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Die Pläne liegen vor: (v.l.) Jürgen Salzhuber, Karl Sorge, Hans Kopp und Max von Heckel stellten diese vor.

Streit um Seniorenzentrum in Penzberg: AWO München könnte am Montag starten

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Entscheidet am Freitag das Gericht gegen die Novita-Stiftung, könnte die AWO München-Stadt schon am Montag den Betrieb des Penzberger Seniorenzentrums an der Gartenstraße übernehmen. Die stellte der Wohlfahrtsverband am Dienstag klar. Auch der Umbau des Altenheims könnte umgehend starten. Die Pläne liegen vor.

Penzberg – Der Streit um das Penzberger Seniorenzentrum an der Gartenstraße landet am Freitag vor dem Landgericht München II. Um 9 Uhr verhandelt das Gericht, ob die Novita-Stiftung zum Montag, 1. Oktober, den Betrieb des Alten- und Pflegeheims aufnehmen darf. Konkret geht es um eine einstweilige Verfügung, welche die Novita erwirkt hat, um genau dies tun zu können. Dagegen hat die Thomas-Wimmer-Stiftung (TWS), die das Objekt von der Stadt erworben hat, Widerspruch eingelegt. Novita-Chef Christoph Hofmann beruft sich auf seine Betriebsvereinbarung mit der AWO Oberbayern, die das Heim bis 30. September betreibt und für die Stadt einen Nachfolger suchen sollte. Die TWS hatte Hofmann einen Vier-Jahres-Vertrag angeboten, dann sollte die AWO München-Stadt Betreiber werden. Dies lehnte die Novita ab.

Nun stellt die Thomas-Wimmer-Stiftung klar: Gewinnt sie vor Gericht, wird die Münchner AWO am Montag das Heim übernehmen. Dies bestätigte AWO-Geschäftsführer Hans Kopp am Dienstag. Ursprünglich stand sein Verband erst ab 1. Januar 2019 Gewehr bei Fuß, so hatte es noch im August geheißen. Für Montag gebe es „ein sofortiges Übernahmeangebot“ an alle Mitarbeiter und zu den bisherigen Konditionen, sagte Kopp. Auch die Bewohner würden ihre vertraglichen Rechte behalten. Derzeit sind es 109 Mitarbeiter und 83 Bewohner. Verliert dagegen die TWS, wird laut stellvertretendem Vorsitzenden Max von Heckel der „normale Klageweg“ beschritten. Das bedeutet: Die Thomas-Wimmer-Stiftung geht juristisch gegen eine Übernahme durch die Novita vor.

Ungeachtet dessen liegen bei der TWS Pläne für einen Umbau auf dem Tisch. Verantwortlich dafür zeichnet der Münchner Architekt Karl Sorge, der nach eigener Aussage seit 20 Jahren mit der dortigen AWO zusammenarbeitet. Geplant ist eine Sanierung der Wohneinheiten im 1978 errichteten Gebäude während des laufenden Betriebs. Der Umbau könne sofort beginnen und Schritt für Schritt erfolgen, sagt TWS-Vorsitzender Jürgen Salzhuber, der auch der Münchner AWO vorsteht. Um die 2020 auslaufende Betriebsgenehmigung verlängert zu bekommen, muss der Besitzer das Heim umbauen. Betroffen wären etwa 60 Zimmer. 116 Plätze gibt es derzeit, angestrebt sind laut TWS rund 100 Plätze. Per Bescheid vom Februar 2017 verlangt das Landratsamt 75 Prozent Einzel- und 25 Prozent Doppelzimmer. Um die Lärmbelästigung möglichst gering zu halten, werden laut Architekt fertige Sanitärzellen in die Wohnungen eingebaut, die Baustellen werden mit Staubschutzwänden abgetrennt, und die Arbeiter erhalten Zugang über außen angebrachte Gerüste. Karl Sorge rechnet mit einem Jahr Umbauzeit, für je zwei Wohneinheiten setzt er bis zu vier Wochen an.

Frühestens zum Frühjahr 2019 könnte der Bauantrag für das zweite Vorhaben eingereicht werden: Die TWS will einen zweigeschossigen Neubau auf dem südwestlichen Grundstück, neben dem Pfründnerheim, errichten. Dort sollen zwei Pflegestationen mit je 15 Zimmern und einem Gemeinschaftsraum unterkommen. Auf ein Keller wird verzichtet. Die TWS hat sich verpflichtet, die Pläne mit Stadt und Heimaufsicht abzustimmen. Das denkmalgeschützte Pfründnerheim erhält im ersten Stock Personalwohnungen. Auf Nachfrage legt die Stiftung erstmals Zahlen vor: Rund drei Millionen Euro würden laut Salzhuber in den Neubau investiert, der Umbau komme auf etwa 45 000 Euro pro Zimmer. Die TWS finanziert das Projekt selbst.

Derzeit herrscht schlechte Stimmung bei den Mitarbeitern, ist von Salzhuber zu hören. Es würden sich Mitarbeiter woanders bewerben.

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