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Tausende feiern beim Penzberger Stadtfest

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Von: Franziska Seliger

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Ausgelassene Partystimmung herrschte bei der Roche-Rocknacht am Samstagabend auf dem Penzberger Stadtplatz.
Ausgelassene Partystimmung herrschte bei der Roche-Rocknacht am Samstagabend auf dem Penzberger Stadtplatz. © Seliger

Feiern, spielen und Kunst und Kultur genießen: Beim dreitägigen Stadtfest anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums von Roche in Penzberg war am Wochenende ein vielfältiges Programm geboten. Und die Bürger nahmen dieses Angebot gerne an. Allein zur Rocknacht am Samstag kamen dem Vernehmen nach rund 3000 Menschen auf den Stadtplatz.

Penzberg – Zugegeben, der Auftakt war ziemlich nass. Das Wetter für die lange Einkaufsnacht am Freitagabend mit dem Straßenmusikfest in der Innenstadt und der Eröffnung der Freiluft-Ausstellung „Fördern.Forschen.Fortschritt“ hätten sich die Organisatoren von Roche und Stadt ganz sicher besser gewünscht. Beim abendlichen Musikprogramm auf dem Stadtplatz regnete es mitunter in Strömen – was aber insbesondere manch leidenschaftlichen Fan der „Bee Gees“ nicht davon abhielt, im Regen zu tanzen, als die Band „Night Fever“ die besten Hits der Kultband zu spielen begann.

Die Stadtwette war eher mau

Am Samstag dann herrschte den gesamten Tag über prächtigstes Jubiläums-Geburtstagswetter. Während ab dem Vormittag mit der Matinee der Städtepartnerschaften und einem Workshop zum Bau verschiedener Möbel für den neuen Bürgerbahnhof zwei eher ruhige Programm-Punkte anstanden, verwandelte sich der Stadtplatz ab dem frühen Abend bei der Roche-Rocknacht in eine Freiluft-Konzerthalle, in der ausgelassen gefeiert wurde. Zur Musik verschiedener Bands tanzten da Senioren neben Jugendliche, während Scharen von Kinder vor der Bühne herumhüpften. Zwischenfälle gab es laut Polizei keine.

Vertreter der städtischen Musikschule sowie der Penzberger Tafel freuten sich über die Roche-Spende.
Vertreter der städtischen Musikschule sowie der Penzberger Tafel freuten sich über die Roche-Spende. © Seliger

Doch während das Musikprogramm der Rocknacht gut anzukommen schien – nimmt man die Menge tanzender und singender Menschen als Gradmesser – erwies sich die ausgerufene Stadtwette eher als enttäuschend: Die Firma Roche hatte mit der Stadt gewettet, dass sie es nicht schafft, an diesem Abend eine spezielle Menschenkette mit 100 Personen auf dem Stadtplatz zu bilden: Alle 100 Personen sollten Penzberger sein; 50 von ihnen bei Roche angestellt und die anderen 50 deren Familienmitglieder. Doch die Bildung einer Menschenkette wurde an diesem Abend gar nicht versucht. Dafür sei es auf dem Stadtplatz schlichtweg zu eng, begründete das Rathaus-Sprecher Thomas Sendl, als er zusammen mit Roche-Werkleiter Ulrich Opitz und Bürgermeister Stefan Korpan gegen 21.45 Uhr auf die Bühne trat. Stattdessen sollten alle anwesenden Personen, auf die die in der Wette geforderte Beschreibung passte, einfach mal schnell die Hand heben. Das war‘s. Wette für die Stadt gewonnen.

Ernste Töne: Bei der Interkonfessionellen Andacht am Sonntag sprachen Dekan Martin Steinbach, Imam Benjamin Idriz und Pfarrer Bernhard Holz (v. li.) darüber, wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen gelingt.
Ernste Töne: Bei der Interkonfessionellen Andacht am Sonntag sprachen Dekan Martin Steinbach, Imam Benjamin Idriz und Pfarrer Bernhard Holz (v. li.) darüber, wie das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen gelingt. © Seliger

Im Vergleich zur Stadtwette 2019, als 1000 Menschen zusammen das Steigerlied sangen, doch eher mau. Seinen Wetteinsatz löste Roche indes noch an Ort und Stelle ein: Einen Spendenscheck von jeweils 7500 Euro erhielten die Musikschule für ihren geplante Kauf eines neuen Konzertflügels sowie die Penzberger Tafel. Wie Werkleiter Ulrich Opitz sagte, soll die Spende der Tafel helfen, noch mehr bedürftige Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen.

Die Feuerwehr Penzberg sorgte beim Retro-Spielfest für willkommene Abkühlung.
Wasser Marsch: Die Feuerwehr Penzberg sorgte beim Retro-Spielfest für willkommene Abkühlung. © Seliger

Aber beim Stadtfest wurde nicht nur laut und ausgelassen gefeiert. Bei der Interkonfessionellen Andacht am Sonntag wurden vom katholsche Pfarrer Bernhard Holz, seinem evangelischen Amtskollegen Dekan Martin Steinbach (i. R.) und Imam Benjamin Idriz auch leise, ernste Töne angeschlagen. Das Stadtfest, sagte Pfarrer Holz, sei ein Zeichen für den Zusammenhalt der verschiedenen Religionen und Kulturen in der Stadt. Erst, wenn die verschiedenen Bildungs- oder sozialen Schichten aufeinander achteten und voneinander lernten, „dann funktioniert Gemeinschaft“, so Dekan Steinbach. Jeder einzelne, so Imam Idriz, könne zu einer besseren Welt beitragen, indem er gerecht handele und für die nächste Generationen ein Vorbild sei. „Es liegt an jedem Einzelnen von uns“, betonte der Imam vor den zahlreichen Gläubigen, die sich zur Andacht vor der Barbarakapelle versammelt hatten. Beim nachmittäglichen Retro-Spielfest auf der Berghalde kamen dann vor allem die jungen Penzberger auf ihre Kosten.

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