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Starkbieranstich und Derbleckn in Penzberg
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Starkbieranstich und Derbleckn in Penzberg - das sind die Fotos

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Dreimal war die Stadthalle in Penberg beim Starkbieranstich samt Derbleckn ausverkauft - und die Besucher bekamen großes Kino geboten.

Penzberg - Plötzlich hingen da diese Plakate am Bahnhof. Mit großen Buchstaben „Vetter is better“, was die Bürgermeisterin ausflippen ließ. Mit einem dicken schwarzen Filzstift, angefeuert von hämmernder Musik und vom Stadtkämmerer, stürzte sie sich auf ein Plakat und beschmierte es im wilden Furor. Das Konterfei von Andreas Vetter, dem Konkurrenten um die SPD-Bürgermeisterkandidatur, blieb verunstaltet zurück. „Ha, das hat gut getan, das war schon lange überfällig!“, hechelte die Amtsinhaberin – eine starke Szene von Catrin Bocksberger (als Bürgermeisterin Elke Zehetner) und Stefan Köbler (als Stadtkämmerer Hans Blank) im Singspiel.

Geradezu genüsslich hatten sich am Wochenende Starkbierprediger Rainer Hofmann alias Bruder Servatius und die Schauspieler des Oberlandler Volkstheaters die Irrungen und Wirrungen der Penzberger Stadtpolitik vorgenommen. Sie konnten beim Starkbieranstich unter dem Jubel des Publikums einmal mehr aus dem Vollen schöpfen. Alle drei Vorstellungen in der Stadthalle, so Theater-Vorsitzende und Regisseurin Claudia Herdrich, waren ausverkauft.

Ein unerwarteter Gast drängte sich zudem plötzlich durch die Sitzreihen hinauf zur Bühne an die Seite von Bruder Servatius: der Geretsrieder Starkbierprediger Ludwig Schmid alias Bruder Barnabas. Und beide heckten da oben einen perfiden Plan aus. Penzberg und Geretsried, „Kohlenluckys“ und „Flüchtlingsbarackler“, beides die Zahlmeister ihrer Landkreise, könnten sich selbstständig machen. „Dann macht’s ihr den Grexit und mia den Prexit“, so Bruder Servatius. Und dann schließen sich beide zu „Geretsberg-Penzried“ zusammen, assistierte Bruder Barnabas. Das Kombi-Stadtwappen hatte er schon dabei. Und was passiert dann mit Bürgermeisterin Zehetner, die einst in Geretsried wohnte? Bruder Barnabas: „Wenn’s bei der Wahl schwierig wird, dann nehm ma di zruck – und schickn di weiter nach Wolfratshausen.“

Einmal mehr war die Bürgermeisterin beim Derbleckn das Hauptopfer. „Fragn wir uns ned allzu oft, welche Stadt denn eigentlich zur Elke passen kannt?“, stichelte Bruder Servatius. Starkbierpredigt und Singspiel nahmen sich Zehetners irrtümlich verschickte E-Mail ebenso vor wie das Personalkarussell in Rathaus und Stadtrat. Aber nicht nur sie war ein beliebtes Opfer, sondern auch Ludwig Schmuck (gespielt von Andreas Mummert), dritter Bürgermeister und eifrigster Verteidiger Zehetners („So red’s ma ned über mei kindliche Kaiserin“). Oder die Bauhoftruppe („Mia glangt’s, so ein Stress“), die FLP („Anti-Aggressions-Fuzzy von RTL2 für lächerliche 20 000 Euro“) und die Helikopter-Mütter in Penzberg („Statt Siedler von Catan spielen wir gern am Abend mal eine Runde Penzopoly“). Und großes Kino waren einmal mehr die Lieder – am Ende trotz allem mit dem gesungenen Fazit: „Penzberg wird blühn.“

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