Ein Wohnmobil steht auf einem Parkplatz
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„Nur innerhalb der gekennzeichneten Flächen“: Ein Schild weist den Wohnmobilen auf Gut Hub ihre Parkflächen zu. Nach Beschwerden, etwa zur Parksituation, soll der Platz nun aber ab Mitte Oktober geschlossen werden.

Einige forderten sofortige Schließung

Suche nach einem besseren Standort für Wohnmobile in Penzberg

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Der Wohnmobil-Parkplatz beim Badesee auf Gut Hub in Penzberg sorgte in den vergangenen Wochen mehrfach für Ärger. In der jüngsten Stadtratssitzung beantragten einige Penzberger deshalb die sofortige Schließung der Anlage. Die Stadt macht sich nun auf die Suche nach einem geeigneteren Standort.

Penzberg – Chemietoiletten, die ins Gebüsch entleert wurden, urin-verschmutzte Umkleidekabinen oder wild entsorgter Müll: Die hygienischen Zustände an dem bei vielen Penzbergern beliebten Badesee sind für Bärbel Bierling, Helga Spitzhüttl-Schäfer, Alfred Lovasi und Hubert Helfenbein unerträglich. Die Schuldigen sind für sie die Camper, die mit ihren großen Fahrzeugen in den vergangenen Wochen auch immer wieder die regulären Parkplätze der Pkws blockiert hatten. Die Verfehlungen wurden auch auf Bildern festgehalten. In einem Antrag forderten die vier Bürger die Stadträte dazu auf, den Wohnmobilstellplatz sofort zu schließen und zurückzubauen.

„Gut gemeint, aber anfangs schlecht durchdacht“ nannte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) in der Sitzung das Projekt, das noch unter seiner Amtsvorgängerin Elke Zehetner (SPD) realisiert worden war: Auf gekennzeichneten Flächen des öffentlichen Parkplatzes dürfen bis zu acht Wohnmobile derzeit am Kirnberger Weiher kostenlos parken – eigentlich zum Übernachten. Doch in der Realität blieben die Camper oftmals mehrere Tage, wie Badegäste kritisierten. Die Stadt hatte deshalb bereits die Beschilderung dahingehend modifiziert, dass nur noch auf den für Wohnmobile ausgewiesenen Parkplätzen geparkt werden darf. Die Verweildauer wurde auf 48 Stunden beschränkt. Doch das Hygieneproblem war damit für die Antragsteller nicht aus der Welt.

Für ein radikales Schließen der Anlage konnte sich im Stadtrat in der Dienstagssitzung jedoch keiner erwärmen. Regina Bartusch (SPD), als Frühschwimmerin nahezu täglicher Gast am See, führte aus, dass sich die hygienische Situation in den vergangenen drei Wochen deutlich verbessert habe, seit die Toiletten der so genannten „Fischerhütte“ rund um die Uhr geöffnet seien und auch regelmäßig gereinigt würden. Sie habe sich mit Campern unterhalten, die ihr signalisiert hätten, auch gerne Gebühren für die Stellplätze bezahlen zu wollen.

Christian Abt (CSU), selbst Wohnmobilfahrer, wollte keine Generalverurteilung aller Wohnmobilisten. Der herumliegende Müll könne auch von Badegästen stammen. Außerdem merkte Abt an, dass sich Urlaub im Wohnmobil immer mehr zum „Trend“ entwickle, der der Stadt auch Geld bringe. Sein Vorschlag: Eine Entsorgungsstation errichtet, wo die Gäste des Übernachtungsplatzes ihre Chemie-Toiletten fachgerecht entsorgen können. Langfristig plädierte Abt jedoch für eine Verlegung des Wohnmobilstellplatzes. Ebenso Wolfgang Sacher (BfP), denn: „Es werden immer mehr.“ Die Plätze am See würden vielleicht schon nächstes Jahr sowieso nicht mehr ausreichen. Ein Wohnmobilstellplatz müsse zudem über Wasser- und Kanalanschluss verfügen. Dass die vorhandene Infrastruktur am derzeitigen Standort auf Gut Hub nicht ausreicht, befand auch Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann. Während Sacher die Berghalde als möglichen Alternativplatz anregte, brachte Holzmann eine Fläche am neuen Penzberger Hallenbad ins Gespräch. Hier wäre seiner Ansicht nach auch Platz für mehr Stellplatze als derzeit am See.

Einstimmig votierte der Stadtrat schließlich dafür, den Wohnmobilstellplatz auf Gut Hub bis zum Ende der Badesaison zu belassen. Bis dahin sollen die Toiletten geöffnet bleiben und gereinigt werden. Als Stichtag für die Schließung wurde der 15. Oktober festgelegt. Dann soll der Platz geschlossen werden. Als Zeichen der Schließung schlug Bürgermeister Korpan eine Schranke oder eine Höhenbegrenzung vor. Für die Zukunft wird die Stadt Alternativstandorte prüfen, auf denen ein neuer Stellplatz für Camper „durchdacht“ – so Korpan – angelegt werden soll.

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