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Im vergangenen Jahr hatte die Penzberger Feuerwehr ihr 140-Jähriges gefeiert, hier der Festzug - viele Einsätze gab es aber auch.

Standpauke, Angelhaken, Lebensretter: Was Penzbergs Feuerwehr bei Einsätzen erlebte

Umgerechnet etwa jeden zweiten Tag rückte die Feuerwehr Penzberg 2017 zu Einsätzen aus, im Jahr der Jubiläumsfeier. Dabei gab es auch Kurioses. Eigens ausgezeichnet wurde ein Lebensretter.

Penzberg - 160 Mal musste die Penzberger Feuerwehr im vergangenen Jahr ausrücken. In ihrer Mitgliederversammlung  hielten die über hundert Anwesenden im Penzberger Feuerwehrhaus Rückschau auf ein arbeitsreiches und abwechslungsreiches Jahr, in dem viel gefeiert wurde und auch so manch Kurioses passierte. Zum Beispiel der Einsatz im Dezember, als die Wehr ausgelaufenes Öl auf einer Straße entfernen wollte, dazu aber zehn Liter Wasser zu wenig dabei hatte. Christian Abt erinnert in seinem Jahresrückblick an diese Geschichte, in der Mitglieder der Wehr in bester Absicht, den Ölfilm zu beseitigen, Wasser aus dem Garten-Hahn eines verwaisten Grundstücks gezapft hatten. Dass er bis heute noch schockiert ist, über die massive Standpauke, die er sich später vom Hauseigentümer anhören musste, war dem Ersten Kommandanten anzumerken.

Oder der Einsatz im Juni, als eine Frau in der Loisach an einem Angelhaken festhing und sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte. „Da hat ein Ersthelfer die Schnur einfach durchgebissen“, erinnerte Abt.

Ein besonders „dramatischer Einsatz“ war für die Wehr der Brand in einem Penzberger Wohnhaus im Mai. „Da ist richtig Leben gerettet worden“, betonte Abt. Ömer Yerli, Mitglied der Wehr, aber zu diesem Zeitpunkt nur zufällig in der Nähe des Hauses, hatte damals „sein Leben riskiert“, um Bewohner aus dem Gebäude zu holen. Er selbst zog sich eine leichte Rauchvergiftung zu. Für seinen Einsatz wurde Yerli in der Versammlung mit der „Ehrenmedaille für Zivilpersonen vom Feuerwehrlandesverband“ ausgezeichnet.

Insgesamt, so bilanzierte Abt, waren unter den 160 Einsätzen 30 Brände und 95 technische Hilfeleistungen. Besonders die Zahl der Türöffnungen nehme von Jahr zu Jahr zu. Dabei sei das Türöffnen eigentlich Aufgabe des Schlüsseldienstes und nicht der Feuerwehr.

Allein mit ihren Einsätzen waren die aktuell 106 Aktiven der Wehr 4385 Stunden beschäftigt. Dazu kommen noch einmal knapp 500 Stunden für Lehrgänge und Ähnliches. Angesichts dieser Zahlen warf Abt einen besorgten Blick in die Zukunft: Penzberg wachse immer weiter, aber immer mehr aktive Feuerwehrler arbeiten auswärts, sind also für Einsätze unter Tags nicht verfügbar. „Wenn das so weitergeht, werden wir Probleme kriegen“, warnte Abt.

Bürgermeisterin Elke Zehetner erinnerte noch einmal an die vielen Veranstaltungen, die die Wehr anlässlich ihres Jubiläumsjahres 2017 auf die Beine gestellt hatte. Bezüglich des geplanten Blaulichtzentrums bat sie um Geduld, denn: „Es ist wichtig, dass dieser Schritt gut durchdacht ist.“ Viel Geld müsse dafür in die Hand genommen und alle Fördertöpfe angezapft werden. Aber wenn es gelinge, habe Penzberg ein „einzigartiges Blaulichtzentrum“. „So etwas gibt es in Bayern überhaupt nicht.“ Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta betonte die Notwendigkeit dieses Zentrums. „Wir wollen das jetzt durchziehen. Es wird eine tolle Sache.“

Bei den anstehenden Neuwahlen wurde Joachim Kollmuss zum neuen Stellvertretenden Vereinsvorstand gewählt. Klaus Peter stellte sich nach sechs Jahren nicht mehr zur Verfügung. Thomas Müller wurde als Stellvertretender Kommandant wiedergewählt.

Text: Franziska Seliger

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