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Penzberger Einzelhandel fordert „eine Vision“ für die Innenstadt

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Von: Franziska Seliger

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Flächenplan auf dem ein Grundstück rot eingekreist ist.
Nahe der Autobahn an der B 472 zwischen Sindelsdorf und Habach soll das Sindelsdorfer Gewerbegebiet „Hochleiten I“ (im Bild links rot umrandet) entstehen. Ein Supermarkt sowie ein Discounter können sich aber voraussichtlich nicht ansiedeln. Das so genannte Anbindegebot lässt das laut Regierung von Oberbayern nicht zu. © Klement, Justus

Nach dem voraussichtlichen Aus für die geplanten Supermärkte im geplanten neuen Gewerbegebiet von Sindelsdorf herrscht bei den Gewerbetreibenden in Penzberg zwar Erleichterung. Die Forderung nach einem Zukunftskonzept für die Innenstadt wird aber lauter.

Penzberg/Sindelsdorf –„Hochleiten I“ hätte es heißen sollen: Das geplante Gewerbegebiet an der B 472, auf dem ein Investor, die CDP GmbH, auf rund 14 000 Quadratmetern unter anderem einen Supermarkt samt Getränkemarkt und Bäckerei, einen Discounter und einen Drogeriemarkt ansiedeln wollte.

Doch wie der Sindelsdorfer Bürgermeister Andreas Obermaier in der Bürgerversammlung Ende Mai bekannt gab, hatte die Regierung von Oberbayern gegen diese Pläne Einwände erhoben. Wegen des so genannten Anbindegebots könnte auf dem Areal, das abseits der Ortsbebauung an der Autobahnausfahrt Sindelsdorf liegt, kein Einzelhandel angesiedelt werden, so Obermaier.

Penzberger Einzelhandel ist erleichtert

In Penzberg hatte man diese Pläne sowieso mit Sorge beobachtet. Nun seien die Einzelhändler in der Stadt erleichtert, sagt Monika Uhl. „Wir sind froh, dass die Regierung so entschieden hat“, betont die Vorsitzende des Penzberger Gewerbevereins „Pro Innenstadt“ auf Nachfrage. Bürgermeister Stefan Korpan erstaunt das Nein der Regierung nicht. „Uns hätte es gewundert, wenn es anders gekommen wäre“, sagt er unter Verweis auf die geltenden Vorgaben zur Ansiedelung für Gewerbe- und Einzelhandelsbetrieben.

Im Januar hatte der Penzberger Bauausschuss die Befürchtung geäußert, die Häufung an Einzelhandelsbetrieben auf Sindelsdorfer Flur könnte „negative Auswirkungen“ auf die bestehende Handelsstruktur in Penzberg haben und sich zu einem „Konkurrenzstandort“ entwickeln. Die Stadtverwaltung hatte sich vor allem Sorgen um die beiden Drogeriemärkte an der Hauptkreuzung gemacht, die als Kundenmagnet in der Innenstadt fungieren.

Hätten die Supermärkte an der B 472 gebaut werden dürfen, dann hätten das die Einzelhändler in Penzberg „massiv gespürt“, ist Korpan nach wie vor überzeugt.

Das Nein der Regierung verschaffe Penzberg nun Zeit, um sich Gedanken über die Zukunft seiner Innenstadt zu machen, so „Pro-Innenstadt“-Vorsitzende Uhl. Aber diese Zeit müsse man nun auch dringend nutzen, um ein Gesamtkonzept zu erarbeiten. „Was wir jetzt brauchen, ist eine Strategie. Die muss dringend her“, fordert Uhl. „Wir brauchen eine Vision.“ Die Stadt Bad Tölz oder auch der Markt Murnau hätten schon längst eine solche Strategie für ihre Ortskerne entwickelt. Um hier gleichzuziehen und ein Zukunftskonzept für die Innenstadt von Penzberg zu entwickeln, sei nun der Stadtrat gefordert. „Er wird sich auch daran messen lassen müssen“, ist sich Uhl sicher.

Die Penzberger Innenstadt ist im größten Wandel seit der Schließung des Bergwerks.

Monika Uhl von „Pro-Innenstadt“

Aber auch die Gewerbetreibenden und überhaupt alle Bürger müssten mit einbezogen werden und sich Gedanken machen, denn: „Die Penzberger Innenstadt ist im größten Wandel seit der Schließung des Bergwerks.“ Nicht nur deshalb, weil der Online-Handel die Existenz vieler Geschäfte bedroht. Sondern auch, weil aktuell für zahlreiche kommunale Gebäude Abriss-Überlegungen bestehen; beispielsweise für das „Zörner-Haus“. Auch private Hausbesitzer erwägen derzeit, ihre Immobilie in der Innenstadt umzubauen. Wie das Herz der Stadt in Zukunft aussehen soll: „Da müssen wir gemeinsam darüber nachdenken. Wir brauchen es nicht so laufen lassen.“

Bürgermeister findet Zukunftskonzept schwierig

Geht es nach dem Gewerbeverein, dann soll mit der Arbeit an einem Konzept noch heuer begonnen werden. „So schnell wie möglich“, sagt Uhl.

Bürgermeister Korpan verweist dagegen darauf, dass es mit dem „Arbeitskreis Wirtschaft“ bereits ein Gremium gebe, in dem verschiedene Parteien – etwa Vertreter der Stadt und der Einzelhändler –zusammenarbeiteten. Generell sei es schwierig, so Korpan, ein langfristiges Konzept zu entwickeln, denn was für Geschäfte eine Stadt brauche, das „bestimmt der Käufer“.

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