landtagswahl, um viele Bürger zur Stimmabgabe zu motivieren. Schreyer schlug unter anderem offene Themenabende zu Hotelbedarf, Tourismus, Umwelt- und Verkehrsfragen, zwei Bürgerworkshops zu Bebauungsplan und Hotel-Eckpunkten, Infostammtische zum Austausch zwischen Bürgern und Stadtrat, eine Ausstellung im August und einen Infostand beim Volksfest vor.

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