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Tag der offenen Moschee in Penzberg: „Alle Ressourcen sind Gaben Gottes“

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Nach dem Gebet nutzten Besucher der Moschee die Gelegenheit, mit Imam Benjamin Idriz über den Islam zu sprechen.
Nach dem Gebet nutzten Besucher der Moschee die Gelegenheit, mit Imam Benjamin Idriz über den Islam zu sprechen. © Alfred Schubert

Seit vielen Jahren beteiligt sich die islamische Gemeinde in Penzberg am bundesweiten „Tag der offenen Moschee“ - diesmal mit einem Appell, Ressourcen zu schonen und das Konsumverhalten zu überdenken.

Penzberg - Ein aktuelles Thema griff Benjamin Idriz beim „Tag der offenen Moschee“ auf, zu dem die islamische Gemeinde Penzberg eingeladen hatte. „Klimawandel, Corona, Ukraine-Krise und jetzt die Energiekrise...“, so der Imam. „Wir stolpern von einer Krise in die andere.“ Es sei daher an der Zeit, über ein falsches Konsumverhalten nachzudenken.

Der Umgang mit den Ressourcen der Schöpfung sei Aufgabe jeder Gemeinschaft und auch jedes einzelnen, denn „alle Ressourcen sind Gaben Gottes“, und die Menschen seien verpflichtet, verantwortungsvoll damit umzugehen. „Esst und trinkt, aber verschwendet nicht“, fordere der Koran, denn Allah liebe die Verschwender nicht, sagte Idriz.

Jeder muss Verbrauch von Kunststoffen, Chemikalien und Energie verringern

Es sei Aufgabe der Menschen, so mit der Welt umzugehen, dass sie erhalten bleibt, denn jeder habe Verantwortung auch für die kommenden Generationen. Es dürfe nicht sein, dass schon im Juli eines Jahres die Ressourcen aufgebraucht sind, die für ein Jahr zur Verfügung stehen, so der Imam. Jetzt müssten die muslimische Gemeinde und jeder einzelne mit gutem Beispiel vorangehen, den Verbrauch von Kunststoffen, Chemikalien und Energie zu verringern. So werde man die Heizung umweltfreundlicher betreiben und die Beleuchtungsstärke bei Nachtgebeten reduzieren.

Idriz rief auch dazu auf, mit dem Fahrrad zur Moschee zu fahren, wenn dies möglich sei, und Produkte aus fairem Handel zu kaufen. Man dürfe nicht einfach tun und lassen, was einem gefällt, wenn dadurch die Natur leide.

Nach der Ansprache hatten die Besucher Gelegenheit, sich bei türkischem Tee und orientalischen Kuchen mit den Mitgliedern der Gemeinde zu unterhalten. Einem Besucher aus Penzberg, der Mitglied der evangelischen Gemeinde ist, war aufgefallen, dass der Imam die Anwesenden in der Moschee „ganz direkt zu umweltfreundlichem Verhalten aufgefordert“ hat. Dies habe ihn überrascht, da er das aus seinem kirchlichen Bereich nicht gewohnt sei.

Text: Alfred Schubert

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