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Aus einer Idee soll ein eigenes Unternehmen werden: (v.l.) Jasmin Kraus, Maximilian Eberl, Dominik Hirschberg und Jaqueline Schaupp.

Wurzeln in Penzberg: Mit „Tozy“ auf den Modemarkt

Mäntel, bei denen sich Einzelteile austauschen lassen – je nach modischem Trend. Damit wollen vier Studenten, darunter zwei frühere Abiturienten aus Penzberg, auf den Markt. Die Idee für ihr Unternehmen namens „Tozy“ entstand nach einem Unfall in Penzberg. Was noch fehlt, ist Geld.

Penzberg - „Tozy“ heißt das Unternehmen – ein Wortspiel aus „Trenchcoat“ und „Cozy“, was auf Deutsch „bequem“ bedeutet. Ein bequemer Trenchcoat also. Das Start-up-Unternehmen, an dem zwei Penzberger beteiligt sind, geht nun in die entscheidende Phase. Die jungen Leute versuchen über „Crowdfunding“ im Internet, Geld zusammenzubekommen, um aus der Idee eines individualisierbaren Mantels ein richtiges Unternehmen zu machen. Das heißt: Sie sammeln Geld von Leuten, die an ihre Idee glauben.

Gegründet wurde das Start-up von vier Freunden: Jasmin Kraus (23), Dominik Hirschberg (21), Jaqueline Schaupp (22) und Maximilian Eberl (28). Jasmin Kraus und Dominik Hirschberg haben 2014 gemeinsam in Penzberg Abitur gemacht. Im Studium an der Technischen Universität München lernten sie Jaqueline Schaupp und Maximilian Eberl kennen. Vor einem Jahr kam ihnen die Idee zu „Tozy“.

„Jasmin hatte einen Rollerunfall in Penzberg. Dabei hatte sie sich zum Glück nicht verletzt. Allerdings wurde bei dem Sturz ein Ärmel ihrer neuen, weißen, italienischen Lederjacke beschädigt“, erzählt Dominik Hirschberg. Als Jasmin Kraus im Freundeskreis davon berichtete, entstand die Idee, „dass es Kleidungsstücke geben sollte, bei denen Teile einfach austauschbar sind“. Nicht nur, wenn ein Ärmel kaputt geht, sondern auch, um sich schnell aufs Wetter, den Anlass oder auf modische Trends einzustellen. Der Zusatzvorteil: Es spart auch Platz im Kleiderschrank. „Am besten sollten Kragen, Kapuze, Ärmel, Knöpfe, Taschenklappen, Riegel an Schultern und Ärmel, das Innenfutter, die Kapuze und der Gürtel austauschbar sein. Und dann sollte es auch noch gut aussehen“, sagt Dominik Hirschberg.

Gesagt, getan. Die Freunde holten sich Rat bei einer Schneiderin und einer Schnittdirektrice. Zugang zu einer professionellen Nähmaschine erhielt die Gruppe über einen Maschinenpark der TU München, den bestimmte Studenten, die ein Unternehmen gründen wollen, nutzen dürfen. Hier fertigten die Vier den Prototyp. Sie experimentierten mit Verschlusssystemen wie Klebestreifen, Klett, Magneten, Reißverschlüssen und Knöpfen. Anschließend stellten die Jungunternehmer einen Prototyp auf die Probe: Die Studenten holten sich Verbesserungsvorschläge von potenziellen Kunden – und diese fanden sie in der Münchner Fußgängerzone vor den großen Modekaufhäusern. Danach arbeiten sie die Vorschläge ein und testeten sie wieder.

„So ging das fünf Runden lang“, sagt Dominik Hirschberg. Man habe dabei Erkenntnisse gewonnen, welche Komponenten austauschbar sein sollten, welches Preisgefüge sinnvoll ist und was den Kunden am Schnitt gefällt. „Über diesen Weg haben wir einen Mantel produziert, der sich sehen lassen kann“, sagt er. Die Stoffe werden ihm zufolge wegen der Qualität ausschließlich in Europa produziert. Der Mantel, der größtenteils handgefertigt wird, bestehe zu hundert Prozent aus Naturstoffen und werde durch ein spezielles „Oil-Finishing“ veredelt. Das bedeute, dass der Stoff hautfreundlich, knitterfrei und wasserabweisend ist. „Das hat bislang noch fast keiner auf dem Markt“, so Hirschberg stolz. „Es war ein tolles Gefühl, den ersten fertigen Mantel in den Händen zu halten.“

Damit geht es jetzt für die Vier in die entscheidende Phase: Um mit dem Mantel auf den Markt zu kommen, ist Geld nötig – und das soll über Vorbestellungen hereinkommen. „Reward based crowdfunding“ nennt sich das und geschieht über die Internet-Seite „www.tozy.biz“. Sollte es Vorbestellungen im Wert von 20.000 Euro geben, dann gilt das Unternehmen als gegründet. Die Produktion könnte starten, um die Kunden zu beliefern. Sollte die Grenze nicht überschritten werden, wird die Aktion abgeblasen; jeder erhalte sein investiertes Geld zurück, erklären die Start-up-Gründer. Noch knapp drei Wochen läuft das „Crowdfunding“.

„Wir sind sehr gespannt, ob es uns gelingt, Tozy auf den Markt zu bringen und einen neuen Trend zu setzen“, sagt Hirschberg. „Das T im Namen steht nämlich nicht nur für Trenchcoat, sondern auch für Trend. Wir wären dann sozusagen Trenchsetter.“

Text: Clemens Meikis

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