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Olympiasieger Paul Bunk (M.) mit seinen Teamkameraden in Irans Hauptstadt Teheran. 

Internationaler Schülerwettbewerb  

Starke Leistung: Penzberger holt Bio-Gold in Teheran

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Der 17-jährige Penzberger Paul Bunk hat bei der Biologie-Olympiade eine Goldmedaille gewonnen – nach Silber im vergangenen Jahr. Besonders spannend: Sie fand in Teheran statt.

Penzberg – Mit Biologie lernt man die Welt kennen. Im vergangenen Jahr hatte sich der Penzberger Paul Bunk für die Biologie-Olympiade im englischen Coventry qualifiziert, wo er prompt Silber holte. Dort traf er auf Jugendliche aus 67 anderen Nationen, zum Beispiel auf junge Chinesen, US-Amerikaner, Südkoreaner und Russen. Schon damals war sein Ziel, auch heuer beim Finale der Nachwuchsbiologen dabei zu sein. Und der 17-Jährige, der dieses Jahr sein Abitur mit 1,0 am Penzberger Gymnasium gemacht hatte, schaffte den Sprung nach Teheran.

Lauter nette Leute

Eine Woche dauerte der Aufenthalt im Iran. Weil zwei Tage den Prüfungen vorbehalten war, blieb viel Zeit, sich Teheran anzuschauen, darunter zwei Paläste und ein Museum. Sehr interessant sei der Besuch in einem Basar gewesen. „Es ist ein bisschen so, wie man es sich vorstellt: unglaublich viele Leute, unglaublich viele Läden in jeder Gasse, in denen es überall irgendetwas anderes verkauft gibt“, erzählt er. „Ich bin immer noch überrascht, dass wir nicht verloren gegangen sind.“ Die Gefahr bestand allerdings nicht. Eine iranische Studentin führte seine Gruppe quasi als Fremdenführerin durch den Basar. „Die Leute waren unglaublich nett“, sagt Paul Bunk. Es habe keine Probleme gegeben, sich mit den Iranern zu verständigen. Viele sprachen Englisch. Freilich, schränkt er ein, habe er weniger mit den Leuten auf der Straße zu tun gehabt, sondern mit den iranischen Begleitern, die alles Studenten waren. Aber er hat auch gespürt: „Als Europäer ist man irgendwie beliebt, alle waren einem gegenüber sehr offen.“

Die internationalen Begegnungen beschränkten sich nicht nur auf die Iraner. Insgesamt waren diesmal Jugendliche aus 71 Nationen nach Teheran gekommen. „Es war total interessant, weil man andere Leute kennenlernen konnte“, sagt Paul Bunk. Ein paar bekannte Gesichter seien sogar aus dem Vorjahr dabei gewesen. Zwar handelt es sich um einen Wettbewerb, der Konkurrenzgedanke war allerdings nicht übermäßig groß. Wenn eine Gruppe aus der Prüfung kam, so der Penzberger, habe man ihr applaudiert und sich abgeklatscht. „Man hat sich gemeinsam gefreut.“

„Man muss auch Glück haben“

Paul Bunk hatte sich über vier Auswahlrunden, an denen über 1500 deutsche Schülerinnen und Schüler teilnahmen, für die 29. internationale Biologie-Olympiade qualifiziert. Aus Deutschland waren auch Kieran Didi aus Nordrhein-Westfalen und Bruno Ederer aus Thüringen dabei, die am Ende mit Silber ausgezeichnet wurden. Dass Paul Bunk unter den besten zehn Prozent des Wettbewerbs landete und dafür Gold erhielt, damit hat er nicht gerechnet. Obwohl er als Silbermedaillen-Gewinner anreiste. „Man muss auch Glück haben“, sagt er.

Allerdings kamen ihm die Fragestellungen eher entgegen. „Es war im europäischen Stil: Es wurde weniger reines Wissen abgefragt, es ging mehr um Verständnis.“ Hart waren die Prüfungen trotzdem. Sie ballten sich an zwei Tagen. Erst vier Praxisklausuren mit jeweils eineinhalb Stunden. Paul Bunk und die anderen Prüflinge mussten sich dafür in Biochemie und Molekularbiologie, in Pflanzenbiologie und Tierphysiologie auskennen. Ein vierter Bereich betraf Ökologie, Verhalten und Evolution. Am Tag darauf folgten zwei theoretische Klausuren, die jeweils über drei Stunden gingen und „alles aus der Biologie umfassten“, so Paul Bunk. „Wenn man da raus kommt, ist man ganz schön fertig. Alle waren froh, als sie es geschafft hatten“, erzählt er.

Studienbeginn in London naht

Welche Pläne hat der junge Penzberger nun nach dem Abitur und seinem letzten Wettbewerb der weltweit besten Biologie-Schüler? „Ich habe vor, nach London zu gehen“, antwortet der 17-Jährige. Er will heuer sein Studium am „University College London“ beginnen, mit fast 55 000 Mitarbeitern und Studenten einer der größten Hochschulen in Großbritannien.

Die Bestätigung hat er gerade erhalten. Sein Fach liegt nahe: Biomedizin, eine Mischung aus Medizin und Biologie, in der es hauptsächlich um molekulare und zellbiologische Forschung geht.

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