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In Penzbergs Unterwelt: Der „Tiefe Stollen“ ist baufällig.

Stadtwerke Penzberg müssen investieren  

„Tiefer Stollen“: Neuer Kanal muss her

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Er ist ein Relikt aus Penzbergs Bergwerkszeit: Der „Tiefe Stollen“ dient immer noch als Wasserkanal. Doch er ist in die Jahre gekommen.

Penzberg – Er heißt „Tiefer Stollen“ und ist so groß, dass ein Mensch hindurchgehen kann. 1826 wurde er als Stollen für die Kohleförderung gebaut. Diesem Zweck diente er bis 1860. Danach wurde der Stollen zum Regenwasserkanal umfunktioniert. Das ist er bis heute. Der Penzberger Kanal, circa 1,50 Meter hoch und 1,20 Meter breit, führt in rund elf Metern Tiefe von der Straße „Im Thal“ bis zur Straße „Am Schachthügel“. Er entwässert das Gewerbegebiet an der Grube in den Säubach. Nach 200 Jahren ist er allerdings in äußerst schlechtem Zustand. Bereits vor einem Jahr hatten die Stadtwerke berichtet, dass der circa 250 Meter lange Kanal baufällig ist. Damals wurde er von Spezialisten begutachtet – was wegen der Gase nicht ganz ungefährlich war.

Den schlechten Zustand bestätigte in der jüngsten Stadtwerke-Sitzung das Ingenieurbüro ISAS, das für einen Sanierungsplan zuständig ist. Die Lebensdauer des Kanals sei überschritten, so Bauingenieur Sebastian Brunner. Es seien starke statische Schäden festgestellt worden: Der Erddruck habe den Kanal deutlich deformiert und durch einen großen Riss rutsche Erdreich nach, zählte der Experte auf. Das Ergebnis der Untersuchung laut Brunner: Der Kanal stürzt noch nicht ein, die Betriebssicherheit sei vorhanden. „Aber wir können sie nicht mehr lange gewährleisten.“

Eine Sanierung des bestehenden Wasserstollens macht laut Brunner wenig Sinn. Er schlug vor, einen neuen Regenwasserstollen mit einem Durchmesser von 1,60 Metern zu bauen – entweder parallel zum alten Stollen oder in westlicher Richtung, wo er am Schlossbichl ebenfalls auf den Säubach treffen würde. Bei der ersten Variante würde der Stollen „bergmännisch“ errichtet – er würde wie zu Bergwerkszeiten von einem Mann durch den Untergrund getrieben. Die Entscheidung für eine Trasse soll in der nächsten Verwaltungsratssitzung fallen.

Laut Stadtwerke ist das Ziel, den Bau ab August 2018 auszuführen. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von einem halben Jahr. Die Gesamtprojektkosten werden auf circa 3,6 Millionen Euro geschätzt. Was dann mit dem alten Stollen passiert, ist noch nicht klar. Wegen des „interessanten Gefälles“ am Auslauf zum Säubach könnte er, so Stadtwerke-Chef Josef Vilgertshofer, vielleicht für Energiegewinnung aus Wasserkraft genutzt werden.

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